zur Navigation springen
Husumer Nachrichten

25. November 2017 | 08:55 Uhr

„Nein ist extrem unsolidarisch“

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

von
erstellt am 02.Mai.2017 | 19:07 Uhr

Für Landrat Dieter Harrsen gibt es beim Bürgerentscheid zur Weiterentwicklung des Klinikums Nordfriesland nur eine vernünftige Wahl – und die laute „Ja“. Wer beim Bürgerentscheid mit Nein stimme, verweigere den nordfriesischen Festlands-Kliniken das Geld, mit dem der Sanierungsstau endlich abgebaut werden könne, so Harrsen.

„Nun bietet das Land uns endlich mal Geld an – und dann gibt es Bürger, die sich weigern wollen, es anzunehmen, weil wir damit nicht auch noch drei Geburtenstationen und die Wiedereröffnung der Bettenstation in Tönning finanzieren können. Wir müssen jetzt realistisch sein und zugreifen. Denn wenn wir Nein sagen, haben wir immer noch einen Sanierungsstau und sind den gewünschten Geburtenstationen trotzdem keinen Millimeter nähergekommen“, so der Verwaltungschef.

Er erinnert daran, dass der Kreis seine Klinik in Tönning nicht aus eigenem Antrieb, sondern aufgrund der bundes- und landespolitischen Rahmenbedingungen geschlossen habe. „Zudem hat das Land unmissverständlich erklärt, dass die dortige Bettenstation auf keinen Fall wieder eröffnet werden kann. Das haben wir zu akzeptieren, ebenso wie die Träger der 460 anderen geschlossenen Krankenhäuser in Deutschland es mussten.“ Wer nun aus Frust darüber die 30 Millionen Euro für die Kliniken Husum und Niebüll ablehne, handele extrem unsolidarisch gegenüber allen anderen Nordfriesen und gefährde die Zukunft der stationären Versorgung im ländlichen Raum.

„Wir brauchen leistungsfähige Krankenhäuser“, so der Landrat. Wer trotzdem mit Nein stimmen will, den fordert Harrsen auf, fünf Jahre in die Zukunft zu denken: „Werden unsere Kliniken weder saniert noch weiterentwickelt, können sie den ständig steigenden Anforderungen kaum noch standhalten. Doch um Nordfriesland herum werben in Flensburg, Schleswig und Heide frisch renovierte oder neu gebaute Krankenhäuser um Patienten und Mitarbeiter. Dann werden etliche Nordfriesen im Interesse ihrer Gesundheit weite Wege auf sich nehmen und in die Nachbarkreise fahren müssen.“

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen