Tönninger Kultveranstaltung : Neue Ära beim Mondscheinkino

Das Orga-Team freut sich auf die Mondscheinkino-Abende vor dem Packhaus.
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Das Orga-Team freut sich auf die Mondscheinkino-Abende vor dem Packhaus.

Die Veranstalter müssen auf digitale Technik umstellen und haben daher einen Förderverein gegründet. Vom 6. bis 8. August werden am Hafen wieder drei Filme gezeigt.

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24. Juli 2015, 11:00 Uhr

Zur Erfolgsgeschichte ist das Mondscheinkino vor dem historischen Packhaus in Tönning geworden. Bereits zum 15. Mal in Folge werden open air vor der einzigartigen Kulisse des Gemäuers direkt am Hafen drei Kinofilme an drei Tagen gezeigt. Das I-Tüpfelchen zum besonderen Ambiente: Auch diesmal werden zum jeweiligen Film passende Getränke und Speisen serviert. Einlass ist um 20.30 Uhr. Gestartet wird immer ab Einbruch der Dunkelheit, selbst bei Regen. Los geht es am Donnerstag, 6. August, mit dem Streifen „Hin und Weg“. Der unter die Haut gehende Film füllte im vergangenen Jahr und darüber hinaus die Kinosäle der Republik. Einfühlsam verpackte Regisseur Florian Gallenberger das Thema Sterbehilfe in eine Geschichte um beste Freunde. Die begleiten ihren Weggefährten auf dem Weg zum selbstgewählten Freitod per Fahrrad nach Belgien. Einen Tag später, am Freitag, 7. August, läuft die französische Komödie „Monsieur Claude und seine Töchter“. Regisseur und Drehbuchautor Philippe de Chauveron lässt Menschen verschiedener Herkunft, Hautfarbe und Religion in einer gut situierten Familie aufeinandertreffen. Den „Zusammenstoß“ erzählt er auf unterhaltsame und humorvolle Weise. Der Film wird hochaktuell als ein Werk gegen fremdenfeindlichen Hass und Intoleranz eingestuft. Der dritte Film, die französische Tragikomödie „Sommer in der Provence“ von Rose Bosch wird am Sonnabend, 8. August, gezeigt. Sie macht Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen den Generationen anhand einer Familiengeschichte deutlich.

„Wir hoffen auf gutes Wetter. Um Zuschauer brauchen wir uns ja nicht zu sorgen. Viele Stammgäste richten schon ihren Urlaub danach aus“, berichtet Ute Green vom Orga-Team. Es wäre gut, so ihre Bitte, wenn möglichst viele Gäste ihre eigenen Sitzgelegenheiten mitbringen würden. Nur für 250 Besucher stehen Stühle zur Verfügung. Ausgerechnet im Jubiläumsjahr, so die Ehrenamtlerin weiter, hätte das Event beinahe abgesagt werden müssen. Die bisher zum Einsatz gekommene Analog-Technik hatte ausgedient. Gern hätten die Veranstaltet wie bisher das leise Klacken der Filmrolle gehört, doch der Fortschritt ließ sich nicht aufhalten. Es musste eine teure, digitale Anlage her. Dazu brauchte die Gruppe zunächst einen Anbieter, der eine solche vermietet. Rasch erfuhren die Organisatoren bei ihrer Suche, dass das seinen Preis hat. „Deshalb wird es uns künftig vielleicht nicht mehr möglich sein, für einen guten Zweck zu spenden“, so Green.

Um die Veranstaltung auch in Zukunft weiter aufrechtzuerhalten, mussten Änderungen her. Ab 1. Juli gibt es den eingetragenen, gemeinnützigen Verein „Mondscheinkino Tönning“. Damit gibt es die Möglichkeit einer Fördermitgliedschaft bei einem jährlichen Beitrag von mindestens zwölf Euro. Außerdem werden vor den Filmen Werbeblöcke von ortsansässigen Firmen gezeigt. Schließlich entschlossen sich die Förderfreunde für eine leichte Preisanpassung pro Abend von sieben Euro. „Wir bitten um Verständnis. Aber wir möchten das Mondscheinkino auch in Zukunft möglich machen“, so das einmütige Credo.

Der Kartenvorverkauf startet ab sofort an folgenden Stellen: Touristinfo Tönning und Garding, Firma Boye Hamkens in Tönning, Modehaus Westensee in Tönning, BIMs Fitnesscenter in Tönning und St. Peter-Ording, Schuhhaus Friedrich in Garding. Info: www.mondscheinkino-toenning.de.

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