64. Landesschau im Nordfriesland-Museum : Nicht wieder 20 Jahre auf eine Neuauflage warten

Am Sonntag geht die Landesschau im Nissenhaus zu Ende.
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Am Sonntag geht die Landesschau im Nissenhaus zu Ende.

Der Bundesverband Bildender Künstler ist mit dem Verlauf der 64. Landesschau im Nordfriesland-Museum sehr zufrieden.

shz.de von
15. Februar 2018, 11:00 Uhr

Die 64. Landesschau des Bundesverbandes Bildender Künstler (BBK) Schleswig-Holstein neigt sich dem Ende zu. Bei der Finissage – nebst Bekanntgabe der Publikumspreise – am Sonntag, 18. Februar, ab 15 Uhr hofft der BBK noch einmal auf ein volles Nissenhaus. Im Interview spricht der Vorsitzende des Landesverbandes, Anders Petersen, über künstlerische Qualität, Besucherzahlen und die Bedeutung von Kunst in Zeiten der Digitalisierung.

Wie sind Sie mit dem Verlauf der Landesschau in Husum zufrieden?
Wir sehen die Landesschau nicht in erster Linie als Verkaufsausstellung. Kunstverkäufe finden in der Regel in den Galerien oder Ateliers der Künstlerinnen und Künstler statt. Aber erfreulicherweise haben in dieser Landesschau mehr Kunstwerke den Besitzer gewechselt als in den vorangegangenen Ausstellungen.

Und die Besucherzahlen? Haben Sie einen Überblick, wie viele Menschen die Ausstellung gesehen haben?

Bis Sonntag vergangener Woche waren es mehr als 2.500 Besucher. Erfahrungsgemäß werden wir mit der Finissage und der Bekanntgabe der Publikumspreise noch einmal ein volles Haus haben.

Ist das mehr oder weniger als in den Vorjahren?

Da die Orte der Landesschau jährlich wechseln, sind die Besucherzahlen nicht vergleichbar. Die Stadtgalerie Kiel hatte da mit mehr als 7000 Besuchern natürlich einen deutlichen Standortvorteil.

Viele Besucher der vorangegangenen Ausstellungen haben deren Qualität bemängelt. Wie stehen Sie zu dieser Kritik?

Die Kritik der Besucher, aber auch der Kolleginnen und Kollegen, ist uns wichtig und wir nehmen sie ernst. Wir benötigen das Feedback – sowohl das positive als auch das negative. Wir müssen zum Glück die Landesschau nicht neu erfinden, aber sie muss immer auf die wechselnden Orte ausgerichtet werden und für aktuelle Zeitströmungen aufgeschlossen sein.

Aber mit der Qualität der 64. Landesschau waren Sie zufrieden?

Ein eindeutiges Ja. Sie scheint auch bei den Besuchern gut angekommen zu sein – ein Indiz dafür ist der Verkauf des begleitenden Kataloges, der deutlich mehr Leser und Betrachter gefunden hat als in den Vorjahren.

Wie schwer ist es, in einer Zeit der Digitalisierung aller Lebensbereiche, Menschen noch für Kunst zu begeistern?

Ganz im Gegenteil. Es ist doch leichter geworden. Die zunehmende Digitalisierung hat dazu geführt, dass sich immer mehr Menschen mit Bildern und damit auch mit der Kunst beschäftigen. Dies kann der direkte Weg zum Original sein, und mit ihrer Aura werden Kunstwerke im direkten Dialog die Menschen immer in ihren Bann ziehen und begeistern.

Muss Husum wieder 20 Jahre warten, bis erneut eine Landesschau kommt?

Nein – ganz gewiss nicht!

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