zur Navigation springen

Naturschutz : Neuer Lebensraum für Wiesenvögel

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Von der neuen Biotopfläche in Hollingstedt profitieren außerdem Amphibien und die Gemeinde selbst.

In Hollingstedt soll ein Paradies für Vögel entstehen. Hier wird ein intensiv genutztes zwei Hektar großes Feuchtgrünland, das sich im Eigentum der Gemeinde befindet, umgewandelt in eine extensiv genutzte Fläche mit Flachwasserbereichen. Das Gebiet soll als Brut-und Rastgebiet für Wiesenvögel, Sommerlebensraum für Amphibien und Nahrungsbiotop für Weißstörche dienen. Diese Grünlandfläche liegt in der Niederung der Rheider Au und schließt an die Biotopachse „Rheider Au“ des Schutzgebiets-und Biotopverbundsystems Schleswig-Holstein an. Die Niederung ist Brut- und Rastgebiet von Wiesenvögeln.

In den vergangenen Jahren wurden in der Umgebung und auf der Fläche selbst regelmäßig Kiebitzbruten festgestellt, die im Rahmen des Artenschutzprogrammes „Gemeinschaftlicher Wiesevogelschutz“ geschützt wurden. In etwa einem Kilometer liegt Hollingstedt mit drei Storchennestern. Die dort brütenden Störche nutzen die Niederung zur Nahrungsaufnahme.

Die Hollingstedter Jäger sind Mitglied im Verein Kuno (Kulturlandschaft nachhaltig organisieren) und führen regelmäßig Zählungen der Vogelwelt durch. Die wichtigste Aufgabe für den Verein ist jedoch, alles dafür zu tun, den Lebensraum der Vogelwelt auch tatsächlich zu erhalten. Dies ist nur durch eine enge Kooperation mit den Landwirten möglich. Die Hollingstedter Jägerschaft war sich einig, dass die Attraktivität der Fläche als Brut-, Rast- und Nahrungsgebiet verbessert werden könnte durch eine extensive landwirtschaftliche Nutzung, verbunden mit Biotopmaßnahmen zur Wasserhaltung.

Die Vorgespräche, die die Jäger mit der Unteren Naturschutzbehörde, Kuno und der Gemeinde Hollingstedt führten, signalisierten, dass solch ein Vorhaben unterstützt werden würde. Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit, diese Maßnahme in das sogenannte Ökokonto gemäß dem Bundesnaturschutzgesetz aufzunehmen. Dies bedeutet für die Gemeinde, dass sie Ökopunkte sammelt, die sie für Ausgleichsflächen verwenden kann und dadurch finanzielle Mehreinnahmen hätte.

Die Gemeindevertretung stimmte zu und übertrug die Patenschaft für diese Maßnahme den Hollingstedter Jägern, die dieses Vorhaben mitgestalten und auch nach der Fertigstellung aktiv begleiten. Truels Hansen, Hans-Jürgen Petersen und Hans-Jürgen Hoffmann stellten die Anträge über das Amt an die Entscheidungsträger, führten viele Gespräche mit den Behörden, und in einem sehr kurzen Zeitraum lagen die Genehmigungen vor. Auch die Ökopunktezahl ist auf dem Ökokonto eingetragen.

So konnten die Bauarbeiten beginnen. Die zwei rund 380 Meter langen Begrenzungsgräben wurden einseitig abgeschrägt. Die Erfahrungen beim „Gemeinschaftlichen Wiesenvogelschutz“ haben gezeigt, dass die jungen Kiebitze, Brachvögel und Uferschnepfen beim überqueren der Gräben zum Teil ertrinken, weil sie die steilen Ufer nicht erklettern können.

Weiterhin wird eine zirka 200 Meter lange Blänke mit Wassergräben und beiderseits abgeschrägten Profilen erstellt, die auch trockenfallen können. Nachgesät wird mit feuchtwiesentypischem Regiosaatgut, damit sich eine artenreiche und standorttypische Grünlandnarbe entwickelt. Diese Ökofläche wird dann extensiv mit Auflagen bewirtschaftet. „Bei einer Begehung nach den Baggerarbeiten waren viele Spuren von Vögeln im abgelagerten Boden zu erkennen. Ein Zeichen dafür, dass diese Fläche schon angenommen wird“, so die betreuenden Jäger.

Die Kosten für diese Pflegemaßnahme belaufen sich auf rund 6000 Euro. Durch die hohe Zahl an Ökopunkten, die die Gemeinde verkaufen kann, sind die Kosten abgesichert.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen