„Der Husumer Weg“ : Neue Wege im Stadtmarketing

Husum hat viel zu bieten für Touristen – im Sommer wie im Winter.
Husum hat viel zu bieten für Touristen – im Sommer wie im Winter.

Wie kann sich Husum beim Stadtmarketing erfolgreicher aufstellen? Das fragen sich Wirtschaft und Verwaltung.

23-49534700_23-54758767_1377617703.JPG von
28. Februar 2018, 07:00 Uhr

„Der Husumer Weg“ – unter diesem Titel hatten die Industrie- und Handelskammer (IHK), Commerzium und die Stadt Husum für Montagabend in die Husumer Messe eingeladen. Thema: Wie kann sich Husum beim Stadtmarketing erfolgreicher aufstellen.

Dass der „Husumer Weg“ – frei nach Xavier Naidoo – nicht unbedingt ein leichter sein wird, machte Dirk Nicolaisen deutlich, der als Vertreter der IHK Flensburg den Abend moderierte. Als steinig und schwer, um im Zitat zu bleiben, erwies sich an diesem Abend aber nur der Versuch, die gut 120 Gäste zu einer angeregten Diskussion zu motivieren. Zwar kamen Fragen und Anregungen zur grundsätzlichen touristischen Situation – der Funke für einen motivierten gemeinsamen Neustart schien aufs Publikum allerdings nicht unbedingt überzuspringen.

Vielleicht lag’s daran, dass sich Stadtmarketing nicht ganz einfach definieren lässt. Was soll es sein und was bewirken? Mit dieser Frage beschäftigt sich Jürgen Block hauptberuflich, er ist Geschäftsführer der Bundesvereinigung City- und Stadtmarketing und versuchte dem Publikum zu vermitteln, worum es beim „Husumer Weg“ eigentlich gehen soll: Stadtmarketing steht auch für die touristische Vermarktung einer Stadt – aber nicht nur: Ist es erfolgreich, stellt es die Besonderheiten und Standortvorteile eines Ortes heraus und spricht dabei Gäste, aber genauso Einheimische, mögliche Neubürger und Investoren an. Dabei stimmen die verschiedenen Akteure einer Stadt ihre Ziele und die Form der Umsetzung ab. Wichtig sei, diejenigen, die mit dem Stadtmarketing beauftragt sind, auch handlungsfähig zu machen, sagte Block: „Sie müssen Geld, Personal und Macht in das Konstrukt Stadtmarketing geben!“

Ganz praktisch sollen in diesem Jahr nun in zwei Workshops unter der Leitung der IHK mit Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung der Husumer Weg des Stadtmarketings ausgelotet werden. Peter Cohrs, Vorsitzender des Commerziums, erklärte, er freue sich, dass das Thema in Husum nun angegangen werde.

Bürgermeister Uwe Schmitz begrüßte es ausdrücklich, dass dieser Weg gemeinsam beschritten wird. In der Vergangenheit habe es aus Wirtschaftskreisen häufig Kritik an dem vermeintlich unzureichenden Stadtmarketing gegeben – auf Nachfrage sei dies aber nicht konkretisiert worden. Über diese Kritik sprach auch Nicolaisen, der sich in Gesprächen ein Bild davon gemacht hatte, wie man in Husums Geschäftswelt, in Politik und Verwaltung den Status Quo bewerte. Er habe so erfahren, dass man mit dem Stadtmarketing unzufrieden sei. Mit Blick auf Jutta Albert – die Chefin der Tourismus- und Stadtmarketing Husum GmbH (TSMH ) saß während der Veranstaltung im Publikum und äußerte sich in der Debatte nicht – versicherte Nicolaisen, die Unzufriedenheit mit dem Tourismus-Marketing sei aber deutlich weniger stark ausgeprägt als die Unzufriedenheit mit dem Stadtmarketing. Alfred Mordhorst (CDU) meldete sich mit der Befürchtung zu Wort, die Initiative sei durch den Wunsch motiviert, das TSMH „zu amputieren“ – die Initiatoren des Husumer Weges hätten eigentlich schon genaue Vorstellungen, wo und wie das Stadtmarketing umgesetzt werden soll und würden diese Pläne nun durch die Veranstaltungsreihe nur untermauern wollen. Gegen diesen Vorwurf verwehrten sich sowohl Nicolaisen als auch Schmitz – beide betonten, es würde vollkommen ergebnisoffen agiert. Auch Cohrs wollte die Frage, ob das Stadtmarketing künftig bei der TSMH angesiedelt bleiben sollte, an diesem Abend nicht beantworten. Grundsätzlich sei es wichtig, dass sowohl Tourismus- als auch das Stadtmarketing mit genügend finanziellen Mitteln und Ressourcen ausgestattet werden – egal, wie man sich organisatorisch letztlich aufstelle, betonte der Geschäftsmann.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen