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Fussball-EM der Minderheiten : Nordfriesen gegen Südtiroler und Oberschlesier

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Im Juni treten die Nordfriesen bei der Fußball-Europameisterschaft der Minderheiten in Südtirol an – und treffen dabei auf die Gastgeber.

Bei einer solchen Konstellation spricht man gerne schon mal von „schweren Brocken“: Starke Gegner kommen bei der dritten Europeada – der Fußball-Europameisterschaft der autochthonen, nationalen Minderheiten – auf die Nordfriesen zu. Nach der Auslosung der Vorrundenspiele, die im Salewa Tower von Bozen über die Bühne ging, finden sich die Kicker von der schleswig-holsteinischen Westküste in einer Gruppe mit dem Gastgeber und zweimaligen Titelträger Südtirol, der deutschen Minderheit aus Polen (Oberschlesien) und der Manx-Auswahl von der Isle of Man wieder. „Wir sind sicher Außenseiter und werden es schwer haben, das Viertelfinale zu erreichen – aber wir freuen uns, dass wir im Spiel gegen den Ausrichter Südtirol bestimmt auf ein großes Zuschauer- und Medieninteresse stoßen werden“, sagt Manfred Nissen, Geschäftsführer der Friisk Foriining, der zusammen mit dem Team-Verantwortlichen Kai-Uwe Sönnichsen bei der Auslosung in Bozen dabei war.

Das Turnier in der Heimat der Südtiroler Volksgruppe und der Minderheit der Ladiner findet im kommenden Jahr vom 18. bis 26. Juni statt – ist also zeitlich in die „große“ Fußball-EM eingebettet. Bekanntlich will Jogi Löws Elf vom 10. Juni bis zum 10. Juli in Frankreich den Titel nach Deutschland holen. Doch zurück nach Südtirol, wo 2016 erstmals 24 Männer- und sechs Frauenmannschaften aus ganz Europa antreten werden.

Zur Erinnerung: An der ersten Europeada im Jahr 2008 in der Schweiz nahmen die Nordfriesen als einzige Minderheit mit einem rein weiblichen Team teil – und weckten dadurch das Interesse der internationalen Medienvertreter. Vier Jahre später, bei den Sorben in der Lausitz, erreichten die Männer in ihrer Vorrundengruppe den dritten Platz und schieden aus. „Da waren wir einfach mit zwölf Spielern nicht stark genug aufgestellt, das wird uns diesmal nicht passieren“, orakelt Kai-Uwe Sönnichsen, der bei seinem Verein schon große Vorfreude ausmachen konnte. Wie 2012 wird auch im Juni kommenden Jahres erneut die erste Herrenmannschaft des SV Frisia 03 Risum-Lindholm den Stamm des friesischen Teams stellen.

Veranstalter der Europeada 2016 ist die Föderalistische Union Europäischer Volksgruppen (FUEN), die ihren Sitz in Flensburg hat und der europaweit mehr als 90 Minderheiten-Organisationen angehören. Die Nordfriesen werden allein durch die Friisk Foriining repräsentiert, dem Verein also, der schon vor vier und acht Jahren „Nordfrasche“ zur Europeada angemeldet hat. Die Teilnahme an der EM wird aus Mitteln des Ministeriums für Bildung und Kultur des Landes Schleswig-Holstein gefördert. „Wir sind jedoch zusätzlich auf weitere finanzielle Hilfe angewiesen und benötigen noch dringend Sponsoren“, wirbt Manfred Nissen um Unterstützung für das Vorhaben.

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erstellt am 29.Dez.2015 | 18:58 Uhr

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