zur Navigation springen

Umzug frühestens 2018 : Neues Zuhause für die Feuerwehr

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Friedrichstadt unterschreibt den Kaufvertrag für ein früheres Autohaus, dort soll die Feuerwehr einziehen. Der Umzug wird allerdings frühestens Ende nächsten Jahres stattfinden können.

von
erstellt am 09.Feb.2017 | 14:00 Uhr

Die Erleichterung ist Bürgermeister Eggert Vogt anzuhören. „Wir haben den Kauf des Autohauses Friedrichstadt notariell besiegelt“, sagt das Stadt-Oberhaupt. Damit geht die jahrelange Suche nach einem neuen Domizil für die Feuerwache zu Ende. Dort in der Schleswiger Straße, in unmittelbarer Nachbarschaft zur Eider-Treene- Schule, der dänischen Schule und der Treene-Schule, soll die neue Station für die Pflichtwehr gebaut werden. Ob es dann zu einem kompletten Neubau kommen wird, sei aber noch längst nicht beschlossene Sache. „Wir stehen noch ganz am Anfang unserer Überlegungen“, sagt Vogt.

Zum Kaufpreis will der Bürgermeister sich nicht äußern – da müsse er den Verkäufer schützen. Schon seit längerem war das Autohaus ins Visier der Stadt geraten. Es liegt nach Ansicht von Stadtwehrführer Birger Thomsen und Amtswehrführer Tim Petersen nahezu optimal. Im schlimmsten aller Fälle seien nämlich die drei Schulen und auch zwei Kindergärten schnell erreichbar.

Schon lange bemühte sich Friedrichstadt darum, die Wünsche der Stadtwehr zu erfüllen. Denn das bestehende Gerätehaus Am Eiland beherbergt zwar vier Einsatzfahrzeuge, doch reicht der Platz mittlerweile für die vielfältige technische Ausrüstung vorn und hinten nicht mehr aus. Offenkundig wurden diese Probleme, als vor einigen Jahren nach den neuen Sicherheitsregeln eine Abgas-Absauganlage installiert werden sollte. Schließlich werden die Fahrzeuge in der Halle gestartet, und die Auspuffgase sind bekanntermaßen sehr gesundheitsschädlich. Auch die Schutzkleidung findet kaum Platz. Besonders eng wird es, wenn die Aktiven sich vor dem Einsatz in der Wache umziehen. Prekär wird die Situation zudem, wenn das neue Einsatzfahrzeug geliefert wird. Gerade ist die Ausschreibung dafür abgelaufen – und es soll, wenn alles optimal verläuft, noch in diesem Jahr geliefert werden. Der Bürgermeister rechnet allerdings eher mit Anfang 2018 damit. Dann nämlich muss auf den Millimeter genau rangiert werden, um es überhaupt in die vorhandene Garage fahren zu können.

Anfangs wurde noch ein Umbau des Gerätehauses diskutiert. Doch wegen der hohen Kosten wurde diese Idee auch bald wieder verworfen. Schließlich einigte man sich darauf: Eine neue Feuerwache muss her. Die Stadt sicherte sich ein Vorkaufsrecht für ein Areal neben der ehemaligen Eidermühle, doch wurde diese Option mittlerweile wieder zurückgegeben. Vom Kauf des Autohauses schreckte die Stadt hingegen immer wieder zurück, da sich dort früher auch eine Tankstelle befunden hat. Man befürchtete Bodenverschmutzungen.

Dann keimte Hoffnung auf, denn das Land wollte bis zu 68 Prozent der Kosten bei einem eventuellen Bodenaustausch übernehmen. Das sei aber mittlerweile wieder hinfällig sagt Vogt. Er ist aber optimistisch, denn der Tankstellen-Erdtank ist längst ausgebaut. „Nur im Bereich der Werkstatt könnte es eventuell noch zu unliebsamen Überraschungen kommen, doch da auch damals schon ein Ölabscheider eingebaut war, sehe ich der Sache recht entspannt entgegen“, so Vogt.

Nun müssen sich die städtischen Gremien detailliert mit dem Projekt neue Feuerwache befassen. Da stören auch die zwei Mieter nicht, denn deren Verträge sind lediglich mit einer dreimonatigen Kündigungsfrist versehen. Ob der Werkstattbereich abgerissen wird, das Verwaltungsgebäude hingegen stehen bleibt, sei noch nicht entschieden. Vogt selbst könne sich eine Halbe-Halbe-Lösung vorstellen. Zumindest wollen sich die Stadtvertreter jetzt einmal die Feuerwache in Hattstedt ansehen, die dort vor einigen Jahren für rund 750.000 Euro errichtet worden ist.

Der Kauf des Autohauses könnte aber auch ein weiteres gravierendes Friedrichstädter Problem lösen. In der Stadt gibt es nämlich seit der Schließung des ehemaligen Ausflugslokals Großer Garten keinen großen Saal mehr für Veranstaltungen. Nur die Kultur- und Gedenkstätte Ehemalige Synagoge steht dafür mit begrenztem Platz zur Verfügung. „Wenn wir Glück haben, kann die große Ausstellungshalle des Autohauses stehen bleiben und zu einer Art Dörpshuus umgestaltet werden“, sagt Vogt. Diese Option habe man auf alle Fälle fest im Blick.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen