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Biosphäre Wattenmeer : Netzwerk-Arbeit für die Halligen

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Die neue Geschäftsführerin der Biosphären-Gemeinschaft Sabine Müller hat jede Menge Themen auf dem Zettel – von der Sicherung der Warften bis hin zur Gesundheitsversorgung.

Bei ihr laufen alle Fäden zusammen. Sabine Müller fühlt sich deshalb auch ein bisschen wie „die Spinne im Netz“. Als Geschäftsführerin der Biosphäre Halligen kümmert sie sich um den bunten Strauß von Anliegen der Gemeinschaft, zu der die fünf bewohnten Halligen Gröde, Hooge, Langeneß, Oland und Nordstrandischmoor gehören. Die Eilande und das Amt Pellworm haben sich zu dem Verein zusammengeschlossen, um die Zukunft gemeinsam zu gestalten. Ende 2004 war die Halliggemeinschaft von der Unesco als Entwicklungszone im „Biosphärenreservat Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer und Halligen“ anerkannt worden.

Schaltzentrale für die unerlässliche Netzwerk-Arbeit ist die Geschäftsstelle der Biosphäre Halligen in der Husumer Marktstraße 5. Nachdem sie zunächst in Wyk angesiedelt war, befindet sich diese jetzt unter einem Dach mit dem für Nordfriesland zuständigen Schulamt. Weil die Kreisstadt von allen Halligen aus gut zu erreichen ist, spricht Geschäftsführerin Sabine Müller von einem echten Standortvorteil. Als Nachfolgerin von Natalie Eckelt hat die 36-Jährige die Aufgabe vor rund acht Monaten übernommen. Erfahrungen bringt die Koldenbüttlerin reichlich mit. Schon während ihres Anthropologie-Studiums beschäftigte sie sich mit dem Themenkomplex „Der Mensch im Raum“ und arbeitete danach für die Eider-Treene-Sorge-Gesellschaft.

In der Biosphären-Gemeinschaft ist die Aufgabenfülle ungleich größer – „kleinteilig, aber auch spannend“, sagt Sabine Müller. Denn alle Herausforderungen und Probleme, die es andernorts gibt, haben die Halligen auch – eben nur auf kleinerem Raum. Dabei geht es um so wichtige Themen wie die Gesundheitsversorgung oder die Haushaltssituation der Gemeinden, Aspekte wie Nachhaltigkeit, Tourismus und die Sicherung der Eilande in Zeiten des Klimawandels, aber auch viele kleinere Zukunfts-Projekte. Die Geschäftsführerin organisiert die Arbeit der Biosphären-Gremien, Runde Tische, Expertengespräche oder Workshops, knüpft Kontakte, stimmt Vorhaben mit potenziellen Partnern ab und sondiert Finanzierungs- und Fördermöglichkeiten.

„Die Geschäftsstelle ist für uns ganz wichtig“, sagt denn auch Matthias Piepgras, der gemeinsam mit Ruth Hartwig-Kruse dem Biosphären-Verein vorsteht. Dessen Erfolg führt der Hooger Bürgermeister und Pellwormer Amtsvorsteher darauf zurück, dass gemeinschaftlich an Problemen gearbeitet und zusammen der Wandel gestaltet wird. Denn nicht nur der Meeresspiegel-Anstieg, dem das Land jetzt mit einem neuen Programm zur Verstärkung der Warften begegnen will (wir berichteten), und der demografische Wandel sind große Zukunftsaufgaben. Dazu gehören auch die Komplexe Arbeit, Wohnen, Bildung, Soziales und Gesundheit.

Eng und gut wird nach Aussagen von Piepgras mit der Insel- und Halligkonferenz und der Nationalparkverwaltung in Tönning – „unser Außenministerium“ (Piepgras) – zusammengearbeitet. Das attestiert der Biosphären-Vorsitzende auch dem Land: „Wir hatten in den vergangenen zehn Jahren eine super Begleitung durch die Landesregierung.“ Der Situation der Halligen mit ihren besonderen Herausforderungen sei den Verantwortlichen in der Landeshauptstadt durchaus bewusst, streicht er heraus. Die Halligen sind deshalb wohl auch die einzigen Gemeinden in Schleswig-Holstein, die nicht nur einen direkten Draht ins Ministerbüro von Robert Habeck haben, sondern für die es einmal im Jahr auch einen Runden Tisch in Kiel gibt. Dabei werden brennende Probleme von Angesicht zu Angesicht besprochen.

Das Alltagsgeschäft freilich läuft über den Schreibtisch von Sabine Müller in Husum. „Ich beschaffe alles, was ein ehrenamtlicher Bürgermeister an Know-how vertragen kann“, sagt die Biosphären-Geschäftsführerin, deren Stelle zu rund 70 Prozent von der Halliggemeinschaft und zu 30 Prozent von der Nationalparkverwaltung finanziert wird. Ideen für Projekte gibt es viele und die Wunschliste ist „ganz lang“, weiß die 36-Jährige. Eine ihrer wichtigsten Baustellen ist die Arbeit am gemeinsamen Tourismus-Konzept. Der Internet-Auftritt unter www.halligen.de soll künftig das zentrale touristische Markenzeichen für die Halligen und ihr nachhaltiges Wirtschaften werden.

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erstellt am 28.Mär.2016 | 10:00 Uhr

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