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Arbeitgeber Bundeswehr : Nöte der Soldaten ernst nehmen

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Die Bundeswehr muss als Arbeitgeber attraktiver werden, wenn es in Zukunft ausreichend Personal geben soll.

Um im Wettbewerb um Personal im freien Markt bestehen zu können, muss die Bundeswehr attraktiver werden. Das vermittelte Rainer Arnold, verteidigungspolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, bei einer Veranstaltung in Husum. Gastgeber war der SPD-Kreisvorsitzende Matthias Ilgen, selbst Mitglied im Verteidigungsausschuss. Auch der stellvertretende Landesvorsitzende des Bundeswehrverbandes, Kapitänleutnant Peter Braunshausen, stand Rede und Antwort.

Er betonte, aus Sicht der Truppe gehe es darum, die angekündigten Trendwenden bei Personal und Material auch umzusetzen, um der zunehmenden Belastung der Einheiten durch Auslandseinsätze standhalten zu können. Auch müssten die Sorgen und Nöte der Soldaten ernst genommen werden. Braunshausen verwies hier auf kritische Infrastruktur in vielen Kasernen und Unterkünften.

Rainer Arnold verwies auf Erfolge der großen Koalition im Bereich der Sicherheits- und Verteidigungspolitik: „Die zunehmende Zusammenarbeit in Europa, die Restrukturierung des chaotischen Beschaffungswesens bei Flugzeugen, Helikoptern, Panzern und Schiffen sowie die Kurs-Umkehr bei Personalreduktion und Einsparungen im Materialwesen sind auf einem gutem Wege und werden der Bundeswehr helfen mit ihren wachsenden Aufgaben zunehmend besser fertig zu werden.“

Künftig müsse jeder für seine Karriere in der Bundeswehr eine klare Perspektive haben. „Heute können wir Leute nicht zigmal versetzen, sondern müssen in regionalen Strukturen statt Zentralismus denken. Auch Stuben ohne W-Lan oder unzureichende Unterbringung von Pendlern müssen endlich der Vergangenheit angehören“, betonte Arnold.

Auf Nachfragen erläuterte Matthias Ilgen laut Mitteilung die SPD-Haltung zu Auslandseinsätzen: „Wer Missionen wie Mali in Frage stellt, begeht den gleichen Fehler, den die Europäer in Syrien oder Libyen gemacht haben. Wenn wir die weitere Destabilisierung solcher Länder zulassen, werden sie zu gescheiterten Staaten, in denen Terrorismus und Drogenhandel ebenso gedeihen wie blutige Bürgerkriege. Die Folgen kriegen wir dann ganz unmittelbar in Europa zu spüren. Natürlich könne militärische Gewalt niemals alle Probleme lösen, „aber sie kann manchmal ein Fenster öffnen, um Diplomatie und Entwicklungshilfe eine Chance zu geben“.

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erstellt am 26.Jul.2017 | 11:00 Uhr

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