Herzog-Ulrich-Schule : Neue Lernformen sollen Schule erhalten

Levi von den Hoff  (6) demonstriert die Arbeitsweise.
Levi von den Hoff (6) demonstriert die Arbeitsweise.

Das jahresübergreifende Lernen hält Einzug – damit die Schwabstedter Schule weiterhin existieren kann.

shz.de von
28. August 2018, 17:31 Uhr

Elf Neuzugänge kann die Schwabstedter Schule in diesem Jahr verzeichnen. Vier Mädchen und sieben Jungen wurden eingeschult und von Schulleiterin Nicole Klein begrüßt. Im Februar hat sie das Zepter sowohl für die kleine Schule in der Treenegemeinde als auch für die Friedrichstädter Schule an der Treene übernommen. Dass die Kinder noch in Schwabstedt unterrichtet werden können, ist allerdings keine Selbstverständlichkeit.

Seit 1950 gibt es die Herzog-Ulrich-Schule in Schwabstedt. Sie behielt bis 2015 ihre Eigenständigkeit, dann wurde sie der Friedrichstädter Schule an der Treene angegliedert. Der Grund war eine von der Landesregierung festgesetzte Mindestschülerzahl von 80 Jungen und Mädchen.

Derzeit werden in der Einrichtung 60 Schüler aus den sechs Gemeinden des Kirchspiels Schwabstedt unterrichtet – aus ministerieller Sicht zu wenige, um diese Schule überhaupt noch zu erhalten. Um den Grundschülern die weiten Wege nach Friedrichstadt zu ersparen, wurde ein neues Konzept ersonnen: Statt in vier Klassen wird jetzt in drei Gruppen unterrichtet. Das nennt sich jahrgangsübergreifendes Lernen (JüL, wir berichteten). Angewandt wird ein Vier-Säulen-System, das sich unter anderem aus Werkstattarbeit und individueller Arbeit zusammensetzt. Hinzu kommen Trainingsstunden im Bereich Schreiben, Lesen und Rechnen. JüL soll so lange fortgesetzt werden, bis wieder Klassenstärken von 23 Schülern erreicht werden. Praktisch läuft das folgendermaßen ab: Im Klassenraum befinden sich helle Lernwege-Tafeln. Sie sind überschrieben mit „Mathe“, „Lesen“, „Schreiben“. Auf den Tafeln verlaufen von links nach rechts Reihen mit Kärtchen. Jeder Schüler bekommt einen Button, der auf der Magnettafel haftet. Der Button wird unterhalb jenes Kärtchens angebracht, bei dem sich der jeweilige Schüler auf seinem Lernweg gerade befindet. So kann er sich selbstständig aus einem Schrank das entsprechende Buch oder den Aufgabenzettel nehmen.

Obwohl die Schüler gemischt in den Unterrichtsräumen zusammenarbeiten, gibt es eigene Klassenbezeichnungen, wie Lehrerin Gunhild Koester berichtet. Sie unterrichtet seit 1988 an der Schule. „Klasse eins trägt die Bezeichnung Igel, Klasse zwei Eichhörnchen, Klasse drei Fuchs, und Klasse vier Eule“, erklärt sie. Schulleiterin Nicole Klein ist zuversichtlich, dass das Konzept fruchten wird.

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