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Husumer Nachrichten

22. August 2017 | 00:18 Uhr

Zukunftssicherung : Neuer Klinik-Landeplatz

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

4,5 Millionen Euro investiert der Kreis in einen neuen Hubschrauberlandeplatz auf dem Dach der Klinik in Husum. Dann müssen Patienten nicht mehr im Freien weitertransportiert werden.

Fünf lange Jahre wurde diskutiert – jetzt ist die Entscheidung gefallen. Die nordfriesischen Kreistagsabgeordneten haben einstimmig beschlossen, für einen Hubschrauberlandeplatz auf dem Dach der kreiseigenen Klinik in Husum 4,5 Millionen Euro zur Verfügung zu stellen.

Florian Lorenzen, Vorsitzender des Finanz- und Bauausschusses, verwies in der Sitzung in Husum darauf, dass auch die Arbeitsgruppe für die gemeinnützige Klinikum Nordfriesland GmbH eine entsprechende Empfehlung abgegeben hat. Diese basiert ebenfalls auf einem Gutachten zur flugbetrieblichen Beurteilung des Hubschrauberlandeplatzes bei der Klinik in Husum. Als Fazit ist darin nachzulesen, dass der Landeplatz in der bestehenden Form nicht weiter betrieben werden kann. Grund: Es gibt keine ausreichende Notlandefläche. Und die hierfür erforderlichen Mindestmaße von 75 mal 15 Metern könnten aufgrund der Gebäude und des Parkplatzes in der Umgebung nicht erreicht werden.

Im Finanz- und Bauausschuss war zunächst ein Ideen-Wettbewerb ausgerufen worden, um auf dem Landeplatz ein neues Verwaltungsgebäude mit Dach-Platz für Rettungshubschrauber zu errichten. Der Aufsichtsrat des Klinikums sprach sich kurz danach jedoch dafür aus, die Luftretter direkt auf dem Klinikgebäude landen zu lassen. Das Hauptargument des Gremiums: Die Klinik in Nordfrieslands Kreisstadt soll als Unfallkrankenhaus „attraktiv“ bleiben und dazu passt es nicht, dass die Patienten einen Weitertransport im Freien – sogar über eine Straße – in Kauf nehmen müssen. Dies ist von 2015 an ohnehin „zwingend ausgeschlossen“, wenn die Klinik zum „Verletztenartenverfahren“ der Berufsgenossenschaften zugelassen sein möchte. Das Verfahren bedeutet, dass berufsgenossenschaftlich versicherte Patienten (Arbeits- und Schulunfälle) fachärztlich in Husum behandelt werden dürfen.

Zeitdruck ist zwischenzeitlich durch EU-Recht entstanden: Vom 28. Oktober an dürfen Flugbetreiber Landeplätze, die den Mindestanforderungen nicht entsprechen, nicht mehr anfliegen. Um den Fortbestand ihres Husumer Platzes nicht grundsätzlich zu gefährden, hat sich die Kreispolitik deshalb schnell zu der teuren, aber alternativlosen Entscheidung durchgerungen. Bauherr des neuen Landeplatzes wird das Klinikum sein. Die Gelder fließen in gleich hohen Teilbeträgen 2015 und 2016 als zweckgebundene Einzahlung in die Kapitalrücklage.

„4,5 Millionen Euro sind kein Pappenstiel“, betonte der SPD-Abgeordnete Carsten-F. Sörensen – und fasste das Thema Norddeutsch zusammen: „Wat mutt, dat mutt.“ Sörensen erinnerte daran, dass die Husumer Klinik auch Notfallversorgungszentrum für die Inseln und Halligen ist. Sein SSW-Kollege Niels Schardelmann-Bendixen erklärte, dass Luftrettung einen „immer größeren Raum“ einnimmt. Für ihn ist die hohe Investition deshalb eine Zukunftssicherung für das Haus.

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erstellt am 01.Okt.2014 | 07:00 Uhr

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