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Kostenexplosion : Neue Brücke wird wesentlich teurer

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Die vom Orkantief „Christian“ in Friedrichstadt zerstörte Middelbrüch wird neu aufgebaut, sie kostet 156.000 Euro. Dabei waren bei ersten Schätzungen Baukosten in Höhe von nur 80.000 Euro genannt worden.

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erstellt am 24.Sep.2014 | 13:00 Uhr

Der Orkan „Christian“ ist noch vielen Menschen in Erinnerung, schließlich legten seine Sturmböen ganze Wälder flach und entwurzelten zahllose Bäume. Ein umgestürzter Baum verursacht nun Kosten in Höhe von rund 160.000 Euro. So viel nämlich soll die neue Brücke über den Friedrichstädter Mittelburggraben kosten. Die alte Middelbrüch war nämlich vom Wurzelwerk einer umgestürzten mächtigen Weide derart in Mitleidenschaft gezogen worden, dass sie nun komplett erneuert werden muss.

Unmittelbar nach dem Sturm im Herbst vergangenen Jahres, wurde ein Gutachter beauftragt, der feststellte, dass die Standfestigkeit nicht mehr gewährleistet sei, also wurde die Middelbrüch, eine reine Fußgängerquerung der Gracht, gesperrt. Ein genaues Gutachten ergab, dass die Reparatur voraussichtlich rund 40.000 Euro verschlingen wird. Ein Neubau wurde mit rund 80.000 Euro veranschlagt. Nach langen Debatten entschied sich der Stadtrat schließlich für den Neubau. Eine Reparatur, so die Argumentation, werde langfristig teurer sein als ein kompletter Neubau, denn man wisse nicht, wie es um die Stützpfeiler stehe, die mitten in der Gracht verankert seien.

Doch damit war nur ein Grundsatzbeschluss gefällt und 80.000 Euro außer der Reihe in den Haushalt eingestellt. , Nun ging es in die Entscheidungsphase, denn aus Kostengründen plädierten einige Stadtvertreter für eine kostengünstigere Stahlkonstruktion. Die Mehrheit des Gremiums lehnte dies aber schließlich ab, „denn die Brücken sind ein Aushängeschild der Stadt“. Und die Middelbrüch, so die Mehrheit der Stadtvertreter, solle möglichst wieder so errichtet werden, wie sie einst stand.

Große Freude schließlich bei der Stadt. Der Friedrichstädter Unternehmer Gerhard Utermark hatte sich nämlich bereit erklärt, die Brücke über den Mittelburggraben wieder aus Holz zu errichten, lediglich für die Materialkosten soll die Stadt aufkommen. Da er eine Tischlerei betreibt, ist er dafür prädestiniert. Das Angebot wurde dankend angenommen. Doch dann kam der erste Hammer. Eine erneute Überprüfung ergab, dass eine Reparatur nun etwa 60.000 Euro kosten würde, ein Neubau rund 120.000 Euro.

Doch damit war das Ende der Fahnenstange noch lange nicht erreicht. In der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Bau, Planung und Denkmalpflege teilte Bürgermeister Eggert Vogt mit, dass die Baukosten mittlerweile 156.000 Euro betragen und die Ausschreibungen rausgehen sollen. Eine Begründung für die Kostenexplosion: die bestehenden Brückenauflieger an beiden Ufern müssen komplett erneuert werden. Sie weisen eine Neigung von rund 20 Prozent auf, um die Brücke aber behindertengerecht zu bauen, dürfen es nur rund fünf Prozent sein. „Ein weiterer Kostentreiber sind Dalben, die die Stützpfeiler der neuen Brücke vor eventuellen Kollisionen mit den Grachtenschiffen schützen sollen“, sagt der Bürgermeister.

Nun muss es mit der Brücke schnell vorangehen, denn immerhin hat das Land der Stadt gut 130.000 Euro an Fördermitteln für den Brückenbau zur Verfügung gestellt. Und bis zum 8. Dezember muss das Bauwerk fertig sein, weil dann die Förderfristen auslaufen. Laut Auskunft des Bürgermeisters in der Ausschuss-Sitzung sollte dies aber kein Problem sein, denn er habe mit dem Architekten gesprochen. Mit Bauchschmerzen ob der Kostenexplosion stimmte schließlich das Gremium bei einer Enthaltung den Brückenplänen zu.

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