zur Navigation springen

Du liebes altes Husum : Noch ein Fiede-Lemke-Hit für die Hafentage

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Peter Mrozowski hat die Noten zu dem Lied "Du liebes altes Husum", einer musikalischen Liebeserklärung des Husumer Originals Fiede Lemke, als Jugendlicher von seinem Vater bekommen.

Peter Mrozowski ist sichtlich stolz auf sein neues Tyros-5-Yahama-Keyboard. „Das ersetzt ein ganzes Orchester“, sagt der passionierte Freizeitmusiker, während er beherzt in die Tasten greift. Neben der hochelektonisch aufgerüsteten Heimorgel steht – auf den ersten Blick eher unscheinbar – ein zweites Musikinstrument, auf dem der heute 66-Jährige gelernt hat. Wie kein anderes hat es seine und die Jugend einer ganzen Generation bestimmt: das Akkordeon.

Sorgsam deckt Mrozowski das Keyboard mit einer Schutzhülle zu, greift sich seine alte „Quetsche“ und spielt das Lied einer Husumer Musiker-Ikone: „,Husum ahoi‘ kennt jeder, aber das hier ist genauso gut“, sagt er und wundert sich, warum Fiede Lemkes Gassenhauer „Du liebes altes Husum“ noch nie zur Eröffnung der Hafentage gespielt worden ist.

Am Text von G. Anklam kann es nicht liegen: „Ein Seemann träumt im fremden Hafen von seiner schönen Heimatstadt“, heißt es da. Und der Refrain klingt fast noch enthusiastischer: „Breite aus die weißen Flügel, liebe kleine Möwe du. Fliege über Tal und Hügel, eile meiner Heimat zu.“ Während er Lemkes Original-Noten auf dem Tisch ausbreitet, denkt Mrozowski an jenen Tag zurück, da er sie erstmals in Händen hielt.

„Ich war zwölf, 13 Jahre alt“, erinnert er sich, „und weiß gar nicht mehr, woher mein Vater Fiete Lemke kannte. Auf jeden Fall brachte er irgendwann Noten von ihm mit, nach denen ich üben sollte.“ Lemke war damals ja bekannt wie ein bunter Hund und „Husum ahoi“ so etwas wie die heimliche Hymne der Stadt. Aus dieser Zeit stammen auch die Noten zu „Du liebes altes Husum“.

Es war die Zeit der Volksfeste. Und auch wenn es den Begriff „unplugged“ noch gar nicht gab: „Musik wurde fast ausschließlich von Hand gemacht.“ Mrozowski lernte Akkordeon spielen und wurde noch als Jugendlicher Mitglied der stadtbekannten Kapelle Arthur Mordhorst, die unter anderem bei Schulfestumzügen aufspielte. „Das Akkordeon war damals eine Art Klavier-Ersatz – und Keyboards gab es ja noch nicht“, erklärt Mrozowski schmunzelnd. Er selbst verfügte zwar über den „Luxus einer einmanualigen Hohner-Orgel, aber das Instrument der Zeit war das Akkordeon.“ Dass es gegenwärtig eine Art zweiten Frühling erlebt und in nahezu allen Musikrichtungen zu finden ist, freut Mrozowski sehr. „Wenn ich heute noch mal losziehe, wollen die Leute jedenfalls immer auch Akkordeon hören.“

Natürlich spielt er dann auch Lieder des 1910 in Husum geborenen Fiete Lemke, der eine klassische Musikausbildung absolvierte, dann aber feststellen musste, das klassische Musik zum Leben nicht reicht und sich deshalb seiner eigentlichen Passion, der Tanzmusik, zuwandte. Wer Lemke und seine Kapelle „Schwarz-Weiß“ hören wollte, musste in Hensens Garten oder ins Café Hartmann gehen, die beide nicht mehr existieren. Allerdings stattete er auch Hausbesuche ab – dann aber in seiner Eigenschaft als Zählerableser der Stadtwerke. Im Ruhestand widmete sich das Husumer Original dann ganz der Musik und gründete in den 1980er-Jahren eine weitere Husumer Institution: das Senioren-Salon-Orchester. Mit ihm spielte Lemke – neben vielem anderen – auch eigene Kompositionen wie „Du liebes altes Husum“, das bald ja vielleicht auch bei den Hafentagen zu hören sein wird. „Die von Fiede handgeschriebenen Noten stelle ich dafür jedenfalls gern zur Verfügung“, sagt Mrozowski.

zur Startseite

von
erstellt am 26.Aug.2014 | 15:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen