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B5-Ausbau : Neuer Anschluss ist schon mal geplant

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Im Zuge des B5-Ausbaus soll die Gemeinde Horstedt durch eine zweite Anbindung vom Durchgangsverkehr entlastet werden.

In Horstedt ist im Zuge des Ausbaus der Bundesstraße 5 der Neubau einer Anschluss-Stelle zur Kreisstraße 2 (Hattstedter Straße) geplant. Baulastträger soll der Kreis Nordfriesland sein. Eine entsprechende Verwaltungsvorlage passierte den Finanz- und Bauausschuss sowie den Wirtschaftsausschuss. Der Kreistag wird sein Okay dazu am 6. Oktober geben. Allerdings steht und fällt der Beschlussvorschlag mit vier Voraussetzungen – sollte sich bereits eine davon nicht erfüllen lassen, beraten die Kreisgremien über das Projekt neu.

Zu den Vorgaben gehört, dass die derzeit auf anderthalb Millionen Euro geschätzten Kosten für den Bau und den Grunderwerb höchstens 1,9 Millionen Euro betragen dürfen – und vom Land bis zu 75 Prozent gefördert werden. Dazu kommt, dass der verbleibende Eigenanteil – inklusive Ablöse- und Planungskosten – zur Hälfte durch kommunale Partner getragen wird. Und schließlich soll die Finanzierung des Kreisanteils noch aus Infrastrukturmitteln (§ 15 Abs. 4 Finanzausgleichsgesetz) erfolgen.

„Das Thema beschäftigt uns schon seit Jahren“, erklärte Landrat Dieter Harrsen dazu in der jüngsten Sitzung des Wirtschaftsausschusses. Er habe diesbezüglich bereits mit dem neuen Verkehrsminister des Landes, Bernd Buchholz (FDP), ein erstes Gespräch geführt: „Dabei ist mir versichert worden, dass der Ausbau der B 5 weiterhin Priorität genießt.“ Die jüngst im Zuge des Regierungswechsels geführten Diskussionen über den tatsächlichen Stand der Planungen für den Weiterbau der Autobahn 20 seien nicht auf die B 5 übertragbar, so Harrsen: „Mit dem Planfeststellungsbeschluss ist 2018 zu rechnen.“

Im optimalen Fall könnte der Baubeginn für die sich nördlich an die Ortsumgehung Husum anschließende Verlegung der B 5 zwischen Hattstedt und Bredstedt Ende 2017 erfolgen, heißt es in diesem Zusammenhang gar in der Vorlage. Dazu müsste das Planänderungsverfahren für die Maßnahme, die im Bedarfsplan für die Bundesfernstraßen als vordringlich eingestuft ist, rechtzeitig abgeschlossen sein. Dann hängt der Startschuss noch von der Bereitstellung der erforderlichen Mittel durch den Bund und dem Verlauf eines anhängigen Klageverfahrens ab.

Durch den Bau der Ortsumgehung wird sich auch die Anbindung des untergeordneten Straßennetzes und der Gemeinden entlang der Neubaustrecke grundlegend ändern, heißt es weiter. So soll nördlich der bestehenden Anschluss-Stelle Horstedt  /  Drelsdorf eine weitere Anknüpfung planerisch auf den Weg gebracht werden – die dürfe aber abstimmungsgemäß nicht mit Bundesmitteln verwirklicht werden.

Es sei zu befürchten, dass aus Süden kommende Verkehrsteilnehmer mit Ziel Hattstedt, Wobbenbüll, Nordstrand und Pellworm über Husum beziehungsweise die südliche Anschluss-Stelle durch Horstedt auswichen. Dort passierten sie dann den bestehenden Schulweg – und am Einmündungsbereich der durch den Ort führenden K 2 käme es aufgrund des Engpasses zu Verzögerungen und einem zusätzlichen Gefahrenpunkt.

Dazu ist in der Verwaltungsvorlage auch die Rede vom Gewerbegebiet in Horstedt, in dem sich ein Lkw-Rasthof mit 30 Stellplätzen und einer Waschhalle ansiedeln will – und das von den Lastwagen nur mit den geschilderten Schwierigkeiten durch den Ort erreicht werden könnte. Unter diesen Umständen würde der Rasthof voraussichtlich gemieden und damit für den Investor wirtschaftlich uninteressant werden.

Nachdem das Verkehrsministerium des Landes im Februar 2016 mitgeteilt habe, dass die Voraussetzungen dafür geschaffen worden seien, um das Vorhaben „aus dem Gemeindefinanzierungsgeschäft“ zu fördern, geht es darum, mit den kommunalen Partnern die Finanzierung des Eigenanteils zu klären. Ergebnis: Bei selbstverordneten Maximalkosten in Höhe von 1,9 Millionen Euro ist der Kreis mit rund 563  000 Euro dabei. Die gleiche Summe hätten die Gemeinden Horstedt, Hattstedt, Wobbenbüll, Nordstrand und Pellworm sowie die Stadt Husum unter sich aufzuteilen.

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erstellt am 31.Jul.2017 | 09:30 Uhr

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