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Husumer Nachrichten

19. November 2017 | 04:29 Uhr

Tourismus : Natururlaub steht hoch im Kurs

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Gemeinden der Lokalen Tourismus Organisation punkten bei Gästen, müssen aber das Erscheinungsbild der Landschaft im Blick behalten.

Seit Ende Februar ist die Lokale Tourismus Organisation (LTO) St. Peter-Ording/Eiderstedt mit Friedrichstadt und Tönning seitens des Landes Schleswig-Holstein offiziell anerkannt. Anlässlich der Eiderstedt-Messe in Garding hatte der derzeit amtierende Minister Reinhard Meyer die entsprechende Urkunde an den stellvertretenden Bürgermeister Richard-Flors Richardsen aus St. Peter-Ording und die Marketingassistenz der LTO, Damaris Krebs, überreicht (wir berichteten).

Sie hatte nun Bürgermeister und Gemeindevertreter der zur LTO gehörenden Orte zu einer Informationsveranstaltung nach Tating in den Eiderstedter Krog eingeladen. Wie auf der Zusammenkunft im Dezember vereinbart, wurde seitens Kai Ziesemer vom Kieler Institut für Bäder- und Tourismusforschung in Nordeuropa (NIT) und Frank Simoneit von Fachhochschule Westküste insbesondere über die Wertschöpfungsanalyse Tourismus für die LTO-Region mit Tönning und Friedrichstadt informiert.

Zum Auftakt präsentierte Kai Ziesemer explizit Daten zum Kooperationsraum aus der Gästebefragung Schleswig-Holstein 2015. Die Befragung war an Gäste über 13 Jahre mit Übernachtungen in gewerblichen Unterkünften einschließlich Jugendherbergen, privaten Unterkünften und Ferienwohnungen gerichtet. Die Region stellt sich mit Werten von 50 für das Eiderstedter Umland, 52 St. Peter-Ording, 53 Schleswig-Holstein, 54 Tönning und 58 Friedrichstadt gegenüber dem Quellmarkt Deutschland mit 47 besser dar. Im Fokus der Gäste stehen für die LTO Natururlaub mit Strand und Baden – besonders attraktiv – und Familienurlaub sowie Entschleunigung und Neugier an erster Stelle. Die Motivationsgründe für eine Urlaubsentscheidung in den Orten der LTO sind deckungsgleich oder ergänzen sich gut. Die Region zeichnet sich durch eine hohe Gästezufriedenheit, hohen Stammgastanteil und hohe Wiederkehrbereitschaft der Gäste aus. „Die LTO-Partner sind im Setting gut aufgehoben und heben sich klar vom Durchschnitt in Deutschland ab“, zog Ziesemer das Fazit.

Frank Simoneit schloss daran hinsichtlich der wirtschaftlichen Bedeutung des Tourismus auf der Halbinsel Eiderstedt mit der Fragestellung an: „Welche ökonomischen Effekte hat der Tourismus?“ Über den Tourismus als Querschnittsbranche profitieren mit regionalen Effekten Einzelhandel, Baugewerbe und Beherbergung. In der Region Eiderstedt beträgt der Bruttoumsatz bei 0,9 Millionen Übernachtungen und Tagesgästen 41,9 Millionen Euro. Die Wertschöpfung liegt somit bei 20,2 Millionen Euro. Das entspreche 760 Vollzeitstellen. Ohne St. Peter-Ording hat Eiderstedt 7.300 Einwohner. Dieser Raum wird touristisch intensiv genutzt. Es ist hier die Frage zu stellen: „Wenn ich meinen Arbeitsplatz nicht hier hätte, wo bekäme ich ihn dann?“ Mehr Ausgaben können regeneriert werden. Das gilt gerade im ländlichen Raum für die einzelnen Betriebe, beispielsweise Höfe mit Erlebnisangeboten. Örtliche Infrastrukturmaßnahmen machten nur da Sinn, wo wie in Westerhever ein höheres Gästeaufkommen existiert. „Die LTO hat sich gemäß Vorgaben des Landes gut aufgestellt“, war Simoneits Fazit.

Der stellvertretende Amtsdirektor Wolfgang Voutta verwies in der Aussprache auf die Synergieeffekte zwischen den Orten für St. Peter-Ording und umgekehrt. „Ich bin heilfroh, dass es uns gelungen ist, die LTO bis Friedrichstadt ins Leben gerufen zu haben.“ Katharinenheerds Bürgermeister Dieter Heisterkamp brachte die beabsichtigten Errichtungen von Folientunneln und Photovoltaikanlagen in die Diskussion ein. Schnell wurde deutlich, dass hier bedachtsam im Hinblick auf das Erscheinungsbild der Landschaft vorgegangen werden muss. Dieses hat für den Tourismus und damit das Gesamtinteresse der LTO einen sehr hohen Wert. Als dann Amtsvorsteher und Bürgermeister Christian Marwig (Tümlauer-Koog) die Problematik ansprach, dass sein Ort gemäß Landesentwicklungsplanung touristisches Entwicklungsgebiet bliebe, wurde klar, dass politisch etwas nicht stimmig sei, wenn man sich ansonsten in der Tourismusstrategie des Landes richtig aufgestellt habe. Hier bestehe für die und über die LTO Klärungsbedarf.

Damaris Krebs gab dann eine Übersicht der aktuellen LTO-Arbeit sowie einen Ausblick auf die nächsten Veranstaltungen vom Kultur Himmel am 25. Mai bis zur Naturerlebniswoche im Juni. Zusätzlich hatte sie eine Übersicht der LTO-Tätigkeiten von 2015 bis Mai 2017 als Printversion vorbereitet. Vorschau und Einblick in den neuen Netzauftritt der LTO rundeten ihren Part ab. Hier beeindruckten die Auftritte der einzelnen Orte. Bürgermeister Dirk Lautenschläger aus Welt hätte sich eine größere Beteiligung vor allem seitens Gemeindevertretern gewünscht, für die dieser hoch informative Abend auch gedacht war. Bürgermeister Kurt Eichert aus Poppenbüll sprach im Namen aller, als er Damaris Krebs diese Anerkennung zollte: „Wenn ich das so alles sehe, ist das aller Achtung wert. Sie haben viel geschafft. Danke dafür.“

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