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Fünf 3-Megawatt-Anlagen in Löwenstedt : Neue Technik ermöglicht Mühlenbau

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Ein Bürgerwindpark entsteht in Löwenstedt in der Nähe eines Funkmastes der Deutschen Flugsicherheit. Eine neue Technik in den Windkraftanlagen macht dies jetzt möglich.

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erstellt am 02.Dez.2015 | 17:14 Uhr

Im Tal der Ostenau, vor den Toren der Ortschaft Löwenstedt, aber noch auf Gemeindegebiet, werden zur Zeit drei jeweils drei Megawatt produzierende Windkraftanlagen der Firma Siemens errichtet. Bauherr ist der Bürgerwindpark Löwenstedt GmbH & Co. KG. Zwei weitere Anlagen dieses Typs werden auch im Südwesten der Ortschaft errichtet. Wenn alles nach Plan läuft, dann sollen sie noch in diesem Jahr an das Netz angeschlossen werden. Gegenwärtig allerdings spielt das Wetter nicht so ganz mit, denn für das Errichten der Anlagen sei kein oder wenig Wind optimal, wie der Breklumer Planer Jens Sieger formuliert.

Die 150 Meter hohen Anlagen haben einen Rotordurchmesser von 113 Meter. Und bei diesen Modellen ist es üblich, den kompletten Rotor am Boden vorzumontieren. Das komplette Bauteil wird dann in die Höhe gehoben und mit dem Turbinenhaus in rund 95 Meter Höhe verbunden. Eigentlich hätten an diesem Standort im Tal der Ostenau gar keine Windkraftanlagen errichtet werden können, denn nur knapp drei Kilometer entfernt, auch auf Gemeindegebiet, steht nämlich ein Mast der Deutschen Flugsicherung. Und dies war eigentlich ein Ausschlusskriterium für die Anlagen. Die Empfangsstellen der Deutschen Flugsicherung bilden für die drahtlose Kommunikation in der Luftfahrt eine wichtige Infrastruktur. Und die elektromagnetischen Störwellen von Windkraftanlagen können diese Frequenzen stören. Eigentlich, so erläutert Sieger, hätten dort auch Senvion-Turbinen errichtet werden sollen, doch schließlich hat sich der Bürgerwindpark für die Siemens-Anlagen entschieden, da diese mit einer neuen Technik ausgestattet sind. Diese spezielle Technologie erlaubt nach Konzernangaben die Installation in der Nähe von Flugplätzen und Radaranlagen der Bundeswehr. Das elektromagnetische Feld bleibt im Innern der Anlage und behindert damit nicht die drahtlose Kommunikation der Flugsicherung.

Der Bau im Tal der Ostenau ist trotz der neuen Technik vermutlich nur möglich, weil dort bereits seit 2009 geplant wird. Damals war das so genannte Biotop-Verbundsystem, wie es auch schon im Landschaftsrahmenplan des Landes Schleswig-Holstein für den Planungsraum V aus dem Jahr 2007 ausgewiesen worden ist, noch kein Ausschlusskriterium. Als dann 2012 die Regionalpläne festgezurrt waren, konnte mit der Feinplanung begonnen werden. Jetzt stehen dort im Tal der Ostenau, über dem im Winterhalbjahr bei hohen Wasserständen auch Seeadler kreisen, drei Mühlen, beziehungsweise wurden die ersten Turmelemente auf den Fundamenten montiert. Nachdem die Regionalpläne Anfang dieses Jahres gerichtlich gekippt worden sind, ist das Biotop-Verbund-System seit Sommer dieses Jahres aufgeführt, als Abwägungkriterium – doch die Genehmigung lag schon vor.

Alle Planer loben die Transparenz der Planung in der Gemeinde Löwenstedt, denn es habe unter anderem auch eine Einwohner-Befragung gegeben. Eine überwältigende Mehrheit hat sich für den Ausbau der Windkraft ausgesprochen. Daher wurde auch der Zweite Bürgerwindpark Löwenstedt in diesem Jahr ins Leben gerufen. Dessen Geschäftsführung ist mit der des Bürgerwindparks Löwenstedt identisch. Details über weitere Planungen in der Gemeinde waren von der Geschäftsführung nicht zu erhalten, sie kann nach eigenen Angaben wegen Arbeitsüberlastung erst 2016 nach Fertigstellung des Parks Auskünfte geben.

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