Lübecker Erklärung : Nordfriesen treten ein für Akzeptanz und Respekt

Sie haben die Lübecker Erklärung unterschrieben: Landrat Dieter Harrsen (links) und Siegfried Puschmann als stellvertretender Kreispräsident – Minister Dr. Heiner Garg (hinten links) ist erfreut.
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Sie haben die Lübecker Erklärung unterschrieben: Landrat Dieter Harrsen (links) und Siegfried Puschmann als stellvertretender Kreispräsident – Minister Dr. Heiner Garg (hinten links) ist erfreut.

Das Bündnis für Akzeptanz und Respekt hat einen neuen Partner: den Kreis Nordfriesland. Im Beisein von Minister Heiner Garg ist die Lübecker Erklärung unterzeichnet worden.

shz.de von
09. Februar 2018, 12:32 Uhr

Nun ist es amtlich: Auch der Kreis Nordfriesland gehört zum Bündnis für Akzeptanz und Respekt in Schleswig-Holstein. Im Beisein von Landessozialminister Dr. Heiner Garg unterzeichneten der stellvertretende Kreispräsident Siegfried Puschmann und Landrat Dieter Harrsen im Kreishaus in Husum die Lübecker Erklärung für Akzeptanz und Respekt.

„Damit wollen wir ein Zeichen für sexuelle und geschlechtliche Vielfalt setzen. Nordfriesland steht nicht für Ablehnung und Angst, sondern für Verständnis, Akzeptanz und Chancengleichheit. Das schließt selbstverständlich den Bereich der sexuellen und geschlechtlichen Selbstbestimmung ein“, betonte Puschmann. Grundlage war ein Kreistagsbeschluss von 2015, der auf Antrag der Grünen-Fraktion gefasst worden war.

Die Lübecker Erklärung fußt auf Artikel drei Absatz drei des Grundgesetzes, aber insbesondere auf dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz, nach dem „Benachteiligungen aus Gründen der Rasse oder wegen der ethischen Herkunft, des Geschlechts, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Identität zu verhindern oder zu beseitigen“ sind.

„Dieser Text ist eigentlich eine Aneinanderreihung von Selbstverständlichkeiten“, meinte Landrat Harrsen. „Unterschiedlich zu sein stellt kein Problem, sondern eine Bereicherung dar. Deshalb fehlt mir jegliches Verständnis, wenn manche es an Akzeptanz und Respekt fehlen lassen. Mit unseren Unterschriften erteilen wir der Ausgrenzung und Benachteiligung von Minderheiten eine glasklare Absage.“ Dies vernahm ein erfreuter Minister Garg, der herausstellte: „Mein Ziel ist ein offenes Schleswig-Holstein, in dem ein Klima der gegenseitigen Wertschätzung und des Respektes herrscht. Das gilt für alle Menschen. Mit dem Aktionsplan ‚Echte Vielfalt‘ hat das Land ein Zeichen gesetzt. Ich freue mich sehr, dass dem Bündnis für Akzeptanz und Respekt bereits 30 Vereine, Kommunen, private Arbeitgeber und politische Organisationen beigetreten sind und hoffe, dass es noch mehr werden. Wir sind noch nicht am Ziel echter Gleichstellung in allen Bereichen, aber wir kommen diesem Ziel Schritt für Schritt gemeinsam näher.“

Der Vorstandssprecher des Lesben- und Schwulenverbandes in Deutschland (Landesverband Schleswig-Holstein), Danny Clausen-Holm, hob die Bedeutung der Ehe für alle hervor, die als „sehr positives Zeichen“ für den gesellschaftlichen Wandel zu bewerten sei. „Trotzdem bleibt noch sehr viel zu tun: Menschen mit anderer sexueller Orientierung oder geschlechtlicher Identität berichten immer wieder, dass andere ihnen mit Intoleranz, teils sogar mit offenem Hass begegnen.“

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