zur Navigation springen

Nobel-Karosse zerkratzt: Video überführte Täter

vom

shz.de von
erstellt am 31.Mai.2013 | 03:59 Uhr

Husum | Durch die Video-Überwachung des Parkplatzes einer Husumer Bank konnte jetzt vor dem hiesigen Amtsgericht eine Straftat aufgeklärt werden, zu der es während des letzten Weihnachtsmarktes gekommen war. Selbst der 57 Jahre alte Angeklagte räumte in der Verhandlung ein, dass es "laut Video nicht auszuschließen ist, dass ich das gewesen bin", der am 1. Dezember an einem geparkten Nobel-Fahrzeug mutwillig fast 2000 Euro Sachschaden verursacht hatte.

Wie die Beweisaufnahme ergab, hatte es zwischen dem Geschädigten, damals Leiter einer Baustelle im Kreis Nordfriesland, und dem Täter, der auf dieser Baustelle Malerarbeiten ausgeführt hatte, vor rund 30 Jahren (!) "einmal Stress gegeben"; danach waren sich die beiden offenbar so gut wie nie wieder begegnet.

Am 1. Dezember vergangenen Jahres wollte der damalige Baustellenleiter, inzwischen schon seit Jahren Rentner, zusammen mit seiner Frau den Husumer Weihnachtsmarkt besuchen und parkte als Kunde einer Bank auf deren Parkplatz. Als das Ehepaar später zu seinem Auto zurückging, hatte der Lack an beiden Fahrzeugseiten etwa jeweils 20 Zentimeter lange Kratzer. Das geschädigte Ehepaar meldete die Sachbeschädigung der Polizei und wies darauf hin, dass der Parkplatz videoüberwacht sei.

Die Polizei wertete eine Kopie dieses Videos aus, konnte dadurch rasch den mehrfach vorbestraften mutmaßlichen Täter ermitteln und schickte diesem im Februar einen Strafbefehl über 1200 Euro. Zum Prozess kam es, weil der Mann Rechtsmittel gegen diesen Strafbefehl einlegte.

Bei dem Verfahren räumte der Angeklagte ein, zur Tatzeit am Tatort gewesen zu sein und seinen Wohnungsschlüssel in der Hand gehabt zu haben, als er - wie das Video zeigte - auf dem Parkplatz erst um sich gespäht hatte und dann in merkwürdig gebückter Haltung ganz dicht an beiden Seiten des geparkten Wagens vorbeigegangen war. Daran, dass er die Kratzer verursacht habe, konnte sich der Handwerksmeister jedoch nach eigenen Angaben nicht erinnern, da der Vorgang schon so lange zurückliege. Zunächst hatte er ausgesagt, er habe - als er zu seinem eigenen Auto auf dem Parkplatz gegangen sei - plötzlich sein Portemonnaie vermisst, auf dem Parkplatz danach gesucht und dabei die Kratzer an dem anderen Auto entdeckt. Die habe er dann lediglich "überprüfen" wollen.

Der Staatsanwalt hatte wegen Sachbeschädigung 60 Tagessätze à 20 Euro und damit umgerechnet die gleiche Geldstrafe gefordert wie im Strafbefehl. Das Gericht ging jedoch über das geforderte Strafmaß hinaus und verurteilte den Angeklagten zu umgerechnet 1600 Euro Geldstrafe und zur Übernahme der Verfahrenskosten.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen