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Stammtisch des Husumer Wirtschaftskreises : Neue Ideen für den Tourismus gefragt

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

120 Gäste aus der Husumer Geschäftswelt, Politik und Verwaltung trafen sich zum zwanglosen Austausch. Ein Vortrag über die zukünftigen Chancen der Stadt leitete den Abend zum Netzwerken ein.

Hat Husum Chancen? Das war die Frage, die Peter Cohrs als Sprecher des Wirtschaftskreises seinem Vortrag im Brauhaus voranstellte. Gut 120 Mitglieder aller vier Vereine des Kreises – Commerzium, Handwerkerverein, Werbegemeinschaft und Interessengemeinschaft Gewerbegebiet Ost – waren der Einladung zum Wirtschaftsstammtisch gefolgt, „um sich besser kennenzulernen und zu netzwerken, damit wir vor Ort bessere Geschäfte machen können“, wie sich Cohrs ausdrückte. Denn die allgemeine Grundlage sei günstig und man könne aus 2013 Schwung für gutes Wachstum mitnehmen. „Wichtig ist, dass wir aus den überregionalen Trends etwas machen.“

In diesem Zusammenhang lobte er die Bemühungen des Vereins Infrastruktur Vestkysten unter Rickmer Topf, das Projekt B 5-Ausbau voranzubringen, und mahnte an, sich nicht weiter allein auf kontinuierlich sprudelnde Steuererträge aus der Windkraftbranche zu verlassen: „Sicher ist, dass sich unter der großen Koalition in Berlin die Finanzierbarkeit der erneuerbaren Energien ändern wird.“

Statistiken würden zeigen, dass die Bevölkerung in Deutschland weniger werde und der Rückgang der Population insbesondere ländliche Gebiete treffe, fuhr Cohrs fort und warnte: „Unsere Region darf nicht zum Entleerungsraum werden!“ Und betrachte man sich die künftigen Bedarfsfelder der Menschen, so kristallisierten sich für Husum insbesondere Chancen im Tourismus heraus.

Und hier habe es für die Stadt auch eine Chance gegeben, die vor zwei Jahren ungenutzt verstrichen sei, nämlich die Erschließung der Dockkoogspitze. „Da gab es einen Investor, aber der ist weg.“ Und das sei sehr schade, denn da wäre eine Verschönerung dringend nötig gewesen, wie er anhand einer Fotoserie auf einer Leinwand belegte. Die zeigte in düsteren Bildern den Blick in Richtung Nordsee von der Stadt aus, die mit Schlaglöchern gespickte Straße zum Dockkoog und die trostlose Bebauung auf dem Areal selbst.

„Da ist aber noch ein zweites Gebiet, das Chancen hat, nämlich Schobüll – die einzige Stelle hier an der Küste, wo kein Deich den Blick auf die Nordsee verhindert, weil der Geestrücken dort direkt ansteigt“, spann Cohrs den Faden weiter. „Da gibt es ein mühevoll betriebenes Schwimmbad, einen Campingplatz aus den 60er Jahren und Imbissbuden – sinnreiche Nutzung von touristischen Chancen sieht wahrhaft anders aus!“ Um zu zeigen, was an anderen Orten geleistet worden ist, zeigte er Fotos von Büsum, wo ein Erlebnisdeich, eine Promenade und eine künstlich geschaffene Lagune – „Hier wurden Küstenschutz und Tourismus vereint“ – die Feriengäste anlockt, und von St. Peter-Ording, das in den 70er Jahren noch die „Ausstrahlung von Badematel und Adiletten“ gehabt habe, durch ideenreiche Investionen – „Brücke, neues Leben für die Pfahlbauten, Erlebnisgastronomie, neue Hotels“ – aber zu einem echten Anziehungspunkt geworden sei.

„Ideen gibt es auch für Husum“, so Cohrs, „und wenn es gute Ideen gibt, dann tritt auch jemand zur Finanzierung an.“ Daher brauche die Stadt dringend ein Tourismusentwicklungs-Konzept, legte er Politik und Verwaltung ans Herz. „Und das müssen wir in Gemeinschaft erarbeiten, das kann nicht die arme Jutta Albert mit der Tourismus- und Stadtmarketing GmbH allein richten. Wir brauchen aber dringend die Arbeitsplätze und Steuern, die der Tourismus-Bereich generiert.“

Der weitere Verlauf des Abends gehörte dann – bei Bier und einem Imbiss – zahlreichen Einzelgesprächen, bei denen es um Geschäftliches und Privates ging. Und wo das gewünschte Netzwerken im besten Sinne funktionierte.

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erstellt am 29.Jan.2014 | 11:30 Uhr

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