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Orkanschäden immer noch Thema : Neue Bäume braucht das Land

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Die Aufforstung eines Hektars Wald kostet zwischen 5.000 und 8.000 Euro. Und da Orkantief „Christian“ überall große Schäden verursacht hat, muss viel Geld für neue Bäume her. Der Kreisbauernverband Husum-Eiderstedt schlägt nun vor, ökologische Ausgleichszahlungen in die Wiederaufforstung zu stecken.

Auch für ihn ist das Thema noch nicht durch: „2,7 Millionen Euro für den Wald sind nicht viel“, räumt der SSW-Fraktionsvorsitzende im schleswig-holsteinischen Landtag, der Nordfriese Lars Harms, ein. Denn nach dem verheerenden Orkantief „Christian“ sind die Schäden immens, werden allein die Kosten für die nötige Wiederaufforstung in Schleswig-Holstein mehrere Millionen Euro verschlingen, zumal die Aufforstung eines Hektars zwischen 5.000 und 8.000 Euro kostet.

„Der Wald ist die größte Naturschutz- und Klimaschutzaufgabe des Landes“, hatte Harms in Husum anlässlich des Jahresempfangs des Kreisbauernverbandes Husum-Eiderstedt betont. Deshalb werde über die Höhe der Landesförderung noch einmal zu reden sein. Zwar hat Umweltminister Robert Habeck die von 3,2 Millionen Euro pro Jahr auf 2,4 Millionen verringerten Landesmittel auf 2,7 Millionen angehoben. Aber das reicht nach Auffassung vieler Akteure an der vom Orkantief arg gebeutelten Westküste bei Weitem nicht aus. Deshalb fordert die Forstbetriebsgemeinschaft Nordfriesland/Schleswigsche Geest (FBG) nach wie vor ein Sonderförderprogramm des Landes (wir berichteten).

Dass zügig reagiert werden muss, betont auch der Kreisbauernverband Husum-Eiderstedt. „Die enormen Waldschäden schmerzen doch sehr und haben vielerorts das Landschaftsbild verändert. Die Waldbesitzer haben eine große Aufgabe vor sich“, sagte dessen Vorsitzender Hans Friedrichsen beim Empfang. Gleichwohl sieht er dies auch als Chance – denn mit dem Umbau des Waldes werde man einen ganzen Schritt schneller vorankommen. Allerdings hält auch der Landwirt mehr Mittel für erforderlich: „Mit Ausgleichsgeldern der Naturschutz-Behörden könnte doch dieses ökologische Ziel unterstützt werden“, regt er an und schlägt vor, alle Beteiligten an einen Tisch zu holen, um gemeinsam über neue Förderwege nachzudenken.

„Wir brauchen Hilfe“, bekräftigt auch Helmut Wree, der Vorsitzende der Forstbetriebsgemeinschaft, die fast 1.000 private, kommunale und kirchliche Mitglieder mit rund 3.500 Hektar Fläche im nordwestlichen Landesteil betreut. „Wir brauchen ein Sonderprogramm zur Wiederaufforstung“, sagt Wree. Ihn treibt die Sorge um, dass ansonsten wie beim Kahlschlag in Lütjenholm wieder die Stiftung Naturschutz auf die eine oder andere Fläche zugreift. Seine Botschaft: „Der Wald ist von großer gesellschaftlicher Bedeutung, er hat eine Nutz-, Schutz- und Erholungsfunktion.“ Der FBG-Chef wirbt dafür, dass diesem häufig verkannten Stellenwert durch finanzielle Förderung besser Rechnung getragen wird. Dabei verweist er ebenso wie der Bauernverbands-Vorsitzende auf eine mögliche Geldquelle: „Es gibt einen Riesenpool in den Töpfen für Ausgleichsmaßnahmen.“

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