zur Navigation springen

St. Peter-Ording : Neue Kräfte für das Internat

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Ursula Sassen hat den Vorsitz im Kuratorium des Nordsee-Internates in St. Peter-Ording übernommen, zu ihrem Stellvertreter wurde Hans Meeder aus Welt gewählt. Derzeit besuchen 125 Schüler das Internat.

von
erstellt am 16.Jun.2016 | 11:00 Uhr

Als einen ganz wichtigen Faktor für den Schul-, aber auch für den Wirtschaftsstandort St. Peter-Ording sieht Ursula Sassen das Nordsee-Internat. Und sie will ihren Beitrag zum Fortbestand der Einrichtung in der Pestalozzistraße leisten. Die ehemalige CDU-Landtagsabgeordnete aus dem Nordseebad ist zur Vorsitzenden des Internats-Kuratoriums gewählt worden. Sie tritt damit die Nachfolge von Henning Röhl an, der aus Altersgründen aufgehört hat. Zu ihrem Stellvertreter wurde Hans Meeder aus Welt bestimmt, der auch Vorsitzender des Heimatbundes Landschaft Eiderstedt ist. Beide gehören dem Gremium schon rund zehn Jahre an.

Aufgabe des Kuratoriums ist die Aufsicht und die Beratung des geschäftsführenden Vorstands des Internats, das von einem gemeinnützigen Verein getragen wird. Dessen Mitglieder sind die Eltern der Internatskinder. Dem Kuratorium gehören zehn Personen an: drei Elternvertreter, ein Vertreter des Bunds der Ehemaligen, ein Mitarbeitervertreter sowie fünf so genannte Persönlichkeiten aus der Region.

Ursula Sassen sieht im Nordsee-Internat viel Potenzial für den Ort und möchte dies auch der Bevölkerung stärker ins Bewusstsein rücken. So besuchen die 125 Internatler die Nordseeschule in St. Peter-Ording. Damit trügen sie nicht unwesentlich zum Fortbestand der Einrichtung bei. Und die Schule sei wiederum ein wichtiges Auswahlkritierium für neue Bürger, beispielsweise für neue Mitarbeiter an den Kliniken. Die Zusammenarbeit mit Schule und Schulverband sei gut. Außerdem sei das Internat als Arbeitgeber von Bedeutung: 64 Mitarbeiter betreuen die Schüler. Weitere 16 Angestellte arbeiten im Campus-Nordsee, einer 100-prozentigen Tochter des Internats. Der Campus bietet Übernachtungsmöglichkeiten für Familien, Gruppen und Vereine und wird für Tagungen sowie vom Goethe-Institut für Seminare genutzt.

Ursula Sassen und der pädagogische Leiter, Rüdiger Hoff, wissen um die Vorbehalte unter den St. Peteranern gegen das Internat. „Da hat jeder so seine Anekdote“, sagt Ursula Sassen. Aber, betont sie: „Wir nehmen nicht jeden.“ Es werde genau geguckt, ob der Schüler hinein passe. Grundsätzlich absolviere jeder Interessierte erst einmal eine Probewoche, sagt Christian Karow, seit 2014 kaufmännischer Leiter des Hauses. „Denn wenn wir jeden nehmen würden, wären die guten unzufrieden und würden wechseln.“ Das Internat lege aber wert auf Kontinuität. Außerdem müsse man auch an die Mitarbeiter denken. Das Konzept scheint aufzugehen, wozu auch das Angebot für Chronisch-Kranke beiträgt. „Unsere Schülerzahl ist konstant“, sagt Rüdiger Hoff, seit 2007 pädagogischer Leiter des Hauses. Dabei haben es Internate in Deutschland derzeit nicht leicht. So haben der demographische Wandel, die Finanzkrise, der Skandal um die Odenwald-Schule und auch die Ganztagsschulen zu einem massiven Nachfrage-Rückgang geführt. Vor diesem Hintergrund arbeitet das Nordsee-Internat kontinuierlich an seinem Angebot. So ist der Schwerpunkt Gesundheit ein Unterscheidungsmerkmal zu anderen Häusern. 2010 startete das Nordsee-Internat das Programm für Chronisch-Kranke. Derzeit werden 18 Kinder mit Diabetes betreut. Für die medzinische Begleitung wurden eigens acht Mitarbeiter eingestellt, so Hoff. „Wir verzeichnen eine steigende Nachfrage. Denn dieses Angebot gibt es in Norddeutschland nur bei uns. Inzwischen kennen und schätzen uns die Kinder-Diabetologen in diesem Raum.“ In diesem Zusammenhang loben Sassen und Hoff auch die Nordseeschule ausdrücklich. „Die Zusammenarbeit ist sehr gut. Die Integration klappt prima.“ Weitere Zielgruppen sind Asthmatiker und Allergiker. „Wir wollen aber kein Sanatorium werden“, so Ursula Sassen. Die Kinder werden gefordert, ergänzt Karow. Sie sollen erkennen, dass sie trotz Krankheit ihren Mann oder ihre Frau im Arbeitsleben stehen können. Angedacht ist, die betroffenen Jugendlichen bis in die Ausbildung hinein zu begleiten. Kooperationen gibt es bereits mit der Tourismus-Branche für Praktika.

Verstärkt in Angriff genommen werden soll die Sanierung der Gebäude, die aus den 1950er Jahren stammen. Insgesamt sieht Ursula Sassen das Internat auf einem guten Weg, auch dank des hoch motivierten Vorstands. „Das war mit ausschlaggebend für Hans Meeder und mich, den Vorsitz zu übernehmen.“

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen