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Eiderstedter Grabensystem : Neue Biotope für Tiere und Pflanzen

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Der Arbeitskreis für das Vogelschutzgebiet will die ökologische Entwicklung der Gräben auf Eiderstedt fortführen. Nun werden interessierte Flächen-Bewirtschafter gesucht.

shz.de von
erstellt am 21.Apr.2017 | 12:45 Uhr

Das ökologische Grabenentwicklungsprogramm auf Eiderstedt wird fortgeführt. Darauf hat sich der Arbeitskreis Managementplan für das Vogelschutzgebiet auf Eiderstedt in seiner jüngsten Sitzung verständigt, in der er die Anforderungen und Maßnahmen für das laufende Jahr besprach.

Ein Schwerpunkt wird in diesem und in den kommenden Jahren die naturverträgliche Grabenentwicklung und -unterhaltung auf Eiderstedt sein. Hierzu berichtete Franz Brambrink von der Unteren Naturschutzbehörde des Kreises Nordfriesland, dass entsprechende Fördergelder vom Land Schleswig-Holstein zum Abruf bereit stehen. Bereits im Jahr 2014 gab es ein erstes Pilotprojekt.

Das gesamte Grabensystem auf Eiderstedt mit rund 4500 Kilometer Parzellengräben und weiteren rund 900 Kilometern Verbandsgewässern bietet ein erhebliches Potenzial für die gesamte biologische Artenvielfalt in den Grabensystemen und angrenzenden Flächen. Die privaten Parzellengräben unterliegen keiner Unterhaltsverpflichtung durch den Eigentümer, die – im Gegensatz zu früheren Jahren – für eine regelmäßige Unterhaltung ihrer Gräben keine Veranlassung mehr sehen, da die Gräben als Einzäunung und als Viehtränke keine Bedeutung mehr haben. Aus ökologischen Gesichtspunkten weisen diese nicht regelmäßig unterhaltenen, verschlammten und größtenteils verschilften Parzellengräben eine geringere Artenvielfalt aus und sind auch für den Wiesenvogelschutz ein Hemmnis. Derartige Gräben nehmen auf Eiderstedt einen Anteil von geschätzt 75 Prozent und mehr ein.

Um diese Situation langfristig zu verbessern, gibt es Überlegungen im Arbeitskreis Managementplan, den Flächenbewirtschaftern auf Eiderstedt die Teilnahme an dem Programm unter Federführung des Kreises Nordfriesland und dem Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR) ab 2017 wieder anzubieten. Interessierte Flächenbewirtschafter können sich ab sofort an den Deich- und Hauptsielverband Eiderstedt unter Telefon 04862/1044615 oder an Claus Ivens, Vorsitzender des Vereins Weideland Eiderstedt, unter Telefon 04861/237 wenden, um Parzellengräben (zwischen den von ihnen genutzten Grünlandflächen) für das Programm anzumelden. Voraussetzung für die Teilnahme ist, dass die Gräben nach ökologischen Gesichtspunkten entwickelt werden. Dies umfasst die Möglichkeiten der Wasserrückhaltung, die Einhaltung einer ganzjährigen Mindestwassertiefe sowie die Bereitschaft zur Abflachung der Grabenkanten und einer zaunlosen Beweidung. Alle Fragen werden in einem Gespräch geklärt. Die Umsetzung ist ab August 2017 vorgesehen.

Die nächste Sitzung des Arbeitskreises findet am 14. November statt und wird erstmals öffentlich sein. „Da sind wir schon einmal auf die Resonanz gespannt, und über den Erfolg der umgesetzten Maßnahmen“, freut sich der Vorsitzende des Arbeitskreises und Amtsdirektor von Eiderstedt, Herbert Lorenzen.

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