Vier Fassungen : Nordfriesland hat seine eigene Hymne

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Wohl als erster Kreis in Deutschland hat Nordfriesland jetzt eine eigene Hymne. Die Entscheidung im Kreistag war allerdings nicht unumstritten.

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08. Juni 2015, 16:00 Uhr

Bei feierlichen Anlässen darf sie künftig angestimmt werden: Wohl als erster Kreis in Deutschland hat Nordfriesland jetzt eine eigene Hymne. Sie basiert auf dem Albrecht-Johannsen-Gedicht „Gölj – Rüüdj – Ween“, den friesischen Bezeichnungen für die Farben der Nordfriesland-Fahne – gold, rot, blau. Der Kreistag hat das Lied in vier Fassungen – friesisch, dänisch, hoch- und plattdeutsch – zur offiziellen Hymne erkoren. Eine weitere, in Sønderjysk, ist noch in Arbeit. Der Entscheidung war 2014 ein Wettbewerb vorangegangen, um neue Fassungen und ein Arrangement zu finden. Denn bisher war das Lied meist nur bei friesischen Veranstaltungen speziell auf dem Festland gesungen worden. Darin werden die nordfriesischen Farben in Beziehung gesetzt zur Landschaft, zu einer geliebten Frau (Annemaleen) und zu einer Tugend oder Eigenschaft (Liebe, Glück und Treue).

Unumstritten war die Entscheidung im Kreistag nicht. Am Ende gab es neun Gegenstimmen und acht Enthaltungen. Befürworter strichen heraus, dass mit der Hymne die Schönheiten Nordfrieslands besungen werden, und zwar weder kriegerisch noch nationalistisch. Gegner fühlten sich an eben jene Zeiten deutscher Geschichte erinnert und betonten, die Hymne passe nicht ins 21. Jahrhundert.

Wer diese hören oder lesen möchte, findet sie im Internet unter www.nordfriesland.de.

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