Einzigartiges Museum : Natur und Kultur im Gleichschritt

Engagieren sich das Museum: Kulturtreff-Mitglied Sigrid Heeder, Museumsleiter Peter Bothe und Kulturtreff-Vorsitzende Hilke Herzberg.
Engagieren sich das Museum: Kulturtreff-Mitglied Sigrid Heeder, Museumsleiter Peter Bothe und Kulturtreff-Vorsitzende Hilke Herzberg.

Das Museum der Landschaft Eiderstedt in St. Peter-Ording ist Nationalpark-Partner. Die Einrichtung ist die erste ihrer Art in Schleswig-Holstein mit diesem Siegel.

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07. Juli 2014, 07:00 Uhr

Auf dem Teppich bleiben und nicht großartig auf diesen Klopfen – für Hilke Herzberg und Peter Bothe ist das selbstverständlich. Und so machen die Vorsitzende des Trägervereins „Kulturtreff“ und der Leiter des Museums der Landschaft Eiderstedt in St. Peter-Ording auch kein Aufhebens von der Tatsache, dass die Einrichtung jetzt Nationalpark-Partner geworden ist – das erste Museum an der Westküste, das mit diesem Label werben darf. Und nicht nur das: Die St. Peteraner Einrichtung gehört neben dem Carl-Häberlin-Museum in Wyk auf Föhr zu den einzigen Häusern in Nordfriesland, die als erste Projekte im Rahmen der Qualifizierungskampagne der schleswig-holsteinischen Museen gefördert und gefordert werden.

Gefordert deshalb, weil das Team des Eiderstedter Heimatmuseums neben dem normalen Alltagsgeschäft jetzt den Ansprüchen einer Jury gerecht werden muss. Diese Kommission, bestehend aus Dr. Bernd Bünsche (Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen), Dagmar Rösner (Schleswig-Holsteinischer Heimatbund) und Ulrich Schulte-Wülwer (Museumsberg Flensburg), inspiziert die Häuser und denkt deren Schwachpunkte auf. „Der Aufwand geht natürlich an unserer Substanz – personell und finanziell“, sagt Hilke Herzberg, die schon an Fortbildungsmaßnahmen im Rahmen der Qualitätsoffensive teilgenommen hat. Museumsmanagement und Sammlungspflege wurden dort unter anderem thematisiert. „Man bekommt eine andere Sicht auf die Dinge“, hat die Vorsitzende festgestellt. Generell sei die Hilfe von außen sehr willkommen, betont Museumsleiter Bothe. Als Beispiel nennt er die begleitenden Infotexte an diversen Exponaten. „Die sind oft zu lang und zu umfangreich“, zitiert er ein Jury-Urteil. Aber es gab auch Lob von Schulte-Wülwer und Co.. So würde sich das Heimatmuseum mit der Neugestaltung der Ausstellung über die Anfänge des Tourismus’ im Badeort auf dem richtigen Weg befinden. Überdies beherberge das Museum in der Olsdorfer Straße zahlreiche Kostbarkeiten, die es ins rechte Licht zu rücken gelte, so die Kommission.

Sollte die Klassifizierung erfolgreich sein, könnten mit einer entsprechenden Auszeichnung künftig Fördergelder eingeworben werden, hoffen Herzberg und Bothe. Zunächst aber sind die zwei haupt- und gut 20 ehrenamtlichen Mitarbeiter mächtig stolz darauf, künftig mit dem Prädikat „Nationalpark-Partner“ werben zu können – als erstes Museum landesweit. Offiziell wird die Partnerschaft in dieser Woche in Meldorf besiegelt. „Wir weiten unsere Partnerschaften nach und nach aus“, sagt Matthias Kundy. Zählten bislang nur Beherbergungs- und Gastronomiebetriebe sowie Wattführer, Reedereien und Kommunen dazu, können jetzt auch sogenannte Erlebnisanbieter Nationalpark-Partner werden – dazu gehören neben Museen auch Galerien, erläutert der Mitarbeiter des Nationalparkverwaltung. Und das Museum im Ortsteil Dorf ist jetzt der erste Partner in der neuen Kategorie – ein Grund zur Freude für Hilke Herzberg und ihre Mitstreiter, aber noch immer kein Grund, um abzuheben.

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