Beseler-Straße Thema im Husumer Bauausschuss : Neue Diskussion um alte Husumer Kreuzung

Eine Debatte mit Historie: Ob und wie man in die Beselerstraße (rechts) fahren darf, hat sich in den vergangenen Jahrzehnten mehrfach geändert.
Eine Debatte mit Historie: Ob und wie man in die Beselerstraße (rechts) fahren darf, hat sich in den vergangenen Jahrzehnten mehrfach geändert.

Bauausschuss befasst sich mit der Verkehrsführung am Treffpunkt von Wilhelm-, Beseler- und Simonsberger Straße.

von
09. Juli 2018, 15:00 Uhr

Es ist ein Nadelöhr – mit Bahnunterführung und reichlich Gefälle. Kein Wunder, dass der Kreuzungsbereich Wilhelmstraße, Beselerstraße und Simonsberger Straße die Gemüter von Anwohnern, Politikern und Bürgermeistern mehr als einmal erhitzt und in einem Fall sogar maßgeblich zum Sturz einer Verwaltungs-Chefin beigetragen hat. Dieser Tage war der neuralgische Verkehrsknotenpunkt abermals Thema für Politik und Verwaltung. Beide hadern mit der Tatsache, dass die Straße zuweilen auch von Norden angefahren wird, obgleich dies seit Jahren verboten ist. Ob da nicht einmal etwas unternommen werden könne, wollten Mitglieder des Bauausschusses von Bauamtsleiter Jörg Schlindwein und Ordnungsamts-Chef Malte Hansen wissen.

Doch der Reihe nach. Es war im Bürgermeister-Wahlkampf 2005, als sich Amtsinhaberin Ursula Belker den geballten Zorn der Rödemisser zuzog, weil sie die Beselerstraße für den Autoverkehr hatte sperren lassen. Dass sie dafür gute Gründe ins Feld führen und sich auf ihre Verantwortung für die Verkehrssicherheit berufen konnte, machte die Sache für ihre Kritiker nicht besser. Tatsächlich hatten Belker und die Mitarbeiter im Ordnungsamt beobachtet, dass es im Kreuzungsbereich von Wilhelm-, Beseler- und Simonsberger Straße wiederholt zu brenzligen Situationen gekommen war. Hintergrund: Zu jener Zeit befand sich die bundesweit als Buckelpiste bekannte Verbindungsstraße zwischen Rödemishallig und der Anbindung an die Umgehungsstraße noch nicht einmal im Bau. Mit anderen Worten: Der Schwerlastverkehr vom Außenhafen – allen voran die Lastwagen von ATL Landhandel – mussten damals noch über Simonsberger und Wilhelmstraße zu ihren Bestimmungsorten fahren. Gleichzeitig war die Route Schulweg. Nicht zuletzt vor diesem Hintergrund entschloss sich die Bürgermeisterin zu der unpopulären Maßnahme, die Beselerstraße zu schließen. Ihr Herausforderer, Rainer Maaß, nahm den Ball dankbar auf und machte die Schließung zum Wahlkampfthema. Am Ende dürfte Belkers Wiederwahl auch an diesem Punkt gescheitert sein, obgleich sie sogar aus den eigenen Reihen massiv gewarnt worden war.

Rainer Maaß hat sein Versprechen später eingelöst. Von Dezember 2005 an konnte die Beselerstraße wieder in Richtung Rödemishallig und Wilhelmstraße befahren werden – nicht aber in der Gegenrichtung. Und ab Mai 2011 durften Autofahrer auch wieder aus der südlichen Wilhemstraße in die Beselerstraße einbiegen. Nicht aber von Norden.

Malte Hansen bestätigt, dass dies trotzdem geschieht und die Polizei als zuständige Instanz für den fließenden Verkehr „da auch ein Auge drauf hat. Aber ständig können die natürlich auch nicht vor Ort sein“. Zu einem Unfallschwerpunkt hat sich der Kreuzungsbereich auch durch die Falschabbieger nicht entwickelt. Zum Unfallschwerpunkt wird ein Ort, wenn sich dort binnen eines Kalenderjahres drei gleichgelagerte Unfälle ereignen.

Dessen ungeachtet versprach Hansen den Ausschussmitgkliedern, das Thema bei einer der nächsten Zusammenkünfte mit der Polizei noch einmal anzusprechen.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen