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Nach den Herbststürmen : Neue Schäden am alten Rathaus

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Die Herbststürme “Christian“ und “Xaver“ von 2013 haben der Dachkonstruktion des alten Husumer Rathauses schwer zugesetzt. Eine Sanierung ist notwendig, um weitere Folgeschäden abzuwenden.

Die Herbststürme „Christian“ und „Xaver“ sind Vergangenheit, doch ihr langer Atem reicht bis in die Gegenwart hinein. Das bekam dieser Tage auch der städtische Bauausschuss zu spüren. Die Stürme, die im Herbst und Winter 2013 über Nordfriesland hinwegfegten und eine Schneise der Verwüstung hinterließen, hätten auch dem Dach des frisch sanierten alten Rathauses schwer zugesetzt, berichtete Christine Friedrichsen vom Gebäudemanagement. Das bestehe aus Tonziegeln, die von Mörtel zusammengehalten würden. Dieser Mörtel habe sich auf der gesamten Dachfläche gelöst. Dadurch sei es zu erheblichen Wassereinbrüchen gekommen. Und die hätten schließlich auch die Deckensegelkonstruktion (eine Maßnahme zur Schallisolierung, Anm. d. Red.) im alten Ratssaal beschädigt.

Natürlich sei man sofort daran gegangen, die gröbsten Sturmschäden zu beseitigen, erläuterte Friedrichsen. Aber das reiche bei weitem nicht aus, um langfristige Schäden verhindern zu können. Im Oktober 2014 hätten ein Statiker und ein Mitarbeiter einer Fachfirma für Holzschutz dann den Dachstuhl in Augenschein genommen. Beide rieten der Bauverwaltung zu Sicherungsmaßnahmen, um das Haus vor den möglichen Folgen weiterer Stürme zu schützen. Darüber hinaus wurde festgestellt, dass die Dachkonstruktion nicht mehr den aktuellen Normen entspricht und daher unzureichend für die sich erhöhenden Windlasten gewappnet ist.

Und als sei das alles nicht genug, war ja schon bei den Sanierungsarbeiten 2013 inaktiver Holzschwamm gefunden worden. Damit der infolge der Wassereintritte nicht wieder aktiv wird, empfahlen die Experten, den Dachstuhl schnellstmöglich trockenzulegen. Neben der Eindeckung sei dazu auch eine Teilerneuerung der Dachkonstruktion notwendig, hieß es. Zudem müssten zur Aussteifung des Dachstuhls sogenannte Windverbände eingezogen werden. Dabei handelt es sich um Verstrebungen von Fachwerkträgern, die waagerecht auftretenden Winddruck und Sogkräfte aufnehmen und auf Lagerpunkten übertragen, über die sie abgeleitet werden.

Klingt aufwendig, und das ist es auch. Auf eine Viertelmillion Euro wurden die Gesamtkosten der Maßnahme beziffert. Von dieser Summe könne jedoch ein Haushaltsrest aus der Sanierung 2013 in Höhe von 128.000 Euro abgezogen werden, erläuterte Friedrichsen, sodass in den Haushalt 2016 nurmehr 122.000 Euro eingestellt werden müssten.

Ob der Dachschaden kein Fall für die Versicherung sei, wollte Alfred Mordhorst (CDU) wissen. Das habe sie bereits geprüft, antwortete Friedrichsen: „Aber nein.“ Dr. Ulf v. Hilmcrone erinnerte in diesem Zusammenhang daran, dass das Dach des alten Rathauses inzwischen auch schon 45 Jahre auf dem Buckel habe. Und Architekt Hagen Johannsen ergänzte, dass zu allem Überfluss auch die Einfassungen etwa des Schornsteins nicht mehr in Ordnung und überholungsbedürftig seien.

Der Verwaltungsvorschlag, bei dieser Gelegenheit gleich zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen und die Dachsanierung mit einer Rekonstruktion der Großstraßen-Fassade zu kombinieren, stieß allerdings nicht auf ungeteilte Zustimmung. Hans Heydtmann (CDU) lobte zwar ausdrücklich, dass sich die Verwaltung Gedanken gemacht habe, teilte aber die Auffassung des WGH-Kollegen Bernd Hansen, dass die Fassadenschlämmung aus denkmalpflegerischer Sicht gewiss wünschenswert, aber bautechnisch nicht zwingend erforderlich sei. Und so beantragte die CDU, über diese beiden Punkte getrennt abzustimmen. Ergebnis: Der Ausschuss empfiehlt jetzt dem Stadtverordneten-Kollegium, einer Sanierung des Daches zuzustimmen, aber die Fassade zu belassen, wie sie ist.

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erstellt am 15.Sep.2015 | 16:00 Uhr

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