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Bürgerversammlung in Seeth : Neue Chance für das Nahwärme-Netz

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

In Seeth könnten die Nahwärme-Pläne wieder aktuell werden, denn ein Husumer Geldinstitut zeigt Interesse an der Finanzierung. Die Genossenschaft, die das Projekt plant, hat nun zu einer Bürgerversammlung eingeladen.

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erstellt am 26.Aug.2015 | 12:15 Uhr

Eigentlich waren die Pläne für eine Nahwärmeversorgung in der Gemeinde Seeth schon begraben. Im Mai nämlich entschied sich die Gemeindevertretung gegen die Fortführung der Planung eines solchen Konzeptes, da die mehrfach zugesicherten Fördermittel des Landes weder eingegangen, noch eine Bestätigung dafür vorlag. Sehr zum Ärger der Energie Versorgung Seeth eG. Diese Genossenschaft will nämlich in der Gemeinde ein Nahwärmenetz aufbauen, um ihren Mitgliedern kostengünstige Wärme ins Haus zu liefern.

Doch nun können die Pläne wohl wieder hervorgeholt werden, wie Genossenschaftsvorsitzender Deert Honnens sagt. Die EVS lädt nämlich für den kommenden Dienstag zu einer Bürgerversammlung in das Dorfgemeinschaftshaus ein. Beginn des Treffens ist um 19 Uhr. „Nach langer Vorbereitungszeit ist der Durchbruch endlich gelungen. Die Volksbank Husum ist nach intensiver Prüfung unserer Projektunterlagen grundsätzlich bereit, das geplante Nahwärmeprojekt für unser Dorf zu finanzieren“, heißt es in der Einladung. Deert Honnens ergänzt, dass der Startschuss erfolgen könne, wenn in der Anfangsphase mindestens 50 Genossenschaftsmitgliede bereit seien, ihre Häuser an das neue Netz anzuschließen. Noch, so sagt er, fehlen allerdings einige Interessenten.

Informieren wollen im Dorfgemeinschaftshaus Bernd Maier-Staud und Anna Rohwer aus dem Energieministerium des Landes, Klaus Thomsen von der Firma Gottburg, die bereits in vielen Gemeinden im Land Nahwärmenetze gebaut hat, Friedhelm Onkes vom Genossenschaftsverband, Ocke Rickertsen von der Volksbank Husum, Gunnar Thöle, Klimaschutzmanager des Kreises Nordfriesland und natürlich der Vorstand und der Aufsichtsrat der EVS.

Nach den bisherigen Planungen könnten im ersten Bauabschnitt von den 185 Häusern im Dorf 70 angeschlossen werden. Im zweiten Abschnitt könnten es dann schon 110 sein. Damit wären rund 60 Prozent der Gebäude in Seeth am Nahwärmenetz. Dadurch würde die Umwelt erheblich entlastet, sagt Deert Honnens, denn statt 110 Einzelheizungen, die ihre Abgase in die Luft blasen, würde es dann nur noch ein Blockheizwerk geben. Dessen Abwärme würde die Häuser durch die Rohrleitungen mit Wärme versorgen und zusätzlich auch noch Strom produzieren, der verkauft werden könnte. Eine Machbarkeitsstudie, die gut 15.000 Euro gekostet hat, liegt bereits vor. Daran beteiligte sich die Gemeinde Seeth mit 12.000 Euro. Da das Land aber keine Förderung zusagen konnte, wollte die Gemeinde nicht die Trägerschaft des Nahwärmenetzes übernehmen, zumal nach Einschätzung von Bürgermeister Peter Dirks dann die Gemeinde im schlimmsten Fall für zwei Millionen Euro Investitionen hätte gerade stehen müssen.

„Wir haben immer gesagt, dass wir dem Projekt positiv gegenüberstehen,“ sagte Dirks auf Nachfrage. Allerdings betonte der Bürgermeister, dass die Gemeinde nicht in eine finanzielle Haftung eintreten werde. „Das ist ganz klar gesagt worden.“ Alle Gremiumsmitglieder hätten sich für den Ausstieg aus dem Projekt bei finanzieller Beteiligung der Gemeinde ausgesprochen. Wenn nun eine Finanzierung gefunden werde, und Seeth nicht involviert sei, dann können sicher neu geredet werden – doch das könne er nicht allein entscheiden, dafür sei der Gemeinderat zuständig. „Aber“, unterstrich Dirks, „wir haben der Nahwärme immer positiv gegenüber gestanden.“

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