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Pilotprojekt an der Westküste : Neue Chancen für Nordsee-Tourismus

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Pilotprojekt an der Westküste: Der erste Jahrgang der Nachhaltigkeits- und EE-Scouts hat seine Zertifikate erhalten.

shz.de von
erstellt am 01.Mai.2017 | 11:00 Uhr

Die ersten 68 Teilnehmer aus 54 Unternehmen haben erfolgreich die Fortbildung zum Nachhaltigkeits- und EE-Scout im Nordseetourismus durchlaufen. Es ist der Start-Jahrgang des Pilotprojektes von Dithmarschen Tourismus in Zusammenarbeit mit der Nordsee-Tourismus-Service GmbH (NTS) aus Husum. Die Qualifizierung wird aus dem Landesprogramm Arbeit mit Mitteln des Europäischen Sozialfonds gefördert. Helge Haalck, Geschäftsführer von Dithmarschen Tourismus, und Ministerialrat Martin Hamm vom Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Technologie des Landes Schleswig-Holstein überreichten jetzt in der Fachhochschule Westküste (FHW) in Heide die entsprechenden Zertifikate.

Die neuen Fachkräfte kommen aus Nordfriesland und Dithmarschen. Sie arbeiten in mittleren und kleinen Unternehmen, unter anderem in Beherbergungs-Einrichtungen, im Einzelhandel, in Museen oder auf Ferienhöfen. Auch sind einige Teilnehmer in der Unternehmensberatung, im Naturschutz sowie in der Branche der Erneuerbaren-Energien (EE) tätig. Die Nachfrage nach umwelt- und sozialverträglichen touristischen Angeboten steigt – ebenso wie die Erwartungen der Urlaubs- und Tagesgäste: Diese sind immer besser informiert und erwarten glaubwürdiges Engagement und Anbieter, die sich gut mit dem Thema auskennen. Ziel der Fortbildung ist es, diese Nachfrage künftig zu decken.

„Dem ersten Jahrgang der Nachhaltigkeits- und EE-Scouts eröffnen sich viele Chancen für den Tourismus an der Westküste. Denn sie stärken mit ihrem neu erworbenen Wissen die Wettbewerbsfähigkeit und Innovationskraft ihrer Betriebe und fördern zugleich den Umweltschutz. Ich freue mich sehr über den erfolgreichen Start und wünsche den frisch ausgebildeten Expertinnen und Experten viel Erfolg und Freude an ihrer Tätigkeit“, gratulierte der Landrat und Vorsitzende von Dithmarschen Tourismus, Dr. Jörn Klimant, laut Mitteilung den erfolgreichen Teilnehmern.

Das Institut für Tourismus- und Bäderforschung in Nordeuropa (NIT) hat das Qualifizierungskonzept erarbeitet und gemeinsam mit der Fachhochschule Westküste umgesetzt. Zwölf Unterrichtsmodule zu Themen wie „Kooperationsmöglichkeiten Tourismus und Erneuerbare Energien“, „Das nachhaltige Unternehmen“ oder „Nachhaltigkeits-Check für einen Tourismusbetrieb“ verbinden Theorie mit Exkursionen und einem Praxisprojekt. Die kostenfreien Veranstaltungen fanden in Heide, Husum, Tönning und Leck statt.

Künftig sollen die Nachhaltigkeits- und EE-Scouts vor Ort Urlaubs- und Tagesgästen rund um die Themen Nachhaltigkeit und Erneuerbare Energien und dazugehörige Angebote in der Region Auskunft geben. Ebenfalls soll die Qualifizierung die Absolventen darüber informieren, wie sie selbst ihr Angebot umweltfreundlicher oder energieeffizienter gestalten und nachhaltiger wirtschaften können.

Helge Haalck zog diese Bilanz: „Der Bedarf in diesem Bereich ist da: Das beweist die hohe Teilnehmerzahl, obwohl sich die Fortbildung über einen längeren Zeitraum erstreckte. Ganz herzlich danke ich allen, die zum Gelingen dieser erfolgreichen Premiere beigetragen haben.“

Ministerialrat Hamm erklärte zur Zertifikat-Übergabe: „Die Qualifizierung ist als Pilotprojekt gestartet und musste sich als landesweit einzigartiges Projekt zu den Themen Nachhaltigkeit und Erneuerbare Energien vieles selbst erschließen. Diese Fortbildung hat auf ganzer Linie überzeugt. So gut gerüstet können die Nachhaltigkeits- und EE-Scouts mit neuem Wissen und Erfahrungen in die Urlaubssaison starten. Ich würde mich freuen, wenn es diese Scouts bald landesweit geben würde.“

Eine weitere Qualifizierung ist bereits in Planung: Es laufen Gespräche zwischen Dithmarschen Tourismus und dem Land, die Weiterbildungsreihe landesweit fortzuführen. Die Koordination wird voraussichtlich das Tourismus-Cluster SH übernehmen.

Das Vorhaben wird aus dem Landesprogramm Arbeit mit Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) gefördert. Es ist das Arbeitsmarktprogramm der Landesregierung für 2014 bis 2020. Schwerpunkte sind die Sicherung und Gewinnung von Fachkräften, die Unterstützung bei der Integration von Menschen, die es besonders schwer haben, in den ersten Arbeitsmarkt zu kommen, und die Förderung des Potenzials junger Menschen. Das Programm hat ein Volumen von 240 Millionen Euro. Davon stammen rund 89 Millionen Euro aus dem Europäischen Sozialfonds. Mehr Informationen im Internet: www.EU-SH.schleswig-holstein.de.

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