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Hoffnung für Gegner : Noch kein Antrag für Mastanlage

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Wann der umstrittene Stall für 44.000 Hähnchen in Tümlauer-Koog gebaut wird, ist derzeit offen. Dem Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume liegt kein Antrag vor. Die Bürgerinitiative Eiderstedt stinkt’s hat sich an den Umweltminister gewandt.

Eine geplante Hähnchenmast-Anlage in der Gemeinde Tümlauer-Koog bewegt seit einiger Zeit die Gemüter. Ein Landwirt plant, seinen Betrieb von 39.000 auf 84.000 Plätze zu erweitern. Erstmals wurde das Projekt im Februar 2011 der Öffentlichkeit vorgestellt. Doch derzeit ist keine Bewegung im Verfahren. Nach Angaben des zuständigen Landesamtes für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR) liegt kein Antrag für den Bau vor. Auch eine deutlich kleinere Anlage ist nicht im Gespräch, zumindest liegt der zuständigen Gemeinde keine Anfrage vor. Der Landwirt selbst sagte auf Anfrage: „Die Leute sollen sich überraschen lassen.“

Sachstand ist, dass im April ein so genannter Scoping-Termin unter anderem mit dem LLUR, dem Antragsteller, der Gemeinde Tümlauer-Koog, Nachbargemeinden und der Bürgerinitiative stattgefunden hat. Darin wurde der Untersuchungsrahmen für die Umweltverträglichkeitsprüfung festgelegt. Diese hatte die Gemeinde gefordert. Im weiteren Verlauf steht dann auch eine Öffentlichkeitsbeteiligung an. Doch so lange kein Antrag auf Bau der Anlage vorliegt, wird auch keine Umweltverträglichkeitsprüfung eingeleitet, wie das Landesamt auf Anfrage mitteilt.

Die Gemeinde sieht den Bau kritisch, so Bürgermeister Christian Marwig. „Unser Ort ist nicht geeignet dafür. Bis zum Nationalpark Wattenmeer sind es nur ein paar hundert Meter, und auf der anderen Seite liegt das Vogelschutzgebiet vor unserer Haustür.“ Außerdem lebe die Region vom Tourismus. Das Wirtschaftsministerium habe mitgeteilt, dass Tümlauer-Koog den Status als Erholungsort verlieren könnte, wenn die Hähnchenmastanlage gebaut wird. „Das ist doch von erheblichem öffentlichen Belang und damit nach dem Baugesetzbuch auch ein Grund das Projekt abzulehnen“, so Marwig.

Gleich nach Bekanntwerden der Pläne für die Hähnchenmastanlage hatte sich die Bürgerinitiative „Eiderstedt stinkt’s“ gebildet, die vor möglichen Belastungen der Umgebung durch Bakterien, Pilze und Viren aus der Abluft warnt. Auch wird mit einer erheblichen Geruchsbelästigung beim Ausbringen des Hühnerkots gerechnet. Und sie stellt auch die Frage nach dem Tierwohl. Sie hatte eine Unterschriften-Aktion gestartet. 600 Unterzeichner sprachen sich gegen die Mastanlage aus. Im Juni wurde die Liste Umweltminister Dr. Robert Habeck in Rendsburg übergeben. Es lud die Bürgerinitiative daraufhin zu einem Gespräch ein. „Darin haben wir ihm die Bedingungen, unter den eine Anlagenerweitung stattfinden würde, mitgeteilt“, sagt Werner Burck von der Initiative. Auch wurde über das besonders sensible Gebiet, Hühnermast zwischen Vogelschutzgebiet und Nationalpark, eingehend gesprochen. Unterlagen und Gebietsskizzen wurden dem Minister übergeben.

 

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erstellt am 10.Sep.2013 | 12:00 Uhr

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