Tourismus : Neue Tourismus-Chefin will Friedrichstadt 2.0

Carolin Kühn ist die neue Geschäftsführerin des Tourismusvereins Friedrichstadt und Umgebung.
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Carolin Kühn ist die neue Geschäftsführerin des Tourismusvereins Friedrichstadt und Umgebung.

Tourismus-Chefin Carolin Kühn tritt die Nachfolge von Anke Stecher an – und hat große Pläne für die Holländerstadt.

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06. Januar 2018, 10:00 Uhr

Der Tourismusverein Friedrichstadt und Umgebung hat eine neue Geschäftsführerin. In dieser Woche hat Carolin Kühn ihr Büro mit Blick auf den historischen Marktplatz bezogen.

Die Gardingerin tritt die Nachfolge von Anke Stecher an, die Ende August nach zehn Jahren als Tourismus-Chefin das Holländerstädtchen verlassen hat. Stecher wechselte in die Holsteinische Schweiz und übernahm am 1. Oktober ihren neuen Posten als Geschäftsführerin der neu gegründeten Malente Tourismus und Service GmbH.

„Ich freue mich sehr auf meine Zeit in Friedrichstadt. Die Stadt ist ein Schmuckstück mit ihren Giebeln und Grachten. Darum habe ich Anke Stecher immer etwas beneidet“, sagt Kühn lächelnd. Die 40-Jährige hat schon jahrelang mit dem Friedrichstädter Tourismus-Team zusammengearbeitet. Sie sei ein Quereinsteiger, erklärt die gebürtige Hessin, die in Hamburg aufwuchs. Zunächst arbeitete sie als diplomierte Marketing-Fachwirtin, später machte sie eine Zusatzausbildung zur Tourismus-Fachwirtin. Kühn machte Station in Garding, war dort für das Standort-Marketing zuständig. Später ging es nach Tönning, wo sie sich um den touristischen Markt kümmerte.

Warum hat es sie nach Friedrichstadt gezogen? „Ich wollte wieder Vollzeit arbeiten und suchte außerdem eine neue Herausforderung. Als diese Stelle dann ausgeschrieben wurde, ergriff ich meine Chance“, antwortet Kühn. „Wir hatten insgesamt 19 Bewerber – und da waren viele Hochkaräter dabei“, macht Bürgermeister Eggert Vogt deutlich. Anja Andersen nickt. „Der Posten ist mit einer Menge Verantwortung verbunden“, sagt die stellvertretende Geschäftsführerin, und den Bereich Veranstaltungsmanagement betreut. Gepunktet habe Kühn beim Bewerbungsgespräch vor allem mit ihrem Insider-Wissen. „Sie wusste einfach auf jede Frage eine Antwort“, so Vogt.

Die frische gebackene Geschäftsführerin hat nun so einige Pfeile im Köcher. „An erster Stelle steht erst einmal unser Großprojekt: der neue Internet-Auftritt der Stadt. Wir haben das ehrgeizige Ziel, noch vor Ostern damit an den Start zu gehen.“ Ein ambitioniertes Projekt, für das die Stadt viel Geld in die Hand nehme. „Hut ab“, betont Anja Andersen. „So eine Homepage ist als Marketing-Instrument wichtiger denn je“, ist Kühn überzeugt. „Doch es werden noch weitere Bretter gebohrt. Wir nehmen zum Beispiel verstärkt Dänemark als Zielgruppe ins Visier.“ Die Dänen seien besonders Internet-affin. Auf der Reisemesse im dänischen Herning, die bereits im Februar stattfindet, will Friedrichstadt einen neuen Facebook-Auftritt auf Dänisch präsentieren. „Das ist ein Ritt auf der Rasierklinge, den wir uns durchaus zutrauen“, sagt die neue Chefin, und Kollegin Andersen stimmt ihr zu. Dass Kühn das Online-Marketing als ihr Steckenpferd bezeichnet, verwundert bei all diesen Plänen kaum. „Ich möchte Sachen nicht hinterher rennen müssen, sondern lieber gleich vorn mit dabei sein“, erklärt sie.

Zu den weiteren Plänen zählt, den Nachrichtendienst WhatsApp als Instrument zu nutzen, um Feriengäste regelmäßig mit Informationen zu versorgen. Darüber hinaus möchte das Tourismus-Team die Zusammenarbeit mit Hoteliers und Ferienwohnungs-Vermietern weiter intensivieren. Kühn schwebt unter anderem vor, Schulungen – zum Beispiel zum Thema Recht – anzubieten.

Doch das sei noch alles Zukunftsmusik, sagt sie. Kleinere Veränderungen seien allerdings schon jetzt zu vermelden. So soll etwa der Herbstzauber am 15. und 16. September um die sogenannten Keramik-Tage erweitert werden. „Und ab sofort können die Gäste ihre Buchungen endlich mit Karte zahlen.“ Kühn selbst ist übrigens ein großer Fan der Veranstaltung „Tischlein-Deck-Dich“, die in diesem Jahr am 3. Juni stattfindet. „Ich war von Anfang an jedes Jahr mit meiner Familie mit von der Partie“, sagt sie. Und jetzt ist die 40-Jährige ganz vorn mit dabei – aber nicht nur am Esstisch, sondern eben auch mit dem Zepter in der Hand.

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