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380-kV-Westküstenleitung : Neue Stromtrasse: Jetzt wird’s konkret

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Eine öffentliche Konferenz im Husumer Nordsee-Congress-Centrum soll Klarheit bringen, wo die geplante Höchstspannungsleitung an der Westküste gebaut wird. Ihr möglicher Verlauf ist vor allem nahe Husum und auf der Halbinsel Eiderstedt umstritten.

shz.de von
erstellt am 04.Dez.2013 | 12:00 Uhr

Anfang kommender Woche gibt es endlich Klarheit: Bei der „Ergebniskonferenz zum Bürgerdialog Westküstenleitung“ in Husum soll das Geheimnis gelüftet werden, in welchem voraussichtlichen Korridor der Netzbetreiber Tennet Anfang nächsten Jahres im Feinmaßstab mit der Trassenplanung für die 380-kV-Westküstenleitung starten will. Deren möglicher Verlauf ist vor allem im Bereich von Husum und Eiderstedt umstritten. Zu der Veranstaltung am Montag (9.) von 18 bis 22 Uhr sind alle interessierten Bürger, Initiativen und Organisationen aus Nordfriesland und Dithmarschen eingeladen.

Der Planungsprozess für das Infrastrukturprojekt an der Westküste Schleswig-Holsteins läuft seit fast einem Jahr. Mehr als 1000 Bürger von der Westküste hatten sich bei rund zwanzig Veranstaltungen mit Kritik und Verbesserungsvorschlägen im Zusammenhang mit der geplanten für die 380-kV-Westküstenleitung einbringen können. Nun will Energiewendeminister Robert Habeck gemeinsam mit der Deutschen Umwelthilfe als Moderator des Prozesses und dem Netzbetreiber und Vorhabenträger Tennet die Ergebnisse vorstellen und mit den Nordfriesen und Dithmarschern diskutieren: „Gerade auch in den letzten Monaten haben wir von ihnen ein hohes Maß an Geduld abverlangt. Die Zeit war jedoch notwendig, um möglichst viele konkrete Antworten auf ihre Fragen und Anregungen geben zu können“, so Habeck. Bei der Ergebniskonferenz sollen demnach alle zentralen Ergebnisse präsentiert und insbesondere die für die weiteren Planungen relevanten Hinweise in den Blick genommen werden. Der Minister und Tennet wollen auch darüber informieren, wie es nach dieser Konferenz mit dem öffentlichen Dialog und den anstehenden Schritten im Planungsverfahren weitergehen soll.

Damit die etwa 150 Kilometer lange Leitung schnell und für Mensch und Natur möglichst verträglich gebaut werden kann, hatten das Land, die Kreise Nordfriesland und Dithmarschen sowie die TenneT TSO GmbH Anfang 2013 den gemeinsamen Dialogprozess unter Federführung des Landes in Gang gesetzt. Der Hintergrund: Nahezu die Hälfte des in Schleswig-Holstein erzeugten Windstroms wird an der Westküste produziert. Der Bau der 380-kV-Leitung von Brunsbüttel nach Niebüll ist daher eines der zentralen Infrastrukturprojekte im Zuge der Energiewende in Schleswig-Holstein. Die Leitung wurde im Netzentwicklungsplan als notwendige Ausbaumaßnahme von der Bundesnetzagentur bestätigt und hat im Sommer 2013 auch Eingang in das Bundesbedarfsplangesetz der Bundesregierung gefunden. Für ihren Bau ist Tennet als Höchstspannungsnetzbetreiber zuständig. Die Leitung soll nach jetzigem Stand im Jahr 2018 auf allen vier geplanten Abschnitten in Betrieb gehen.

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