Coaching im Trend : Neue Impulse für die Lebensplanung

Friederike Frey an ihrem Schreibtisch in Rödemis – seit 2008 hat sie ehrenamtlich mehr als 40 ICF-Veranstaltungen organisiert.
Friederike Frey an ihrem Schreibtisch in Rödemis – seit 2008 hat sie ehrenamtlich mehr als 40 ICF-Veranstaltungen organisiert.

Die Husumerin Friederike Frey (60) hat die norddeutsche Regionalgruppe des weltweit größten Berufs- und Interessenverbandes für professionelle Coaches aufgebaut.

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05. Juni 2015, 13:00 Uhr

Schneller, weiter, besser  .  .  . Hier mal eben mitmischen, dort seinen Beitrag leisten. Bloß keine Anforderung unerfüllt lassen. Und schon gar nichts verpassen. Das Mobiltelefon ist dabei immer in Reichweite, das Internet omnipräsent. Ein Leben zwischen stetiger Beschleunigung und ständiger Verfügbarkeit – 24 Stunden am Tag, die ganze Woche lang.

Nicht jeder kann dieses Tempo allerdings dauerhaft mitgehen, gerät in einer Leistungsgesellschaft, die das einzelne Ich immer häufiger über die Bedürfnisse der Allgemeinheit zu stellen scheint, ins Hintertreffen. Zivilisationskrankheiten wie Depressionen und Burnout-Syndrom haben nicht von ungefähr Hochkonjunktur – mit der gesundheitsfördernden Frage nach der Besinnung aufs Wesentliche, den Orientierungshilfen fürs eigene Leben im Schlepptau. Da ist externer Rat gefragt. Auch bei Führungskräften, denen diese gesellschaftliche Entwicklung nicht entgangen ist und die deshalb weitsichtig über den Tellerrand schauen – um des Betriebsklimas willen.

Hier kommt Friederike Frey ins Spiel. „Coaching gewinnt immer mehr an Aufmerksamkeit“, sagt die 60-Jährige. „Ich merke es auch an den direkten Kontakten, dass sich immer mehr Menschen dafür entscheiden, sich selbst einen Coach zu suchen – und nicht darauf zu warten, bis sich das Unternehmen, bei dem sie tätig sind, diesem Instrument zur Mitarbeiter-Entwicklung öffnet. Auch in Nordfriesland.“ Die gebürtige Mainzerin kam – als bereits im Rhein-Main-Gebiet gut vernetzter Business-Coach – vor sieben Jahren nach Husum, um hier die nördlichste Regionalgruppe der International Coach Federation aufzubauen: den ICF Chapterhost Norddeutschland.

Hinter der ICF steht der weltweit größte Berufs- und Interessenverband für professionelle Coaches. Ausdruck dieser Professionalität ist die Bereitschaft aller Mitglieder, ihre Arbeit an den ICF-Standards – den einzigen international anerkannten beruflichen und ethischen Richtlinien für Coaching – messen zu lassen. „Wir sind eine Non-Profit-Organisation“, unterstreicht Frey in diesem Zusammenhang. Es gehe darum, Coaching für noch mehr Menschen erfahrbar zu machen und einen Wertbeitrag zu leisten. Oder salopp formuliert: „Ich habe ein bisschen das Bedürfnis, die Nordfriesen mit noch mehr Bildung zu überhäufen!“

Dazu kommen auf regionaler Ebene regelmäßig Coaches, Therapeuten, Berater, Trainer, Vertreter von Unternehmen und Institutionen, Menschen mit Führungsverantwortung sowie Coaching-Interessierte und -Klienten zusammen. Bei diesen Treffen halten Wissenschaftler, Experten, regionale Coaches oder Leute, die „etwas zu sagen haben“ (Frey) interaktive Vorträge und Workshops. Die Themen ranken sich dann um das Coaching als solches, die berufliche Karriere, Persönlichkeitsentwicklung, Resilienz (seelische Widerstandsfähigkeit) und Krisenbewältigung. Gäste sind natürlich stets willkommen.

„Coaching ist die Begleitung von Menschen, die sich beruflich verändern müssen, wollen, sollen oder dürfen“, umreißt Frey plakativ die große Zielgruppe. Weiterbildung als aktive Karrierestrategie. In der ICF finde jeder, der sucht, den Coach mit der „richtigen Feld-Kompetenz“ für genau seine individuelle Fragestellung – ob beruflich, familiär oder persönlich. „Dabei geht es rein ums Netzwerk – es wird keine Akquise betrieben, das ist eine ethische Verpflichtung“, erklärt die gelernte Logotherapeutin, die seit 14 Jahren im Coaching arbeitet und zu ihren Klienten auch Unternehmensberatungen zählt.

Apropos Netzwerk: Für dieses Jahr hat Frey noch vier Themenabende organisiert. Die hochkarätigen Referenten sprechen dabei über „Positive Psychologie und Glücksforschung“ (12. Juni), eine „Social-Media-Strategie für Selbstständige“ (Workshop am 17. Juli), „Hypnose im Coaching“ (4. September) und „Qualitätssicherung im Einzel-Coaching“ (11. November).

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