Auf der Suche nach einem Städte-Profil : Niebüll als "Hauptstadt der Bülls"

Holger Heinke begrüßt die Gäste im Haizmann-Museum.
Holger Heinke begrüßt die Gäste im Haizmann-Museum.

Beim Innenstadt-Stammtisch des HGV im Richard-Haizmann-Museum wurde über Niebülls Markenkern diskutiert.

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26. April 2013, 08:42 Uhr

Niebüll | Ist Niebüll modern? Was ist das Alleinstellungsmerkmal? Welche Aktivitäten sind geplant? Beim Innenstadt-Stammtisch des HGV im Richard-Haizmann-Museum wurde die Debatte um Niebülls Markenkern intensiv weitergeführt. Zunächst zeigte Stadtmanager Holger Heinke per Foto-Schau Schwachpunkte der Stadt: zugewachsene Zäune, ungepflegte Vorplätze, leere Schaufenster, beschmierte Telefonkästen, die marode Telefonzelle auf dem Rathausplatz. Doch es geht auch voran: "Die Verschönerung der Innenstadt durch an Laternen befestigten Blumenkübeln ist in der Testphase", verkündete Holger Heinke. Nun werden Paten gesucht, um circa 60 "rankende Pflanzbehälter" zu installieren. Rund um die Rathausplatz-Eiche könnte eine Bank erstellt werden; Jugendliche wollen sie sauber halten. Als Idee wurde die Wiedereinführung des NIB-Kennzeichens in die Debatte geworfen, Titel wie "Tor zu den Inseln" oder "Hauptstadt der Bülls" als Imageträger vorgeschlagen. "Niebüll ist bundesweit bekannt durch die Krähen und die Autoverladung", gab Fritz Becht zu bedenken. Beides tauge jedoch nicht als Marke. "Niebüll - die Stadt" spreche doch für sich, meinte ein Gast aus dem Umland. Am Begriff "modern" hakten sich die 20 Teilnehmer fest, die Meinungen gingen weit auseinander. Konkreter wurde es beim Thema belebte Innenstadt. Junge Mode fehle ebenso wie ein Fischgeschäft oder ein "echtes" Café. Hier will die Wirtschaftsförderungsgesellschaft unterstützend eingreifen; ein Leerstandsmanagement ist geplant. "Wir müssen dringend etwas für den Branchenmix tun", fasste Holger Martensen abschließend zusammen. HGV-Geschäftsführerin Silke Jannsen stellte am Ende die Initiative "Service Q" vor, ein Zertifizierungssystem für Städte. Alle Leistungsträger des Ortes werden dazu aufgerufen, sich an der Initiative "ServiceQualität Deutschland" zu beteiligen, um das eigene Handeln zu hinterfragen und innerbetriebliche Qualitäts- und Service-Standards zu optimieren. Dazu wird es ein weiteres Treffen am 29. Mai im NIC geben, zu dem Prof. Dr. Anja Wollesen von der FH Westküste kommt.

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