Mehr Sicherheit und Freiheit : Neue Wege in den Kögen

Zwischen Radweg und Fahrbahn hinter Dirk Albrecht wird partiell Weggrant eingearbeitet, damit sich Lastwagen nicht festfahren.
Zwischen Radweg und Fahrbahn hinter Dirk Albrecht wird partiell Weggrant eingearbeitet, damit sich Lastwagen nicht festfahren.

Gemeindevertreter der Reußenköge beschließen, Laternen vor der alten Schule zu installieren und den Landschaftsplan zu modifizieren. Über 10.000 Euro werden für die Badestellen-Modernisierung in Lüttmoorsiel investiert.

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21. Juli 2015, 09:00 Uhr

Per Rad durch die Köge geht es nach Fertigstellung des Fahrradweges künftig einfacher. Nun sollen zudem vor der Alten Schule am Sophien-Magdalenen-Koog drei Laternen installiert werden, beschloss der Gemeinderat in der jüngsten Sitzung einstimmig. Die Lampen werden analog zu den bisherigen Leuchten bei Bedarf zur Schulzeit und bei Festlichkeiten in der Koogshalle leuchten. Der Bürgermeister Dirk Albrecht wurde von Anwohnern angesprochen, ob nicht im Bereich der Schule Laternen installiert werden können. „Drei müssten es sein, hat der Bauausschuss erarbeitet“, berichtet das Gemeindeoberhaupt. Im Rahmen einer Ortsbegehung wurden die Standorte ermittelt, berichtet Albrecht. Die Installation soll zwischen dem Fahrradweg und dem Grundstück erfolgen. „Dabei hätte es Sinn, LED-Leuchtmittel zu verbauen“, so der Bürgermeister.

Ferner soll zur Sicherheit im Zuge des des Bauprojekts partiell Weggrant zwischen Radweg und Fahrbahn verwendet werden, um vorzubeugen, dass sich Lastwagen festfahren. Schotterrasen würde erst interessant werden, wenn eine Verbreiterung der Straße anstehe, war sich der Gemeinderat einig. Jedoch muss laut Bürgermeister auch bei Umsetzung von Weggrant Vorsicht walten, da die Glasfaserleitung nicht professionell verlegt wurde, gibt Albrecht zu bedenken. Die Investitionskosten exklusive der Laternen liegen bei knapp 60.000 Euro. „Die Leuchten selber kommen allerdings noch obendrauf“, betont der Bürgermeister.

Mehr als 10.000 Euro will der Gemeinderat auch für die Modernisierung der Badestellen in Lüttmoorsiel investieren. Der Zweckverband Beltringharder Koog soll fünf Strandkörbe von diesem Geld anschaffen. Zudem sollen die Verantwortlichen des Zweckverbands auch die Schlüsselübergabe verwalten. Derzeit sind in Lüttmoorsiel die Sitzmöglichkeiten begrenzt. Als Vorbild gilt Holmer Siel. Dort stehen direkt hinter dem Deich am Zaun Strandkörbe, die vermietet werden. Der Struckumer Bauhof soll logistische Aufgaben übernehmen.

Um Verschiebungen ging es vorab im Gemeinderat bei der Änderung des Landschaftsplanes. Als Fachfrau stimmte Anne Langen vom Büro Olaf (Ortsentwicklung, Landschafts- und Freiraumplanung) aus Wester-Ohrstedt ihre Ergebnisse mit den Gemeindevertretern ab. Für die Diplom-Ingenieurin seien aufgrund der vertikalen Wahrnehmung der Windmühlen, die Sichtachsen nicht mehr zu erkennen. Daher soll als Ziel der Gemeinde Reußenköge – im Zuge der bundesweiten Umstrukturierung – die exponierte Lage der Köge für die Windenergie zu nutzen. Sowohl im Cecilienkoog, der noch nicht stark verbaut ist, als auch in den weiteren Kögen würden weitere Mühlen nicht stören, war die einhellige Meinung.

„Der Landschaftsplan hat keine rechtliche Wirkung“, verdeutlicht der Bürgermeister, „aber die Landesregierung legt den Plan als Schablone schon darüber, um Tabukriterien in harte und weiche Ausschlüsse zu definieren“, fügt er hinzu. Es hätte nichts direkt mit dem Bau von Windkraftanlagen (WKA) zu tun, aber der Landschaftsplan sollte novelliert werden, weil sich die Gemeinde tendenziell in früheren Bauvorhaben bei einigen Kriterien des bestehenden Plans in Grauzonen bewegt hätte.

Im Sophien-Magdalenen-Koog wurden mögliche Bebauungspläne aufgrund der Seeadlerpopulation und der Flugzonen der Vögel gestrichen. „Dass wir in den Kögen noch mehr Windkraftanlagen aufstellen können, hat eine Wahrscheinlichkeit von unter 50 Prozent“, vermutet der Bürgermeister. Dennoch bleibt für die Diplom-Ingenieurin Potenzial bestehen, wenn die küstenparallele Sichtachse nicht mehr freigehalten würde. Die Gemeindevertreter beschlossen einstimmig, die bisherigen Sichtachsen des Landschaftsplans abzuändern. Abschließend votierte sie für eine Beteiligung der Reußenköge in Höhe von 500 Euro am Schließsystem der Bredstedter Schule.

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