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Husum als Vorreiter : Neuer Schub für die touristische Entwicklung

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Der Fremdenverkehr ist ein vordringliches Thema: Politik und Verwaltung legten erste Schritte zur Verbesserung der Infrastruktur fest. Eine Bestandsaufnahme soll als Grundlage für ein Entwicklungskonzept Ziele und Schwerpunkte aufzeigen.

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erstellt am 31.Jan.2014 | 12:00 Uhr

Die touristische Entwicklung Husums soll angekurbelt werden. Und das auf der breitestmöglichen Basis, also mit allen dafür zur Verfügung stehenden Ressourcen. Darauf hat sich der Hauptausschuss jetzt im Rathaus verständigt – unabhängig von den ähnlich lautenden Signalen, die beim jüngsten Wirtschaftsstammtisch ausgesendet worden waren (wir berichteten).

Auf die Tagesordnung gebracht hatte das Thema Bürgermeister Uwe Schmitz – mit Hinweis auf die im vergangenen Jahr vorgenommene Änderung der städtischen Hauptsatzung, wonach der Hauptausschuss neuerdings auch für den Tourismus zuständig ist. Seit Gründung der Gesellschaft für Tourismus- und Stadtmarketing Husum (TSMH) Anfang des Jahrtausends war dieser Bereich mehr oder weniger vom Tableau mit den städtischen Aufgaben verschwunden.

TSMH-Geschäftsführerin Jutta Albert hatte bereits am 22. August im Hauptausschuss einen Sachstandsbericht zur Bildung einer Lokalen Tourismus-Organisation (LTO) abgegeben. Demnach ist Nordfriesland in sogenannte touristische Regionen aufgeteilt: Nordfriesland-Tourismus (NFT – Amt Mittleres Nordfriesland, Amt Südtondern), Eiderstedt und Husum (Husumer Bucht, Nordstrand, Pellworm). Eine touristische Ausrichtung kann nur regionsweise erfolgen. Husum hat sich bereit erklärt, für die Region mehr Verantwortung und eine Vorreiterrolle zu übernehmen. Laut Zeitplan der LTO soll in den kommenden zwei Jahren ein kollektives Marketing auf den Weg gebracht werden. Die Beteiligten gehen davon aus, dass es mit einer gemeinsamen regionalen Ausrichtung – realistisch betrachtet – wohl noch eine Dekade dauern wird. Die Beteiligung an diesem Prozess ist jedoch erforderlich, da es sonst keinerlei Fördermittel mehr gibt. Vor diesem Hintergrund hatte die Stadtvertretung am 12. Dezember denn auch dem Konzept für die LTO zugestimmt. Derzeit werden hinter den Kulissen konzertierte Überlegungen angestellt, wie sich auch die Halligen einbinden lassen.

So weit, so gut. Auch Fraktionen wie die SPD, die CDU und die Wählergemeinschaft haben die touristische Entwicklung mittlerweile als eines der vordringlichen Themen eingestuft – und dazu auch schon den einen oder anderen Vertreter aus der Wirtschaft als Sitzungsgast begrüßt. Die Gedanken gehen dabei längst über die Frage hinaus, wie die Dockkoogspitze als Naherholungsgebiet für den Fremdenverkehr attraktiver gemacht werden kann. Das Erscheinungsbild Schobülls steht ebenso im Fokus wie der Zustand des Hallenbades oder das gastronomische Angebot.

„Wir haben uns um die Infrastruktur zu kümmern – dessen müssen wir uns bewusst bleiben und weiter werden“, sagte Schmitz. Allerdings bräuchten bauliche Eingriffe, die in diesem Zusammenhang erforderlich seien, nicht gleich in der nächsten Woche auf den Weg gebracht zu werden. „Wir müssen an dieser Stelle nicht die Welt retten!“ Grundsätzlich gehe es darum, „als Stadt in Gänze auf Dauer zukunftsfähig zu bleiben“, so der Bürgermeister: „Wir müssen selbst die Initiative ergreifen und dürfen uns nicht von anderen durchs Dorf treiben lassen.“

Für die nächste Hauptausschuss-Sitzung kündigte der Verwaltungs-Chef eine Bestandsaufnahme an. Daraus ließe sich dann die bauliche Situation etwa der touristischen Einrichtungen in Schobüll oder des Hallenbades in der Flensburger Chaussee ableiten – und möglicher Handlungsbedarf. Am Ende müsse man sich konzeptionell darüber Gedanken machen, ob die Stadt selbst Geld in die Hand nehmen kann und soll. Was das Hotel-Angebot betrifft, so habe die TSMH eine Ausschreibung für eine Bedarfsanalyse in Auftrag gegeben. Laufzeit: drei Monate.

„Die Notwendigkeit, konzeptionell vorzugehen, liegt auf der Hand“, sagte Horst Bauer (SPD). „Aus der Bestandsaufnahme müssen sich Ziele ergeben und daraus wiederum Schwerpunkte, damit wir uns nicht verzetteln.“ Die Vertreter der anderen Fraktionen begrüßten die Ausrichtung ebenso – Tenor: Alle ziehen an einem Strang und holen sich gegebenenfalls externe Hilfe.

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