Stadtplanung in Husum : Neues Gesicht für einen alten Bereich

Die Straße ist geprägt durch Häuser ganz unterschiedlicher  Höhe. Viele der Gebäude sind sanierungsbedürftig.
Die Straße ist geprägt durch Häuser ganz unterschiedlicher Höhe. Viele der Gebäude sind sanierungsbedürftig.

Wie soll die Nordbahnhofstraße in Zukunft aussehen? Ein Architekt präsentierte dem Umwelt- und Planungsausschuss mögliche Konzepte. Eins ist jedenfalls sicher: Einen eigenen Parkplatz vor jedem Haus wird es nicht geben.

shz.de von
20. Februar 2014, 12:00 Uhr

Für die Nordbahnhofstraße wird ein Konzept erarbeitet, das als Anleitung zur baulichen Entwicklung und Gestaltung dieses historischen Bereiches der Innenstadt dienen soll. Dies beschloss der Umwelt- und Planungsausschuss in seiner jüngsten Sitzung. Basis hierfür ist eine erste Bestandsanalyse und Bewertung, die vom Architekten und Stadtplaner Rainer Steffens aus Lübeck durchgeführt wurde.

Hintergrund dieses städtebaulichen Vorhabens ist die Absicht eines Eigentümers mehrerer Grundstücke in der Nordbahnhofstraße, diese neu zu bebauen. Bauamtsleiter Rudolf Hölscher wies jedoch auf Probleme hin: „Der gesetzlich vorgegebene Stellplatznachweis ist dort nicht möglich, da die wenigsten Häuser eine Hofzufahrt haben.“ Da für jede Wohneinheit aber ein Stellplatz nachgewiesen werden müsse, seien alternative Möglichkeiten gefragt.

Wie die Straße städteplanerisch gestaltet werden kann, zeigte Steffens anhand von zwei Beispielen aus Lübeck und aus Saintes-Maries de la Mer in Frankreich. „Die Planungszeit betrug in diesen Fällen zwischen fünf und 15 Jahren“, rechnete er vor. Der entsprechende Planungsbereich in Husum sei durch Vorderhausbebauung mit Hinterhofstruktur geprägt und umfasse zum großen Teil Selbstversorgergrundstücke. Die Straße beginne mit zweieinhalbgeschossigen Wohnhäusern, von denen seiner Einschätzung nach einige stark sanierungsbedürftig seien. Ins Auge falle dabei das Hochhaus: „Dieses Gebäude ist die größte Sünde in dieser Straße“, stellte Steffens in seinem Vortrag fest. Die unterschiedlich hoch gebauten Wohnhäuser würden der Straße zudem ein uneinheitliches Bild geben.

Auch er sieht die Parkmöglichkeiten als grundsätzliches Problem an. „Wir können nicht die Möglichkeit schaffen, dass jeder vor der eigenen Haustür einen Stellplatz hat“, so Steffens weiter. Auf einem Platz zusammengefasste Parkmöglichkeiten wären aber eine Option. „Zur Lebensqualität gehört nicht unbedingt das Auto direkt vor der Haustür“, gab der Ausschussvorsitzende Dr. Ulf von Hielmcrone (SPD) zu bedenken. Die Bewohner sollten den Hinterhof auch anders nutzen können. Weiter sprach er sich für eine höhere Bebauung aus.

Einig war sich das Gremium auch darin, die Parzellenbreite der Vorderhäuser beizubehalten. „Der Bauzustand mancher Gebäude ist nicht nur nicht schön, sonder kaum erhaltbar“, stellte Horst Bauer (SPD) fest. Wichtig sei, die Entwicklung des Gesamtbereichs mittels eines Konzeptes zu steuern. Dem konnte Alfred Mordhorst (CDU) nur zustimmen – mit einer Einschränkung: „Wir haben es hier mit einer lichtdurchfluteten Straße zu tun.“ Mit einem durchweg dreigeschossigen Wohnungsbau würde der Bereich den hellen Schein verlieren.

Von Hielmcrone stellte abschließend klar, dass eine vernünftige Planung ihre Zeit brauche. Nach dem Willen des Umwelt- und Planungsausschusses soll die Verwaltung nun einen Bebauungsplan aufstellen.

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