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DAK-Gesundheitsreport : Nordfriesland ist ziemlich verschnupft

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Husten, Schnupfen, Gliederschmerzen: Die große Erkältungswelle hat laut Gesundheitsreport der Deutschen Angestellten-Krankenkasse 2016 im Kreis Nordfrielsand zum bislang höchsten Krankenstand geführt.

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erstellt am 20.Dez.2016 | 07:00 Uhr

Schniefnase, Husten, Gliederschmerzen – viele haben einen Schnupfen oder die Grippe in den Knochen. Bei den Kassen stecken sie in der Statistik. Denn Atemwegserkrankungen haben den Krankenstand im Kreisgebiet im vergangenen Jahr hochgetrieben wie das Fieber. Dies weist der aktuelle Gesundheitsreport 2016 der DAK aus. Die Krankenkasse hat allein in Nordfriesland rund 19.500 Versicherte, bundesweit sind es mehr als 240  .000. „Die dicke fette Erkältungswelle hat zum höchsten Krankenstand geführt, den wir bisher hatten“, sagt Simone Hansen-Zobel. Sie leitet das DAK-Servicezentrum in Husum, das für Nordfriesland und Dithmarschen zuständig ist.

Detaillierte Daten werden im landesweiten Gesundheitsreport freilich nur für den nördlichen der beiden Westküsten-Kreise ausgewiesen – zum neunten Mal in Folge. Bei der Auswertung und einer bundesweiten Befragung von Versicherten werden die wichtigsten Veränderungen analysiert, was Zahl und Dauer der Krankschreibungen angeht. In diesem Jahr wurde zusätzlich ein Sonderthema beleuchtet: „Der große Unterschied – warum Frauen und Männer anders krank sind“.

Der Hintergrund: „Unternehmen können aus dieser Analyse wichtige Impulse für ihr betriebliches Gesundheitsmanagement gewinnen“, sagt Hansen-Zobel. Um etwa längeren Erkrankungen durch Rückenleiden oder seelischen Problemen vorzubeugen, biete die Kasse Arbeitgebern konkrete Hilfen an. Zudem gebe es für DAK-Versicherte seit kurzem auch eine medizinische Beratung per Video-Chat. Dabei können sich diese kompetent und ausführlich beraten lassen, erhalten von den teilnehmenden Ärzten aller Fachrichtungen jedoch keine Diagnose.

Die Zahl der Ausfalltage bei den Versicherten der Kasse im Kreisgebiet ist der Untersuchung zufolge 2015 deutlich gestiegen: An jedem Tag des Jahres waren statistisch gesehen 40 von 1000 Arbeitnehmern (im Vorjahr 34) krankgeschrieben. Damit bewegt sich der nordfriesische Wert auf annähernd gleichem Niveau wie auf Landes- (4,0 Prozent) und Bundesebene (4,1).

Die meisten Fehltage – immerhin jeder Fünfte – entstanden in Nordfriesland erneut durch Muskel-Skelett-Erkrankungen wie Rückenschmerzen. An zweiter Stelle rangieren dann schon psychische Erkrankungen, zu denen Depressionen und Angstzustände zählen. Für ebenso viel Arbeitsausfall sorgen die Atemwegserkrankungen (fast 41 Prozent plus) wie Erkältungen und Bronchitis sowie Verletzungen oder Vergiftungen (plus 19 Prozent). Dabei sind in Nordfriesland – ein Problem besonders für kleinere Betriebe – vier Prozent der Langzeit-Erkrankungen von 43 und mehr Tagen ursächlich für fast 46 Prozent aller Fehltage.

Diese verteilen sich durchaus unterschiedlich: Frauen in Nordfriesland fehlen häufiger im Job als Männer. Ihr Krankenstand lag im vergangenen Jahr acht Prozent höher, in Schleswig-Holstein sogar 23 Prozent. „Damit ist der viel zitierte kleine Unterschied größer als gedacht“, sagt Simone Hansen-Zobel. Dies gilt auch für die Art der Erkrankungen: Bei Männern sind es drei Mal so häufig Probleme mit dem Herz-Kreislauf-System, bei Frauen hingegen des Öfteren psychische Erkrankungen.

Zur statistischen Wahrheit gehört auch: Viele Frauen übernehmen noch immer zum Großteil die Verantwortung, kranke Kinder zu betreuen, oder aber sind alleinerziehend. Jede vierte Frau im Land weiß sich in dieser Situation mitunter nicht anders zu helfen, als sich selbst krankzumelden. Und: Generell schleppen sich Frauen häufiger als Männer krank zur Arbeit.

Die Gratwanderung zwischen Familie und Beruf ist Heike Bayer, Leiterin der Evangelischen Familienbildungsstätte in Husum, vertraut: „Viele Frauen warten zu lange, ehe sie sich krankschreiben lassen.“ Auch Meike Hansen von Frau & Beruf mahnt deshalb, frühzeitig Rat zu suchen und „nicht zu warten, bis sich Leidensdruck einstellt“. Beide Stellen bieten qualifizierte Hilfen an: „Wir sind ganz weit vorn im primär-präventiven Bereich, damit solche Dinge gar nicht erst kumulieren“, sagt Bayer.

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