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Von Arlewatt nach Breklum : Neues Domizil für die Wildtierhilfe

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Die Wildtierhilfe Nordfriesland hat ein neues Zuhause. Die Gemeinde Breklum stellt ihr ein Gebäude zur Verfügung. Allerdings muss das verwahrloste Haus komplett saniert werden. Dafür werden Geldgeber gesucht.

Tierisch viel zu tun haben einige Mitglieder der Wildtierhilfe Nordfriesland. Sie suchten dringend nach einer zentralen Auffangstation, wo sie verletzte und verwaiste Wildtiere aufnehmen und pflegen können. In Breklum, Dravenhöh 7, ist nun ab März/April die neue Adresse des Vereins. Doch bevor das verwahrloste Gebäude nutzbar ist, muss noch ganz viel passieren.

Die Gemeinde Breklum ist Eigentümerin des Hauses mit einem großen Grundstück. Als es zum Verkauf stand, griff die Gemeinde zu. „Mit Blick auf die Zukunft“, wie Bürgermeister Heinrich Bahnsen betont. Der Entschluss, die Immobilie zu kaufen, hängt mit dem langersehnten Neubau der Bundesstraße 5 zusammen. Die angepeilte Trasse soll direkt neben dem Grundstück verlaufen. Sollte es so kommen, und davon geht der Bürgermeister aus, könnte das 2000 Quadratmeter große Grundstück mit in ein kleines Gewerbegebiet integriert werden, dass dort geplant ist. „Mit dieser Perspektive war der Kauf eine sinnvolle Investition“, ist Heinrich Bahnsen überzeugt.

Da bis zur Realisierung des B5-Projektes noch etliche Jahre ins Land gehen werden, schloss die Gemeinde mit der Wildtierhilfe einen Nutzungsvertrag auf fünf Jahre, mit der Option, das Haus in Ordnung zu bringen und es in Eigenregie zu bewirtschaften. In der Gemeindevertretung gibt es dazu einen einstimmigen Beschluss, Mitglied Frank van Bahlen hatte die Idee zu dem Projekt. Außerdem gaben die Nachbarn ihren Segen für das Vorhaben der Station.

„Wir waren sehr erschüttert über den Zustand des Hauses, im Prinzip war nichts darin mehr nutzbar“, so der Bürgermeister. Beim jüngsten Besuch war er allerdings erstaunt darüber, wie fleißig die ehrenamtlichen Mitglieder der Wildtierhilfe bereits waren. Etliche Ladungen Sperrmüll und anderer Müll waren weitgehend entsorgt und die Räume wieder begehbar. Kalt war es allerdings, denn die Heizung ist kaputt.

„Wir arbeiten uns warm“, sagte die zweite Vereinsvorsitzende Iris Wilms und lachte hoffnungsvoll. Ihr bleibt auch kaum etwas anderes übrig, denn sie möchte sich dort künftig nicht nur den Tieren widmen, sondern auch mit ihrer Familie in dem Haus wohnen. Für die tierischen Patienten ist das natürlich der Idealfall, denn so kann sich die zweite Vorsitzende jederzeit um sie kümmern.

Da der Verein nicht der mitgliederstärkste seiner Art ist, wird Hilfe aller Art benötigt. Wie gesagt, das Haus ist derzeit nicht bewohnbar, weil sanitäre Einrichtungen, Küche und vieles mehr fehlen, und deshalb ist die Wildtierhilfe dringend auf Unterstützung angewiesen. „Wir können vieles, vor allem anpacken. Allerdings brauchen wir auch einiges, um für die Tiere eine Zukunft zu schaffen“, so Iris Wilms: eine Kochgelegenheit, um Futter zu bereiten, Container für den nach und nach entstehenden Bauschutt, Dachpappe fürs Garagendach, damit es nicht mehr in den geplanten Lager- und Vorratsraum regnet, eine Fachfirma für Erdarbeiten rund ums Haus, eine Nebeneingangstür für die Station, Fliesen für die Quarantänestation, Waschmaschine und Trockner für die Handtücher der Station und viele Dinge mehr. „Wir sind über jede Sach- und Geldspende dankbar. Auch über Firmen, die uns sachkundig zur Seite stehen. Ganz wichtig ist ein Elektriker, der uns hilft“, macht sie deutlich.

Seit 2013 gibt es die Wildtierhilfe mit dem Zusatz Nordfriesland. Vorher engagierten sich die Mitglieder in der Wildtierhilfe Arlewatt. Deren Gründer verließen den Verein aus persönlichen Gründen und damit war die dortige Station verloren. Jährlich waren dort mehr als 300 Wildtiere aufgenommen, aufgepäppelt und wieder in die Freiheit entlassen worden. Der Bedarf ist also vorhanden. „Wir machen niemandem einen Vorwurf, der ein Tier angefahren hat und es vorbeibringt. Wilde Tiere können nun einmal vor Fahrzeuge laufen. Wenn das passiert, bitte nicht weiterfahren, sondern anrufen. Entweder bei uns oder der Polizei“, so Iris Wilms. Der Verein ist gut vernetzt – mit Tierärzten, Tierheimen und der Polizei.

Sobald alle Arbeiten an dem Haus vollendet sind, wird es einen „Tag der offenen Tür“ geben. Bis dahin sind die ehrenamtlich tätigen Mitglieder gefragt. Jeder kann Mitglied werden oder spenden. Auch Bürgermeister Heinrich Bahnsen will Mitglied in der Wildtierhilfe Nordfriesland werden.


Iris Wilms gibt Auskünfte unter Telefon 0179/4327769.

Das Spendenkonto ist eingerichtet unter:

IBAN DE09217625500009456813,

BIC GENODEF1HUM.

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