Auf dem Weg nach Brasilien : Nordfriese will bester Maurer werden

Stein für Stein aufs Treppchen – das ist sein Ziel: Marco Bauschke gehört zum sechsköpfigen Nationalteam des Deutschen Baugewerbes.
Stein für Stein aufs Treppchen – das ist sein Ziel: Marco Bauschke gehört zum sechsköpfigen Nationalteam des Deutschen Baugewerbes.

Mit 21 Jahren schwingt er die Kelle für Deutschland: Marco Bauschke geht im August bei der Maurer-Weltmeisterschaft in Brasilien an den Start. Ein einziger Millimeter kann da schon über Sieg und Niederlage entscheiden.

Avatar_shz von
09. Juni 2015, 15:00 Uhr

Marco Bauschke ist Maurer mit Herzblut. „Er hat die Maurer-Gene“, sagt sein ehemaliger Lehrmeister Arnd Jansohn. Das haben auch seine Kollegen erkannt – und den 21-Jährigen in die Nationalmannschaft geholt: Im August wird der Nordfriese für Deutschland bei der Maurer-WM in Brasilien antreten.

„Stein auf Stein“ heißt es im Kinderlied von den „fleißigen Handwerkern“. Für den Haus-Bau mag das reichen, bei einer Weltmeisterschaft wird jedoch mehr verlangt. Dort sind Präzision und Genauigkeit beim Schneiden und beim Legen der Steine wesentlich für einen Erfolg. „Man muss sehr genau arbeiten“, erzählt Bauschke: Ein einziger Millimeter könne schon über Sieg und Niederlage entscheiden. „Eine Ecke mit 90 Grad muss genau 90 Grad sein, und ein Lot genau senkrecht.“

Damit auch alles klappt, bereitet Bauschke sich im Trainingslager auf die Berufsweltmeisterschaft „WorldSkills“ im brasilianischen São Paulo vor. Zwei Trainer stehen ihm dafür zur Seite: Kai-Uwe Holtschmidt, Leiter der Ausbildungsstätte der Bauinnung München, ist gleichzeitig Mitglied der internationalen Jury in Brasilien. Sein Co-Trainer Sebastian Wichern – ein Maurermeister aus dem niedersächsischen Deinstedt – war selbst Teilnehmer bei den Europa- und den Weltmeisterschaften 2013 und 2012.

Zur Berufsweltmeisterschaft „WorldSkills 2015“ vom 11. bis 16. August werden mehr als 1200 Teilnehmer aus rund 60 Ländern erwartet. Sie messen ihr Können in 50 verschiedenen Wettbewerbs-Kategorien. Präzision und Genauigkeit sowie Nervenstärke und Konzentration entscheiden über Gold, Silber und Bronze.

Aus Deutschland sind mehr als 40 deutsche Teilnehmer gemeldet, darunter auch das sechsköpfige Nationalteam des Deutschen Baugewerbes. Neben dem Nordfriesen Bauschke sind das ein Fliesenleger, ein Stuckateur, ein Zimmerer sowie erstmals zwei Betonbauer. Das deutsche Baugewerbe stellt bei den Fliesenlegern und Stuckateuren die amtierenden Weltmeister. „Uns erwartet in Brasilien in allen Wettbewerbs-Disziplinen ein extrem hohes Niveau“, sagt Thomas Sander, Vorsitzender des Fachverbandes Hochbau und Massivbau im Zentralverband des Deutschen Baugewerbes.

Drei Mauern muss Bauschke in Brasilien hochziehen: Sie messen zwischen zweieinhalb und dreieinhalb Quadratmetern. Die Schwierigkeit: In die glatten Wände müssen mit den Steinen akkurate Reliefs eingearbeitet werden. „Die Zeitvorgabe sind 22 Stunden für alle drei Module: Das ist nicht viel“, sagt Bauschke. Zuerst müsse er die Aufgaben im Maßstab 1:1 auf Papierbahnen vorzeichnen: „Mit Bleistift – wenn etwas schiefgeht, kann man noch radieren“, sagt er lachend. Anschließend werden die Steine darauf gelegt, angezeichnet und in Form geschnitten. Dann erst kann er den Mörtel anrühren und sein „Besteck“ aus der Tasche holen: unter anderem eine Viereckskelle und einen Satz Fugenkellen – „zehn, elf und zwölf Millimeter brauche ich am meisten ...".

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen