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Betreuung für die Kleinsten in Husum : Neue Kita-Plätze zur Entlastung

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Zwei Natur-Regelgruppen und zwei statt nur einer Bundeswehr-Krippengruppe sollen ein wenig helfen, den Kita-Engpass in Husum zu entschärfen.

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erstellt am 06.Jul.2017 | 07:00 Uhr

Es tut sich was in Sachen Kinderbetreuung: Gleich zwei entsprechende Vorlagen standen auf der Tagesordnung des Ausschusses für Soziales und Jugend, deren Verabschiedung dazu beitragen sollten, dem Mangel an Kita- und Krippenplätzen in Husum zu begegnen (wir berichteten).

Da ist erst einmal die Erweiterung der Kinderbetreuung in der Fliegerhorstkaserne. Bereits im Februar hatte der Ausschuss beschlossen, die Betreuung von Kindern unter drei Jahren dort auf 20 Plätze – zwei Krippengruppen – zu verdoppeln. Eine entsprechende Anmeldung zum Bedarfsplan des Kreises sei auch bereits erfolgt. „Nur ging die Verwaltung da noch davon aus, dass die Bundeswehr die Investitionskosten von 170.000 Euro allein trägt“, so Bürgermeister Uwe Schmitz. Bei einem Gespräch vor Ort mit allen Beteiligten bis hin zu Vertretern des Bundesverteidigungsministeriums am 21. Juni sei aber klar geworden, dass eine Beteiligung der Stadt als Standortgemeinde gewünscht sei. „Und hier müssen wir ein belastbares Signal setzen, dass wir den Ausbau wünschen“, so Schmitz. Dieses Signal in Höhe eines Zuschusses von 50.000 Euro von der Stadt gab der Ausschuss denn auch gern und einstimmig.

Beim zweiten Thema – der Anmeldung von zwei Naturgruppen als Regelgruppen der Lebenshilfe Husum und des Kindertagesstättenwerks Nordfriesland gab es dagegen Einwände: „Wieso denn zwei Gruppen“, wollte Birgitt Encke (CDU) wissen, wir sind doch von einer ausgegangen?“ Das war sie offenbar aber alleine, wie sich im weiteren Verlauf der Debatte ergab. Dennoch insistierte sie weiter: „Für zwei derartige Gruppen ist der von den beiden Stürmen 2013 arg gelichtete Schobüller Wald aber viel zu klein.“ Das solle doch bitte den Fachleuten überlassen werden, wurde ihr daraufhin bedeutet. Am Ende einigten sich die Ausschussmitglieder auf die Formulierung „insgesamt zwei Regelgruppen mit jeweils maximal 15 Kindern“ anzustreben. Bis auf Birgitt Encke stimmten alle für die Annahme der Vorlage.

Für die Kindergärten in Husum ist jeder Zusatzplatz eine Entlastung: „Wir können weder im Krippen- noch im Regelgruppenbereich alle Eltern bedienen, überall gibt es lange Wartelisten“, klagt Sabine Schorr, die Leiterin der Kindertagesstätte des Deutschen Roten Kreuzes. Die gibt es zum Beispiel auch in der Asmussen-Woldsen-Kindertagesstätte, wie von dort bestätigt wird. Zumindest eine Verkürzung dieser Listen soll ab Mitte 2018 die angestrebte zentrale Kita-Datenbank bringen, die die wirkliche Anzahl der benötigten und zur Verfügung stehenden Plätze transparent machen soll. „Aber es sind auf jeden Fall zu wenig“, heißt es im Evangelischen Kindergarten am Meer in Schobüll. Besonders frisch Zugezogene seien in Not: „Die Stadt schickt sie sozusagen zum Klinkenputzen in die Kitas, um nach freien Stellen zu suchen.“ Sie stünden dann dort vor der Tür und seien „komplett in Not“. Das könne es jedoch nicht sein. „Die haben doch einen gesetzlichen Anspruch auf einen Platz.“

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