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Jan Bonse jetzt Geschäftsführer : Neustart beim Deich- und Hauptsielverband

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Der Deich- und Hauptsielverband Eiderstedt hat einen neuen Geschäftsführer und hofft auf ruhigere Zeiten. Jan Bonse kommt aus Mildstedt und ist Wasserbauingenieur. Er bringt viel Erfahrung mit.

Unbedingt wieder in ruhigeres und gleichmäßigeres Fahrwasser kommen, möchte der Deich- und Hauptsielverband Eiderstedt (DHSV). Kein Wunder, vor genau einem Jahr waren zwei leitende Angestellte ins Visier der Staatsanwaltschaft geraten, es ging um den Verdacht der Untreue. Die beiden wurden sofort beurlaubt. Im Herbst trennte sich der DHSV von diesen beiden Mitarbeitern, um die Abläufe weiter zu gewährleisten, wie Oberdeichgraf Jan Rabeler damals erklärte. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft dauern noch an. Inzwischen ist ein neuer Geschäftsführer gefunden. Es ist Jan Bonse aus Mildstedt.

Der gebürtige Husumer ist Wasserbauingenieur, war zuvor bei einer Papenburger Firma für den Deich-, Siel- und Schöpfwerksbau angestellt und war von 1992 bis 1995 als Baubezirksleiter für das Amt für ländliche Räume in Garding tätig (AlR). Außerdem arbeitete er fünf Jahre für das AlR in Husum. Und was sicherlich auch kein Nachteil ist: Der 53-Jährige snackt ok Platt. Rabeler ist froh, dass ein neuer Mann an Bord ist. „Am 13. August 2013 hatte ich ja die Geschäftsführung kommissarisch übernommen. Für alle Mitarbeiter war es eine hohe Belastung, die beiden fehlenden Stellen aufzufangen.“

Der DHSV ist für die Binnenentwässerung Eiderstedts zuständig. Er betreut zwischen St. Peter-Ording und Koldenbüttel 900 Kilometer Gewässer wie Gräben und Sielzüge sowie die elf Schöpfwerke. Dazu kommen noch 4 500 Kilometer Gräben und Grüppen im Privatbesitz. Eine zweite wichtige Aufgabe ist die Unterhaltung der zweiten Deichlinie, die auf der Halbinsel 110 Kilometer umfasst, mit ihren Stöpen und Mitteldeichsielen. Weitere Aufgaben sind die Gewässerpflege, der Naturschutz und die Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie (Ziel: Wasserqualität verbessern). Außerdem führt der DHSV ein Ökokonto, er stellt also eigene Flächen als Ausgleichsflächen für Baumaßnahmen zur Verfügung. Ferner ist er zuständig für den Einzug der Verbandsgebühren auf Eiderstedt. Jährlich bearbeitet er 10 000 Bescheide. Zudem übernimmt der DHSV auch die Verwaltung für andere Wasser- und Bodenverbände zwischen Elbe und dänischer Grenze. Ganz neu dazugekommen ist die Ortsentwässerung Mildstedt.

Der DHSV beschäftigt sechs Angestellte im Büro sowie sechs Arbeiter im Bauhof. Nach den Erfahrungen aus dem vergangenen Jahr wurde die Lohn- und Gehaltsabrechnung extern vergeben, an die Versorgungs-Ausgleichskasse in Kiel, so Rabeler. Sie betreue auch die Hälfte der Kreise in Schleswig-Holstein.

Ein aktuelles Projekt ist die Einrichtung der Fernsteuerung der Wasserstände in den Sielzügen. Sie soll künftig per Computer vom Verbandsgebäude in Garding aus erfolgen. Das Versuchskaninchen ist der Sielverband Tetenbüllspieker. Als erstes wurden die Pegelsteuerungen aktiviert, damit sind die Wasserstände im Internet ablesbar. Wegen Schwierigkeiten mit dem Planungsbüro, das die Ausschreibungen vorbereiten sollte, sei der Verband noch nicht weiter, wie Rabeler erklärt. Außerdem wird derzeit die Schleuse Rotenspieker erneuert.

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erstellt am 21.Aug.2014 | 10:00 Uhr

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