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Sozialkaufhaus jetzt in Husum : Neue Bleibe für die „Bunte Vielfalt“ gesucht

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Vorläufig ist das Sozialkaufhaus „Bunte Vielfalt“ bei „Möbel und Mehr“ in Husum untergekommen. Das Amt Nordsee-Treene sucht nach neuen Räumen für das Kaufhaus.

Langsam wird es mit den Unterbringungsmöglichkeiten für Asylsuchende im Amt Nordsee-Treene eng. „Wir haben kaum noch Wohnungen, ich appelliere an alle Bürger, die noch Leerstand haben, uns diesen zu melden“, bittet Amtsvorsteher Ralf Heßmann. Denn gegenwärtig sind knapp 300 Flüchtlinge im Verwaltungsbezirk des Amtes untergebracht, wöchentlich kommen etwa 17 neue hinzu. Natürlich, so erläutert der Vorsteher, werde auch wieder Wohnraum frei, denn wenn die Asylbewerber eine Duldung erhalten, dann können sie sich in Deutschland frei bewegen. Viele würden dann den Amtsbereich verlassen, um zu Familienmitgliedern in andere Regionen zu ziehen. Doch bei weitem sei der Wegzug nicht so groß wie der Zugang, unterstreicht Heßmann.

Dringend suchen die Amtsverwaltung und die Flüchtlingsbeauftragte des Kooperationsraums (Husum, Amt Nordsee-Treene und Amt Viöl), Urte Andresen, auch neue Räume für das Sozialkaufhaus „Bunte Vielfalt“. Bislang war es in einer Halle einer Mildstedter Spedition untergebracht und wurde sehr gut angenommen. Mehrfach betonte Heßmann in der Vergangenheit, dass die Halle für jeden da sei, auch für Sozialhilfeempfänger. Kritisiert wurde allerdings auch: „Es kann nicht angehen, dass da die Flohmarktjunkies kommen, sich mit Waren eindecken und sie anschließend verkaufen.“ Schon im Sommer dieses Jahres zeigte sich, dass das Kaufhaus aus allen Nähten platzt und dringend eine neue Unterkunft benötigt wird. Zudem waren die Energiekosten für die Halle einfach zu hoch. Das Gebäude war nicht isoliert und hatte vorher als Lagerhalle gedient. Bis nun ein neues Domizil für die „Bunte Vielfalt“ gefunden worden ist, schlüpfte das Sozialkaufhaus bei der Husumer Einrichtung der Diakonie , „Möbel und Mehr“, Hinter der Neustadt 70 bis 72, Telefon 04841/9040626 unter. Geöffnet ist es Montag bis Donnerstag von 9.30 bis 16 Uhr, Freitag von 9.30 bis 14 Uhr. „Wir wollen möglichst ein Kaufhaus in unserem Amtsbereich, wo es für die bei uns untergebrachten Menschen auch leichter zu erreichen ist“, so der Vorsteher.

Zwar werden Sprachkurse angeboten, das Amt hat dafür außer der Reihe 35.000 Euro bewilligt, doch noch läuft nicht alles ganz rund. Immer noch sind die Unterstützer auf der Suche nach Sprachlehrern, optimal wären dafür ehemalige Lehrkräfte. Angeboten werden die Sprachkurse in Zusammenarbeit mit der Volkshochschule Husum, doch auch in anderen Orten, wie beispielsweise in Schwabstedt, könnten sie abgehalten werden. Da das Amt gerade ein achtsitziges Fahrzeug angeschafft hat (wir berichteten), sei der Transport der Asylsuchenden zu den zentralen Kursen auch möglich, unterstreicht Heßmann.

Froh ist er, dass in der Erstaufnahme-Einrichtung Seeth die Polizeistation am Eingang der Stapelholmer Kaserne erhalten bleibt. Mit den Landesbehörden stehe er im ständigen Kontakt, um über die Lage informiert zu sein und um nach Verbesserungen zu suchen. Es könne nicht sein, dass beispielsweise die Freiwillige Feuerwehr Seeth, die eigentlich nur für eine 600-Seelen-Gemeinde zuständig ist, nun plötzlich für den Brandschutz auch in der Erstaufnahme-Einrichtung verantwortlich ist. Dort sollen bis Ende des Jahres 2000 Asylsuchende untergebracht werden. „Hier müssen wir Lösungen finden“, sagt der Amtsvorsteher. Mit einem zweiten oder dritten Fahrzeug für die Wehr sei dies aber nicht getan, denn für die Bedienung fehle einfach die Manpower. Sinnvoll wäre es, etwa mit Mitteln des Landes und des Bundes ein sehr großes Fahrzeug anzuschaffen, etwa eines mit einem 2400 Liter Tank. Heßmann ist zuversichtlich, dass sich bei diesem Thema das Land bewegen wird.

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erstellt am 26.Nov.2015 | 17:50 Uhr

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