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St. Peter-Ording als Dienstleister : Neuer Anlauf für Eiderstedt-Marketing

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Nach einer großen gemeinsamen Lösung für die Halbinsel sieht es nicht mehr aus – stattdessen könnte St. Peter-Ording künftig die Aufgabe komplett als Dienstleister übernehmen. Der Tourismus-Ausschuss hat sich jedenfalls dafür ausgesprochen.

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erstellt am 13.Apr.2014 | 18:00 Uhr

Es zeichnete sich schon im vergangenen Herbst ab, dass es mit der geplanten Neuordnung des Tourismus-Marketings auf Eiderstedt nicht so schnell etwas werden würde. Nun besteht sogar die Möglichkeit, dass es gar keinen gemeinsamen Dachverband mehr geben könnte.

Eigentlich sollte die bisherige Organisation, die Tourismus-Zentrale Eiderstedt (TZE), zum 31. Dezember 2013 aufgelöst werden. An ihre Stelle sollte eine Lokale Tourismus-Organisation (LTO) treten unter der Geschäftsführung von St. Peter-Ording. Nur eine LTO erhält künftig vom Land noch touristische Fördergelder. Zentral von dort sollte das überregionale Marketing für die Halbinsel gebündelt werden. Ein zweiter Bereich wäre die Betreuung der Tourismusvereine vor Ort gewesen. Beim Start des Umwandlungsprozesses vor zwei Jahren hatte alles noch rosig ausgesehen. Die ländlichen Gemeinden Eiderstedts hatten ihre früheren Vorbehalte gegenüber St. Peter-Ording abgelegt und sich für eine Zusammenarbeit ausgesprochen. Doch dann, im September 2013, sprach sich die Stadt Garding dafür aus, eine eigene Tourist-Information zu behalten und stellte zum 1. Februar Simon Albertsen als Stadtmarketing-Koordinator ein. Das sorgte für Irritationen. Und dann gerieten die Verhandlungen über die konkreten Rahmenbedingungen ins Stocken. Die für Mitte November geplante TZE-Mitgliederversammlung wurde ganz kurzfristig abgesagt. Die Vertreter St. Peter-Ordings sahen vor einer Beschlussfassung über die LTO noch größeren Beratungsbedarf zu Marketingrahmen, praktischer Umsetzung und Finanzierung, außerdem wurde ein Marketing- und Wirtschaftsplan gefordert. Aus der Auflösung der TZE zum 31. Dezember wurde also nichts.

Wie es nun weitergehen kann, das stellte Frank Simoneit vom Institut für Management und Tourismus (IMT) der Fachhochschule Westküste in der jüngsten Sitzung des Tourismus-Ausschusses von St. Peter-Ording vor. Das Institut hat den Prozess von Anfang an begleitet. Ein wichtiger Termin: Denn, wenn schon dieser Ausschuss sein Ja verweigerte, müsste gar nicht weiter über eine LTO auf Eiderstedt nachgedacht werden. Schließlich ist St. Peter-Ording mit knapp 2,1 Millionen Übernachtungen das touristische Zugpferd der Region. Simoneit betonte, dass
St. Peter-Ording mit Tating und Tümlauer-Koog bereits eine LTO sei.

Es wird nicht mehr ewig weiter verhandelt werden. „In den nächsten sechs Wochen ist der Prozess abgeschlossen. Dabei wird St. Peter-Ording eine zentrale Rolle spielen.“ Das IMT hat ein Konzept erarbeitet und bereits im Werbeausschuss der TZE vorgestellt. Tönning und Friedrichstadt zeigten sich überzeugt, Garding wollte keine Kommentar abgeben, wie Werner Domann berichtete, er sitzt für das Nordseebad in diesem Gremium.

Demnach wird St. Peter-Ording in Sachen Marketing Angebote an die Region machen, es wird keine gemeinsame Organisation mehr geben, sondern nur noch eine projektbezogene Finanzierung, wie Simoneit erklärte. St. Peter-Ording wird Strategie und Marketingmaßnahmen vorschlagen. Das Angebot werde sich in Basis- und On-Top-Leistungen teilen. Die Basis umfasst überregionale Interessenvertretung und Marketing sowie die Veranstaltungskoordination. Die On-Top-Leistungen würden zusätzlich die Zimmervermittlung, die Produktentwicklung, die Online-Werbung, Veranstaltungen, Messen und Vertrieb umfassen, so der Vorschlag des Instituts. Die Gemeinden könnten selbst entscheiden, welche Leistungen sie einkauften. Aufzubringen wären von den Beteiligten bei einer LTO aber auf jeden Fall mindestens 100.000 Euro pro Jahr.

Der Tourismus-Ausschuss zeigte sich von dem Konzept angetan und stimmte zu. Nun soll es in der erweiterten Vorstandssitzung der TZE am 23. April vorgestellt werden, eine Mitgliederversammlung ist für Juni vorgesehen. Sollte alles im Sande verlaufen, hat St. Peter-Ording vorgesorgt, es hat seine TZE-Mitgliedschaft zum 31. Dezember 2014 gekündigt. Auch der andere große Beitragszahler, Tönning, hat gekündigt, zu Ende 2015.

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