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Mehr Wohnraum für Urlauber : Neues Feriendorf auf Pellworm

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

38 Häuser der Vier-Sterne-Kategorie sollen auf der Insel Pellworm gebaut werden. Die beiden Inselkaufleute übernehmen die Versorgung der Gäste. Straßen wird es dort nicht geben, nur Wege für Elektromobile.

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erstellt am 15.Mär.2016 | 08:00 Uhr

Die Gästezahl soll steigen. Ein Feriendorf mit 38 Häusern in der Vier-Sterne-Kategorie wird rund um den Leuchtturms auf Pellworm entstehen. Laut Bürgermeister Jürgen Feddersen ist auf diesem Areal die vorhandene Infrastruktur zwar begrenzt, doch soll dort ein Kiosk die Versorgung der Gäste sicherstellen. Vorgesehen ist dessen Betrieb in Zusammenarbeit mit den beiden Inselkaufleuten. „Die gesamte Insel soll von dem Projekt profitieren“, erklärt der Gemeinde-Chef. Im Feriendorf sollen ein Empfangsgebäude und ein Waschhaus, aber keine Straßen entstehen. Lediglich Wege wird es geben, auf denen Elektromobile verkehren, beschreibt Feddersen das Projekt.

Der gebürtige Eiderstedter ist seit 2013 Bürgermeister auf Pellworm. Der Zusammenhalt auf der Insel ist dem ehemaligen Kaufmann ein hohes Gut. Seine Tochter hat gemeinsam mit seinem Schwiegersohn sein früheres Geschäft übernommen. Wie auch beim zweiten Kaufmann auf Pellworm sind dort mittlerweile eine Schlachterei und ein Back-Shops integriert. Ferner gibt es auf der Insel auch noch einen Bäcker, acht Gaststätten, zwei Hotels sowie zwei Tischlereien, zwei Heizungs- und Sanitärbetriebe, eine Reederei und eine Volks- und Raiffeisenbank. Dass die Nord-Ostsee-Sparkasse keine Filiale mehr auf Pellworm hat, ist Feddersen ein Dorn im Auge. „Wir hätten nämlich alle Lösungen hingenommen“, betont er. Allerdings besteht die Möglichkeit für die Insulaner, die ihre Bankgeschäfte über die Sparkasse abwickeln wollen, beim Kaufmann Geld vom Konto abzuheben.

Zentrales Thema bleibt aber die ärztliche Versorgung auf der Insel. Feddersen sieht aber noch keinen akuten Handlungsbedarf, da sich der Inselarzt, Uwe Kurzke, auch weiterhin um die 1200 Einwohner kümmert. Der 62-Jährige ist gleichzeitig in Personalunion Notarzt im Rettungsdienst der DRF-Luftrettung Niebüll sowie Badearzt. Dennoch wollen Bürgermeister und Kurzke eine Nachfolge nicht auf die lange Bank schieben. Sie haben Ideen, die auch auf der kommenden Insel- und Halligkonferenz Mitte April auf Sylt besprochen werden sollen. Derzeit ist Pellworm aber noch vergleichsweise gut aufgestellt, denn es gibt zusätzlich den DRK-Rettungsdienst und eine Mutter-Kind-Klinik des DRK-Landesverbands mit ärztlicher Versorgung.

Jürgen Feddersen ist sich seiner Verantwortung bewusst, auch was die Integration von Flüchtlingen angeht. „Wir haben ein Ehepaar mit zwei Kindern sowie eine Frau mit gleichfalls zwei Kindern auf der Insel“, berichtet der Bürgermeister. Die vier Flüchtlingskinder sind in der Schule und im Kindergarten untergebracht. Nachmittags können die Neubürger dann entweder im Sportverein oder in anderen Verbänden kostenlos mitmischen, was der Integration förderlich ist. „Dadurch lernen sie viel schneller unsere Sprache“, sagt Feddersen.

Die Hermann-Neuton-Paulsen-Schule – Gemeinschaftsschule mit Grundschulteil– besuchen 97 Kinder. Zudem hat die Gemeinde Pellworm eine Vereinbarung mit der Stadt Husum getroffen, dass Inselkinder bei Bedarf einen Anspruch auf einen Gymnasialplatz der Stadt haben.

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