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Resolution auch an die Adresse der Politik : Nordfriesland soll Vorbild in Europa sein

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Friesen wissen, was sie wollen - und haben bei einer Konferenz auf Amrum des Nordfriisk Instituut Ziele erarbeitet. Entstehen soll ein „Modell Nordfriesland“, das europaweit als Vorbild dienen kann.

shz.de von
erstellt am 27.Dez.2013 | 07:00 Uhr

Die Friesen sollen und können mit Selbstbewusstsein Schutz und Förderung für die friesische Sprache einfordern. Dazu riefen die Sprecher der zweitägigen, vom Bundesministerium des Innern geförderten Konferenz „Üüs driimerai“ des Bredstedter „Nordfriisk Instituut“ auf.

Die Vorsitzende des Instituts-Vereins, Inken Völpel-Krohn, und Institutsdirektor Professor Dr. Thomas Steensen begrüßten dazu im Hotel Hüttmann in Norddorf auf Amrum mehr als 60 Diskutanten. Moderiert wurde die Zusammenkunft von den Institutslektorinnen Antje Arfsten und Wendy Vanselow. In vier Arbeitsgruppen ging es um Präsenz und Perspektiven des Nordfriesischen. Diskussionsgrundlage war die vom Frasche Rädj (Interfriesischer Rat Sektion Nord) herausgegebene Schrift „Modell Nordfriesland“. Sie geht auf eine Initiative des Landespolitikers Kurt Hamer zurück. Gemeinsam mit den Friesen müssen Politik und Gesellschaft in Schleswig-Holstein dafür sorgen, so formulierte er, dass „Friesen tatsächlich in ihrer Heimat Nordfriesland Friesen sein und bleiben können“.

Wie wäre es, wenn Wirtschaft und Verwaltung Bewerber mit Friesisch-Kenntnissen bevorzugten? Wie wäre es mit einem Finanzfonds für Unternehmen, die dem Friesischen Raum geben? Diese Fragen stellte die Gruppe „Friesisch in Wirtschaft, Politik, Verwaltung und öffentlichem Raum“ unter der Leitung von Jan Diedrichsen, Generalsekretär der Föderalistischen Union Europäischer Volksgruppen.

Die Welt sollte in den Medien auf Friesisch abgebildet werden, wurde von „Friesisch in den Medien und im Internet“ gefordert – die Interessierten hatten unter Leitung von Onno Falkena, Experte für Minderheitensprachen und Reporter beim westfriesischen Radio- und Fernsehsender Omrop Fryslân, debattiert. Es müsse eine solide professionelle und auch finanzielle Basis für friesische Medienleute geschaffen werden, hieß es.

Eine Internetplattform könnte ein Forum bieten für friesische Texte, Theater- und Filmprojekte. Darauf verwies die Gruppe „Friesisch in der Literatur, Musik und Theater“ um die Literaturwissenschaftlerin Dr. Ada Bieber von der Berliner Humboldt-Universität. Eine der konkreten Ideen: Eine Serie von Filmen, in denen friesische Gerichte gekocht und auf Friesisch erläutert werden. Die Arbeitsgruppe „Friesisch in der Bildung“ regte unter Leitung des westfriesischen Pädagogen Henk Wolf von der Nordelijke Hogeschool (Ljouwert/Leeuwarden) unter anderem an, die Schulen im nordfriesischen Sprachgebiet zur Beschäftigung mit dem Friesischen zu verpflichten. Mehrsprachigkeit sei ein großer geistiger Reichtum. Das Bewusstsein dafür müsse vertieft und verstärkt werden.

„Wichtig ist es für uns als Land zu wissen, welche Ziele Sie als Sprachgemeinschaft mit Ihrer Sprache haben und was dafür gebraucht wird. Werden Sie so konkret wie möglich!“ Diesen Appell gab Renate Schnack, Schleswig-Holsteins Minderheitenbeauftragte des Ministerpräsidenten, der Konferenz mit auf den Weg. In einer Resolution ruft die Konferenz „Üüs driimerai“ dazu auf, „durch intensiven und planmäßigen Einsatz ein Modell Nordfriesland zu schaffen – auch als Vorbild für andere Regionen in einem Europa der kulturellen Vielfalt.“

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