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Gemeinschaftsschule Tönning : Neue Oberstufe teurer als gedacht

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Bauvorschriften und der leergefegte Containermarkt stellen die Stadt Tönning vor finanzielle Probleme. Der Schulausschuss steht mehrheitlich hinter den Ausgaben für die zusätzlichen Klassenräume.

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erstellt am 07.Nov.2014 | 13:30 Uhr

Die Freude über die neue Oberstufe an der Eider-Treene-Schule in Tönning ist groß. Besteht doch damit seit dem Sommer die Möglichkeit, in der Eider-Stadt das Abitur abzulegen. 47 Jungen und Mädchen nutzen diese Chance und bilden den ersten Jahrgang. Bis 2017 läuft die Testphase, dann wird entschieden, ob die Sekundarstufe zu einer festen Einrichtung wird. Doch stellt diese Testphase, die aktuelle Rechtsprechung und die desolate Haushaltslage der Stadt die Verantwortlichen vor ein finanzielles Problem. Darüber wurde in der Sitzung des Schul- und Sportausschusses bei der Haushaltsberatung ausführlich diskutiert.

Für die beiden folgenden Jahrgänge werden nämlich noch weitere Räume benötigt, wenn die Anmeldezahlen so bleiben. Doch im Gebäude selbst ist kein Platz, es müssen Container her, wie Bürgermeister Frank Haß dem Gremium erläuterte. Dass hätte eigentlich kein Problem sein dürfen, schließlich hat die Stadt noch von der Umbauphase der Gemeinschaftsschule Container. Doch nun kommt der Gesetzgeber ins Spiel: „Sie entsprechen nicht mehr den Brandschutz- und Energiespar-Vorschriften“, sagte Haß. „Wir würden für sie keine Baugenehmigung erhalten.“ Nicht einfacher und vor allem nicht billiger wird die Sache dadurch, dass Container derzeit in großer Zahl zur Unterbringung der Flüchtlinge aus Syrien, Afghanistan und Afrika benötigt werden, wie Haß erläuterte. „Die Nachfrage ist so stark gestiegen, dass die Produktion nicht mehr nachkommt.“ Ein weiterer fester Anbau an die Schule ist aber derzeit nicht möglich, da die Oberstufe noch in der Testphase sei, so Haß, und es daher keine Kreditgenehmigung für einen Neubau geben würde. Die Container-Miete wäre also eine Lösung. Haß legte in der Sitzung eine grobe Kostenberechnung vor. Nach seinen Informationen würde die Miete für drei bis vier Stück für ein halbes Jahr 42.000 Euro kosten, mit Erschließungs-, Planungs- und Gutachtenkosten müssten für das kommende Jahr 182.000 Euro in den Haushalt eingeplant werden. Diese Summe brachte die beiden CDU-Vertreter in Rage. Helge Prielipp erinnerte daran, dass es geheißen habe, die Sekundarstufe würde in der Testphase zu keinen Baukosten führen. „Irgendwas passt hier nicht.“ Die Containerlösung sei nicht neu, entgegnete Haß. Und er habe gesagt, dass es keinen festen Anbau an das Gebäude geben würde. Prielipp mahnte: „Wir wollen für die Kinder alles tun, aber wir müssen darauf achten, dass der Haushalt nicht auseinander gefahren wird.“

Die Vertreter der übrigen Fraktionen waren sich dagegen einig, dass die Gemeinschaftsschule mit ihrer Oberstufe eine überaus positive Bedeutung für die Stadt habe. Wenn auch Stefan Runge (SPD) bemängelte, dass gesagt worden war, dass der Platz für die Schüler reichen würde. Welche Bedeutung die Oberstufe für die Schule ingesamt hat, machte Konrektor Marc Harslem deutlich. „Im Vergleich zum Schuljahr 2010/11 haben wir 70 Schüler mehr in der Sekundarstufe I. Viele kommen wegen des Abiturs.“ Zudem habe das Bildungsministerium bei einem Besuch den Fortbestand über die Testphase hinaus signalisiert. Auch Haß verwies auf die Zukunft: „Tönning wird eines Tages mit dem Schulstandort ein Alleinstellungsmerkmal auf Eiderstedt haben. Wir können es uns daher nicht erlauben, jetzt Schüler abzuweisen.“

Bei einer Nein-Stimme und einer Enthaltung seitens der CDU-Vertreter wurde der Haushaltsentwurf für die Eider-Treene-Schule als Beschlussvorschlag an Finanzausschuss und Stadtvertretung schließlich angenommen.

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