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Fleissige Blutspender : Nordfriesen geben im Jahr 7900 Liter Lebenssaft ab

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Anlässlich des Weltblutspendertages freut sich das Deutsche Rote Kreuz über die Spenden-Bereitschaft im Kreis. Termine auf den Inseln sind eine besondere Herausforderung.

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erstellt am 13.Jun.2015 | 16:00 Uhr

Man lege sich hin, balle eine Hand zur Faust und lasse sich in der Ellenbogenbeuge eine „Leitung“ legen – und es tut auch gar nicht richtig weh. Leben zu retten, ist so einfach. Mit einem freiwilligen Aderlass kann bis zu drei Schwerkranken oder Verletzten geholfen werden. Eine Vielzahl von Patienten verdankt ihr Dasein fremden Menschen, die uneigennützig etwas von ihrem Lebenssaft abgeben.

Weltweit werden etwa 107 Millionen Blutspenden pro Jahr benötigt. Die immense Bedeutung, die freiwillige Aderlässe vor diesem Hintergrund haben, kann denn auch nicht oft genug unterstrichen werden. Einmal im Jahr steht diese Botschaft aber ganz besonders im Mittelpunkt: am Weltblutspendertag, der am 14. Juni zum zwölften Mal ausgerufen wird.

Nordfriesland mit seinem in Husum sitzenden Kreisverband des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), zu dem nach Angaben von Mitarbeiterin Gesa Weinrich 58 Ortsvereine mit 7274 Fördermitgliedern zählen, hat eine „sehr hohe Spender-Dichte“. So jedenfalls drückt es Dr. med. Sabine Kraas aus. „Das ist sehr positiv“, freut sich die Leiterin der Institute für Transfusionsmedizin in Schleswig und Lütjensee beim DRK-Blutspendedienst. Eine der Besonderheiten hier sei der „überaus hohe Anteil an Urlaubern, auch aus anderen Bundesländern, die sich in den touristischen Zentren wie St. Peter-Ording oder auf den Inseln auch in ihrem Urlaub mit einer Blutspende engagieren“.

Im vergangenen Jahr bat das DRK in Nordfriesland bei 146 Terminen (2013: 148) zum Aderlass – dabei gaben 15  782 Spender (15  760) insgesamt 7891 Liter Blut. 2014 konnten in den hiesigen Berufsschulen 252 Spenden generiert werden, darunter 197 von „Ersttätern“. Regelmäßige Termine gibt es auch in der Stapelholm-Kaserne in Seeth und in der Husumer Fliegerhorstkaserne. Die jüngste Jahresbilanz aus den Einrichtungen der Bundeswehr: 1275 Spenden.

Vor besondere logistische Herausforderungen stellen das DRK die nordfriesischen Inseln. „Normalerweise werden die entnommenen Blutspenden innerhalb von 24 Stunden in der zentralen Verarbeitungs-Abteilung im Institut für Transfusionsmedizin in Lütjensee aufbereitet und haltbar gemacht“, so Kraas. Aufgrund der Abfahrzeiten der Fähren sei bei Terminen auf Pellworm, Föhr oder Amrum der Transport des Spenderblutes zurück zum Festland allerdings nicht möglich. Deshalb werde das Blut über Nacht in einem speziell ausgerüsteten Begleitfahrzeug gekühlt. Mit der ersten Fähre setzt dieser Kühlwagen dann Kraas zufolge am Morgen nach dem Spende-Termin zurück aufs Festland und transportiert das Blut zur weiteren Verarbeitung ins Institut für Tranfusionsmedizin nach Lütjensee.

Einmal musste ein Termin des DRK-Blutspendedienstes auch schon mal aufgrund der Witterungsverhältnisse ausfallen: Im Winter 2009/2010 konnte Nordstrand nicht angefahren werden.

 

Ein besonderes Datum

 

Das Datum für den Weltblutspendertag ist nicht zufällig gewählt: Am 14. Juni 1868 wurde Karl Landsteiner geboren. Der Mediziner entdeckte das AB0-System der Blutgruppen, das die menschlichen roten Blutkörperchen in die Antigen-Eigenschaften A, B und 0 sortiert. Landsteiner erkannte auch, dass die Bluttransfusion zwischen Personen der gleichen Gruppe nicht zur Zerstörung der Blutzellen führt, wohl aber zwischen Menschen verschiedener Blutgruppen.

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