zur Navigation springen

Offshore-Service mit Hubschraubern : Nicht sich selbst Konkurrenz machen

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Der Flughafen Husum-Schwesing soll zum Heliport für Offshore-Windparks ausgebaut werden. Der Kreis möchte dieses Vorhaben fördern. Er wünscht sich dabei aber eine Kooperation der Husumer mit dem Offtec-Trainingszentrum in Enge-Sande.

Irgendwo zwischen Baum und Borke steckt zurzeit die Kreispolitik in Nordfriesland. Einerseits soll der Flughafen Husum-Schwesing im Hinblick auf Hubschrauber-Einsätze zu Offshore-Windparks zu einem „Heliport“ ausgebaut werden, wobei der Kreis finanziell helfen möchte. Andererseits befürchtet das Unternehmen Offtec – es betreibt in Enge-Sande ein hochmodernes Trainings- und Entwicklungszentrum für die Offshore-Windindustrie – Konkurrenz vor der eigenen Haustür. Wenn diese im Gegensatz zu Offtec dann auch noch von der öffentlichen Hand gefördert würde, dann könnte es bei Konzept-Überschneidungen durchaus zu Wettbewerbsverzerrungen kommen.

Daran kann niemand Interesse haben, machte Offtec-Geschäftsführer Marten Jensen im Finanz- und Bauausschuss des Kreistages deutlich. Die Konkurrenz sitze in Niedersachsen und Esbjerg, wo es bereits Trainingszentren gebe. Hier hingegen sei Kooperation gefragt – „aber aus Schwesing kam bis heute nichts“, sagte er. Und: „Konkurrenz innerhalb Nordfrieslands – das kann nicht sein.“

„Das kann nur in Aufteilung passieren“, erklärte auch Elke von Dammann als Vertreterin der Flughafen Husum GmbH & Co. KG. Allerdings klingt das im Wirtschaftlichkeitskonzept etwas anders. Dort ist von einem „nennenswerten Mitbewerber“ in Enge-Sande die Rede. Und: „Eine kommende Ansiedlung von Hubschrauberfirmen und die bereits stationierte Deutsche Flugrettung in Husum-Schwesing werden allerdings Argumente genug liefern hier direkt vor Ort Ausbildungskonzepte anzubieten.“

„Beide Unternehmen sind wichtig für den Kreis Nordfriesland“, stellte der Ausschussvorsitzende Florian Lorenzen klar. Und Landrat Dieter Harrsen warnte davor, sich „sich gegenseitig wirtschaftlich zu zerfleischen“. Aber der Ausbau des Flughafens in Schwesing sei kreispolitisch und auch vom Land gewollt. „Wenn sie den nicht weiterentwickeln, ist er gar nicht überlebensfähig.“ Dazu sieht das Konzept der Flughafen-Gesellschaft, an der auch die Stadt Husum und die Messe Husum & Congress beteiligt sind, zwei Ausbaustufen mit Investitionen von jeweils rund 800 000 Euro vor. Im ersten Schritt geht es um bauliche und technische Änderungen, unter anderem um die Befeuerung der Start- und Landebahn. Der Eigenanteil des Projekts beläuft sich auf rund 300 000 Euro, ein Drittel davon soll vom Kreis getragen werden. Und die Zeit drängt: Der Kreistag muss in seiner Sitzung am 8. November einen Beschluss fassen. Denn Fördermöglichkeiten über das Zukunftsprogramm Wirtschaft gibt es nur noch in diesem Jahr, erläuterte Burkhard Jansen, Fachbereichsleiter für Kreisentwicklung, Bau und Umwelt.

Um die Kuh noch vom Eis zu holen und die Unternehmen zu einer Kooperation auf Augenhöhe zu bewegen, wählte der Finanzausschuss einen konstruktiven Ansatz: Heute Abend soll bei einer internen Zusammenkunft im Husumer Kreishaus nach einer Lösung gesucht werden. Mit dabei: Landrat Harrsen, die Vorsitzenden von drei beteiligten Kreistags-Ausschüssen und Vertreter beider Firmen.

Klipp und klar festgelegt wurde überdies schon im Vorfeld, dass es sich bei der Kreisförderung um einen einmaligen Zuschuss handeln wird. Für mögliche Defizite beim laufenden Betrieb des Flughafens Husum-Schwesing sollen keine Mittel aus dem Haushalt des Kreises Nordfriesland fließen.

zur Startseite

von
erstellt am 24.Okt.2013 | 12:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen