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Sanierung in Schobüll : Neue Schindeln für den Kirchturm

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Weil die alten Schindeln verrotten, wird der Turm des Kirchleins am Meer derzeit neu eingedeckt.

von
erstellt am 08.Mai.2017 | 15:00 Uhr

Seit geraumer Zeit ist die Schobüller Kirche fast komplett eingerüstet. Lediglich die obere Spitze des Glockenturms und Teile des Kirchenschiffes sind von weitem noch zu erkennen.  „Der Kirchturm und das Dach über dem Eingang sollen neu gedeckt werden“, heißt es aus der Bauabteilung der Kirchenkreisverwaltung Nordfriesland. Doch dahinter steckt tatsächlich besondere  Handwerksarbeit, wie der Bauleiter vom Kirchenamt, Torsten Domnick, erklärt. So sollen die Eichenschindeln, die bisher den Turm des Kirchleins am Meer vor Regen und schlechtem Wetter geschützt hatten, durch neue ersetzt werden. Die alten stammen aus den 1970er Jahren, so die Einschätzung von Pastor Christian Raap. Ihr Zustand  ist katastrophal, darin sind sich Domnick und Raap einig. „Das liegt daran, dass die Schindeln direkt an den Holzplatten am Turm festgenagelt wurden.“ Somit konnte das Deckwerk nach einem Regen nicht abtrocknen. Dass es bei dem schlechten Zustand der Schindeln nicht durchgeregnet hat, habe an der darunter liegenden Teermatte gelegen, erläutert Domnick weiter. Jetzt  sollen die neuen, von Hand gespaltenen und abgerundeten Eichenschindeln so angebracht werden, dass eine gute Durchlüftung und ein Abtrocknen der Schindeln möglich ist. „Es werden keine industriell gefertigten Schindeln verwendet“, betont Domnick.

 Doch der äußerst schlechte Zustand der alten  Schindeln hat auf einer anderen Ebene  Folgen: „Wir wollten eigentlich gut 300 Schindeln zurück legen“, sagt Pastor  Raap. Doch bisher haben die Zimmerer immer wieder den Kopf geschüttelt. „Sobald die alten Holzbretter vom Dach gelöst werden, brechen sie in mehrere Teile“, war von den Handwerkern zu hören. „Wir hatten vor, auf jede Schindel die Lutherrose aufzubrennen und an unsere Sponsoren und Spendern als kleines Dankeschön abzugeben“, so der Pastor. Noch hoffe er, dass einige Schindeln gerettet werden können.

Parallel zu diesen Dacharbeiten wird auch die Sanierung des Mauerwerks fortgesetzt. Und auch diese Arbeiten sind äußerst aufwändig, wie Torsten Domnick bestätigte. „Wir setzen speziellen Mörtel ein, um die Fugen wieder dicht zu machen.“ Schon in den kommenden Tagen sollen die Arbeiten entlang des Kirchturms aufgenommen werden. Doch dies geht nur bei einer Außentemperatur von mindestens zehn Grad Celsius. Das stellt die Arbeiten derzeit vor ein kleines Problem, denn auch in der Nacht dürfen die Temperaturen nicht darunter fallen.  „Ich kann nur hoffen, dass die Temperaturen  deutlich nach oben gehen.“

 Nach Einschätzung des Bauleiters belaufen sich die gesamten Sanierungskosten auf gut 200.000 Euro. Die auf dem Schobüller Berg errichtete Kirche soll der Legende nach von drei Jungfrauen im Jahre 1240 gestiftet worden sein.  Doch urkundlich erwähnt wird die Kirche erst 1352. Dort wird sie mit dem lateinischen Namen  „parochia beate virginis“ aufgeführt. Demnach handelte es sich damals um eine äußerst kleine Marienkirche. Der heutige Altarraum bildete damals das Gotteshaus. Erst im 15. Jahrhundert kam das Kirchenschiff hinzu. Fast 300 Jahre später wurde der Turm errichtet, der allerdings nach wenigen Jahren 1780 einstürzte und fünf Jahre später neu aufgebaut wurde.

 

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