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Einwohnerversammlung : Neue Windkraftanlagen für Sollwitt

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Die Gemeinde Sollwitt informierte über Pläne für neue Windkraftanlagen. Zwei oder drei Bürgeranlagen sollen errichtet werden. Um die Planungen anzuschieben, müssen 100.000 Euro Risikokapital gesammelt werden.

Wenn es um die Windkraft geht, dann kommen viele Bürger zur Einwohnerversammlung. Sollwitts Bürgermeister Thomas Hansen hatte die Bürger zu einer Informationsveranstaltung in die Gastwirtschaft Friedensburg in Löwenstedt eingeladen. Dort informierte Hansen darüber, dass zwei weitere Bürgerwindpark-Anlagen nahe Pobüll und Haselund errichtet werden sollen. Eigentlich sollte dies in Verbindung mit einem Repowering geschehen, doch nun wird es auf Grund von juristischen Gründen in Eigenregie angestrebt.

Die vorgesehene Fläche sei bereits seit Jahren von der Gemeinde gepachtet, um so einen Windpark durch Fremdinvestoren zu verhindern. „Wir stehen erst ganz am Anfang mit den Planungen, die genauen Standorte für zwei bis drei Mühlen sind daher noch nicht spruchreif“, so der Bürgermeister. Auch stellte er klar, dass die Gemeinde nur den Anstoß für einen weiteren Bürgerwindpark geben wird. Die Bauleitplanung müsse durch eine neu zu gründende Bürgerwindparkgesellschaft umgesetzt und finanziert werden. Über das weitere Vorgehen berichtete Gemeinderats-Mitglied Hans-Dieter Hansen und Geschäftsinhaber von H&P Steuerberatungsgesellschaft mbH in Viöl. Als erstes müsse eine Interessengemeinschaft gegründet werden, damit die Planung begonnen und ein Bauantrag gestellt werden könne. Hierfür müssten die Mitglieder der Interessengemeinschaft einen finanziellen Grundstock von bis zu 100.000 Euro schaffen, so der Gast aus Viöl. „Es muss ihnen bewusst sein, dass die Einlagen als Risikokapital eingestuft werden muss“, so Hansen weiter. Zu diesem Zeitpunkt sei nämlich noch nicht klar, ob aus dem Vorhaben tatsächlich etwas werde. Im schlimmsten Fall könne dieses Kapital weg sein, ohne dass auch nur ein Stein gesetzt worden sei, stellte der Steuerberater unmissverständlich klar. Darüber müssten sich die Interessenten im Klaren sein. Werde der Bauantrag genehmigt, müsse als nächster Schritt eine GmbH & Co.KG gegründet werden. Darin müssten dann die Mitglieder der Interessengemeinschaft aufgenommen werden. Zu den ersten Aufgaben gehöre die Erstellung eines Verkaufsprospektes, was zu den gesetzlichen Auflagen gehöre. Auch über die immens hohen Kosten informierte Hans-Dieter Hansen die Einwohner. „Wir gehen davon aus, dass die Investitionskosten für drei Mühlen bei etwa 13 Millionen Euro liegen.“ 15 bis 20 Prozent Eigenkapital müsse die eigens dafür gegründete Gesellschaft vorlegen, das seien etwa 2,3 Millionen Euro. Aus heutiger Sicht sei das Projekt Bürgerwindpark seiner Ansicht nach aber wirtschaftlich.

Ein weiteres Thema war die Errichtung eines Dorfgemeinschaftshauses. Nachdem die Gastwirtschaft Erichsen geschlossen und bisher kein neuer Betreiber gewonnen werden konnte, beschäftigt sich der Gemeinderat mit der Idee eines Dorfgemeinschaftshauses. „Der Vorschlag, die Schule anzumieten, wurde von uns fallen gelassen“, berichtete der Bürgermeister. Vielversprechend sei der Vorschlag, das Dorfgemeinschaftshaus mit einem Feuerwehrgerätehaus zu verbinden. Um Fördergelder über die Aktiv-Region zu erhalten, müsse eine vielseitige Nutzung nachgewiesen werden. Dabei listete Hansen mehr als 100 verschiedene Veranstaltungen übers Jahr verteilt auf. Vom Altennachmittag bis hin zum Lottoabend reicht die Palette. „Wir sind für jede weitere Idee dankbar.“ Die Kosten stünden noch nicht fest, doch könnte mit einem 50-prozentigem Zuschuss gerechnet werden.


 

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